VCI: Chemieanlagen wieder unter Volldampf

02.09.2010 Die deutsche chemische Industrie konnte auch im zweiten Quartal 2010 Produktion und Umsatz weiter steigern. Sie hat damit den massiven Einbruch durch die Wirtschaftskrise innerhalb von fünfzehn Monaten fast kompensiert. Das geht aus dem aktuellen Bericht des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) zur wirtschaftlichen Lage der Branche hervor.

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VCI: Chemieanlagen wieder unter Volldampf

Die deutsche Chemie produziert nun wieder auf dem Vor-Kriesen-Niveau (Bild: Fotolia)

Die Kapazitätsauslastung der Anlagen erreichte wieder das für die Branche übliche Niveau. Motor für das Wachstum war die starke Nachfrage aus dem Ausland, aber auch im Inland lief das Chemiegeschäft mit industriellen Kunden gut.

Die konjunkturelle Entwicklung der Branche kommentierte VCI-Präsident Prof. Dr. Ulrich Lehner: „Ein rasantes Comeback. Wir haben die Folgen der Wirtschaftskrise jetzt nahezu überwunden. Aber die Geschwindigkeit, mit der die Branche wächst, hat inzwischen nachgelassen. Das war zu erwarten, da die Chemie als Lieferant von Vorprodukten für viele andere Industriezweige von einer wirtschaftlichen Erholung frühzeitig profitiert. Auch in den kommenden Monaten wird es weiter, aber langsamer aufwärts gehen.“

Prognose: Der VCI erwartet zwar, dass die Wachstumsraten der chemischen Industrie im zweiten Halbjahr geringer ausfallen. Für das Gesamtjahr 2010 rechnet der VCI jetzt aber wegen der überraschend starken Dynamik im zweiten Quartal mit einer Steigerung der Produktion um rund 11 Prozent. Der Umsatz der Branche dürfte bei weiter anziehenden Preisen um 18 Prozent zulegen.

Produktion: Im zweiten Quartal 2010 stieg die Produktion chemischer Erzeugnisse gegenüber dem Vorquartal um 1,5 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Produktionsanlagen legte um 2,8 Prozentpunkte auf 85,6 Prozent zu und erreichte damit wieder einen branchentypischen Normalwert. Eine vergleichbare Auslastung konnte die Branche zuletzt im zweiten Quartal 2008 vorweisen. Getragen wurde der erneute Produktionsanstieg vor allem von organischen Grundstoffen und Spezialchemikalien, aber auch die übrigen Sparten entwickelten sich positiv.

Erzeugerpreise: Die Preise für chemische Erzeugnisse beschleunigten von April bis Juni 2010 ihren Aufwärtstrend. Sie verteuerten sich im Vergleich zum Vorquartal um 1,8 Prozent. Neben höheren Rohstoffkosten führte die anziehende Nachfrage zu Preissteigerungen.

Umsatz: Der Umsatz der deutschen Chemieunternehmen erreichte im zweiten Quartal 2010 rund 41,6 Milliarden Euro. Das Niveau des Vorquartales wurde damit um 5,2 Prozent übertroffen. Der Anstieg resultierte vor allem aus dem Geschäft mit ausländischen Kunden, das um 6,3 Prozent auf 25,0 Milliarden Euro zulegte.

Beschäftigung: Seit Jahresbeginn 2010 ist die Beschäftigung in der Branche stabil. Im Jahr 2009 war die Zahl der Beschäftigten um 2,9 Prozent auf 416.250 Mitarbeiter zurückgegangen.

 

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