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VCI: Chemische Industrie investiert 4,6 Mrd. Euro in Rheinsanierung

01.11.2006

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Rund 4,6 Mrd. Euro haben deutsche Chemieunternehmen in den letzten 20 Jahren in den (additiven) Gewässerschutz investiert. Darunter fallen zum Beispiel der Bau von Kläranlagen, die Umstellung von Produktionsverfahren oder das Vorantreiben der Technik, um Wasser mehrfach zu nutzen. Die laufenden Kosten für die Gewässerschutzeinrichtungen summierten sich im selben Zeitraum auf über 24 Mrd. Euro. Auf diese Bilanz weist der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt hin.


Fast ein Viertel der Investitionen entfiel dabei auf ein Sicherheitsprogramm, das die Industrie ab 1987 als Konsequenz aus einem schweren Brandunglück in der Schweiz in Angriff nahm. In Reaktion auf den damaligen Lagerbrand und seine Folgen verabschiedete der VCI Anfang Dezember 1986 einen Maßnahmenkatalog für seine Mitgliedsfirmen und erstellte bis Januar 1987 eine Checkliste für die Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen in den Unternehmen. Der Maßnahmenkatalog berücksichtigte auch die Erfahrungen aus weiteren Betriebsstörungen in Chemiefirmen am Rhein, die sich kurz nach dem Lagerbrand ereigneten.


Wie erfolgreich die deutschen Chemieunternehmen am Rhein und seinen Nebenflüssen im Gewässerschutz agiert haben, zeigt ein Blick auf die aktuelle Bilanz eines Abkommens des VCI mit der Rotterdamer Hafenbehörde. Demnach hat sich die Schwermetallfracht der Einleitungen der Chemie in den Rhein von 1986 bis 2005 in einer Bandbreite von 70 bis maximal 93 % vermindert. Die Belastung mit halogen-organischen Verbindungen (AOX-Wert) ist im gleichen Zeitraum um 90 % zurückgegangen. Weitere Fortschritte sind aufgrund des starken Rückgangs in den letzten beiden Jahrzehnten heute nur noch in sehr kleinen Schritten möglich.


Rotterdam äußert sich anerkennend zur Leistung der Mitgliedsunternehmen des VCI: „Da ihr Anteil inzwischen auf einem sehr niedrigen Niveau liegt, wäre es nicht angemessen, von der deutschen Chemie noch stärkere Einleitungsreduzierungen zu verlangen“, bestätigt Peter Struijs, Sprecher des Rotterdamer Hafenbetriebs.

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