Markt

VCI: Industriestandort erhalten und ausbauen

02.03.2009

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Zu Jahresbeginn 2009 ist die Lage der chemischen Industrie in Deutschland weiterhin schwierig. Das geht aus einer Blitzumfrage des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) unter Mitgliedsunternehmen hervor.

Die Lagerbestände der Unternehmen haben sich zwar zum Teil verringert. Dennoch hat sich die Kapazitätsauslastung im Januar nicht verbessert. Die Produktion lag im Januar weiterhin auf niedrigem Niveau. Im November und Dezember des vergangenen Jahres mussten die Chemieunternehmen die Produktion deutlich drosseln.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftskrise erklärte Dr. Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbands, es zu einer gemeinsamen Aufgabe von Politik und Wirtschaft, den Industriestandort nicht nur zu erhalten, sondern weiter ausbauen. Die deutschen Industrieunternehmen erwirtschaften eine Wertschöpfung von rund 500 Mrd. Euro pro Jahr und beschäftigen direkt 6 Mio. Menschen. Das Fundament für diese starke Industrie bildet die Chemie. Sie beliefert mit ihren Produkten nahezu alle weiterverarbeitenden Industriezweige.

Vor Journalisten im Frankfurter PresseClub wies Tillmann darauf hin, dass die Industrie mit realen Werten den Kern des Wohlstands der Exportnation Deutschland erarbeitet. Rund 87 Prozent der Ausfuhren sind Güter, nur 13 Prozent entfallen auf Dienstleistungen. Im weltweiten Vergleich der wichtigsten Industrieländer nimmt Deutschland damit eine Spitzenposition ein. Dies wird auch am Beitrag der deutschen Industrie zum Bruttoinlandsprodukt deutlich: Mit rund 24 Prozent ist der Anteil so hoch wie in kaum einem anderen Industrieland. Und er steigt an: Während in nahezu allen Ländern der EU, in Japan oder den USA der Leistungsanteil der Industrie am jeweiligen Bruttoinlandsprodukt in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken ist, hat sich ihr Beitrag in Deutschland um 1,5 Prozent erhöht.

Wenn Deutschland auch in Zukunft eine der führenden Wirtschaftsnationen bleiben wolle, so Tillmann, müsse die Politik der volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung der Industrie wieder mehr Beachtung schenken und verstärkt daran arbeiten, die Standortbedingungen für Investitionen und Innovationen wettbewerbsfähig zu gestalten. Dazu gehört aus Sicht der chemischen Industrie zum Beispiel ein strategisches Konzept für eine sichere Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen sowie eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung. Tillmann richtete in diesem Zusammenhang den Appell an die Politik, auch künftig strikt am Ordnungsrahmen einer sozialen Marktwirtschaft festzuhalten. Protektionistischen Tendenzen sollte die Bundesregierung eine klare Absage erteilen.

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