„Es wird nur langsam aufwärts gehen“

VCI-Jahrespressekonferenz 2013

30.01.2014 2013 war kein einfaches Jahr für die deutsche chemische Industrie: Die Produktion stieg zwar um 1,5 %, der Umsatz legte aber wegen sinkender Preise kaum zu. Gleichzeitig stagnierte das Geschäft mit dem Ausland, da Wachstumsimpulse aus den USA, Brasilien, Indien oder China ausblieben. Im Inland konnte die Branche mehr Produkte als im Vorjahr absetzen. Und auch was die Zukunft angeht, herrscht leichter Optimismus: Die Mitgliedsunternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit einer Belebung des Geschäftes.

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Der Ball liegt auf Seite der GroKo
Für einen Aufschwung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie seien die Signale allerdings noch zu unterschiedlich. „Im kommenden Jahr wird es für unsere Chemie aufwärts gehen, aber nur langsam“, schränkte Dr. Karl-Ludwig Kley, Präsident des VCI, ein. Im Hinblick auf die Abwanderung von Investitionen bemängelte Kley noch einmal die geringe Planungssicherheit für Großprojekte. An der aktuellen Situation werde sich so lange nichts ändern, bis die Regierung einen Strompreis-Stopp gesetzlich verankere. Darüber hinaus hätten aber auch Planungsfeststellungs- und Genehmigungsverfahren in den vergangenen Jahren zu Ungunsten der Industrie an Gewicht gewonnen. Gleichzeitig warnte er noch einmal vor einem Alleingang in der Energiewende, nur eine europäische Lösung könne die Wettbewerbsfähigkeit sichern. Auch sei ein Mentalitätswandel hin zu einem forschungsfreundlichen Deutschland nötig. Dessen ungeachtet, startet die Branche mit „vorsichtigem Optimismus“ ins neue Jahr: Für 2014 rechnet der VCI mit einem Zuwachs der Produktion von 2 %. Bei leicht sinkenden Erzeugerpreisen (-0,5 %) steigt der Branchenumsatz um 1,5 % auf 191 Mrd. Euro. Dabei setzt der Verband auf eine steigende Nachfrage im Inland. „Wir gehen davon aus, dass die Binnenkonjunktur etwas mehr Fahrt aufnimmt“, kommentiert Kley.

2013: ein Rückblick in Zahlen
Bei der Beschäftigung ging es im vergangenen Jahr leicht aufwärts. Wenn auch ein Plus von 0,5 % auf jetzt 436.500 Mitarbeiter eher einem Quantensprung in seiner eigentlichen Bedeutung entspricht, ist auch ein leichter Anstieg unter Berücksichtigung der Märkte ein positives Zeichen. Ebenfalls um 0,5 % stieg der Umsatz der Branche, auf jetzt 188 Mrd. Euro. Erfreulicher sind die Zahlen, wenn sich der Blick auf  die BRD beschränkt: Hier stieg der Umsatz um einen Prozentpunkt auf 75 Mrd. Euro. „Das ist nicht viel, aber in der Tendenz erfreulich“, bewertet Kley die Zunahme. Das Geschäft mit dem Ausland stagnierte bei 113 Mrd. Euro. Als Ursache nennt der VCI hier die rückläufigen Preise (-1 %). Bemerkbarer gestiegen sind die Inlandsinvestitionen: Nach zwei Jahren nahezu Stillstand, betrugen die Investitionen innerhalb der deutschen Grenzen im vergangenen Jahr 6,4 Mrd. Euro – ein Plus von immerhin 2 %. Der größte Teil hiervon floss allerdings nicht in Neuanlagen, sondern Kapazitätserweiterungen. Im Außenhandel war die Exportnation wie immer stark aufgestellt: Das Auslandsgeschäft, das auch Re-Exporte und Exporte von Chemikalien aus anderen Wirtschaftszweigen enthält, schloss das Jahr mit einem Plus von 2 % auf 165 Mrd. Euro ab. Stagnation gab es hingegen bei der Einfuhr chemischer Erzeugnisse; hier summiert sich das Handelsvolumen weiterhin auf 111 Mrd. Euro.[pb]

Zur offiziellen Pressemeldung des VCI mit weiteren Zahlen und Fakten gelangen Sie hier.

Einen Link zum CT-Beitrag zur Investitions-Abwanderung der chemischen Industrie finden Sie hier.

Heftausgabe: Februar 2014

Über den Autor

Philip Bittermann, Redaktion
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