VCI kritisiert Klimaschutzabkommen als „wenig substanziell“

14.12.2015 Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) bezeichnet das am vergangenen Samstag in Paris beschlossene Kimaschutzabkommen als diplomatischen Erfolg vor allem für Frankreich. Dass so viele Staaten wie noch nie ihre Unterschrift unter ein Abkommen gesetzt haben, ist für VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann ein Zeichen, dass weltweit das Bewusstsein für Klimaschutz gewachsen ist. Die konkreten Vereinbarungen seien aber wenig substanziell und führten nicht zu einer Minderung des globalen Treibhausgasausstoßes.

Anzeige
Bild für Post 55779

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann warnt vor europäischen Alleingängen zu Lasten der Wettbewerbsfähigkeit (Bild: VCI)

Tillmann erklärt: „Für den globalen Klimaschutz und die Wettbewerbsfähigkeit Europas bleibt auch nach Paris noch sehr viel zu tun. Auch mit dem Abkommen fährt die Welt beim Klimaschutz mit zwei Geschwindigkeiten: Die EU hat durch strenge Regeln erhebliche Vorleistungen erbracht und weiter die höchsten Ziele. Der Rest der Welt will auch Klimaschutz und macht nur das, was wirtschaftlich vertretbar ist. Beim Mindern von CO2 müssen die Länder außerhalb Europas aufholen. Das Abkommen bietet keine Grundlage für Deutschland und die EU, die Ziele und Maßnahmen zum Klimaschutz noch weiter zu verschärfen.“

Tillmann erläutert, die EU habe bereits ein sehr viel ambitionierteres Klimaziel als alle anderen Industrieregionen. Sie verfolge Klimaschutz unabhängig von den Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. In anderen Ländern hat auch nach Paris wirtschaftliches Wachstum Priorität: Viele Industrieländer mindern viel weniger als die EU, Schwellenländer wie China und Indien werden den Ausstoß von Treibhausgasen sogar noch deutlich steigern. Tillmann weiter: „Die Lehre aus Paris lautet: Isolierte Maßnahmen wie in Europa bringen global betrachtet wenig. Leider hat die europäische Industrie trotz des Abkommens weiter erhebliche Nachteile im internationalen Wettbewerb. Der Trend zu einer Verlagerung von Produktion und Investitionen ist erkennbar. Den sollte die EU aufhalten, indem sie bei der Reform des Emissionshandels einen wirksamen Schutz vor Carbon Leakage einbaut.“

 

Loader-Icon