VCI: Verstärkte Abwanderung der Deutschen Chemie

26.11.2013 Nach einer Datenerhebung des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Frankfurt, sind Im Jahr 2012 die Investitionen der Chemie in Sachanlagen im Ausland um rund 25 % auf 7,7 Mrd. Euro gestiegen, im Inland dagegen stagnierten sie bei 6,3 Mrd. Euro. Deutschland verliert als Standort für die chemische Industrie an Attraktivität, bemängelt der Verband.

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VCI: Verstärkte Abwanderung der Deutschen Chemie

Nach einer Datenerhebung des Chemieverbandes VCI sind Im Jahr 2012 die Investitionen der Chemie in Sachanlagen im Ausland um rund 25 % auf 7,7 Mrd. Euro gestiegen, im Inland dagegen stagnierten sie bei 6,3 Mrd. Euro (Bild. VCI)

Während in Europa die Chemienachfrage stagniert und die Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre verhalten ausfallen, steigt die Chemienachfrage besonders in den Schwellenländern stark an. Dies lenkt Investitionen der deutschen Chemieunternehmen nach Asien und Lateinamerika. Sie stiegen 2012 um 27 % auf 2,6 Mrd. Euro. Erstmals seit 2001 übertreffen in der deutschen Chemie damit die Investitionen im Ausland die inländischen Investitionen.

Eine Renaissance als Investitionsziel in der globalen Strategie der Unternehmen erleben die USA: In den vergangenen 3 Jahren hat die deutsche Chemie rund 6,5 Mrd. Euro in Nordamerika in neue Produktionsanlagen oder ihre Erweiterung investiert. Allein 2012 stiegen die Investitionen der Branche in Nordamerika um 54 % auf rund 3,2 Mrd. Euro. Wie attraktiv die USA für die deutsche Chemie wieder sind, zeigt sich auch daran, dass inzwischen über 41 % ihrer Auslandsinvestitionen dorthin gehen. 2005 waren es nur knapp 28 %. Der Hauptgrund für diese Entwicklung: Seit Beginn des Booms der Förderung von Schiefergas 2009 sinken die Energie- und Rohstoffkosten in den USA, während sie in Deutschland vor allem wegen der Energiewende kräftig gestiegen sind. Derzeit ist Strom hierzulande rund 2,5 mal so teuer wie in den USA, Gas sogar dreimal so teuer.

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann sagte zu diesen Zahlen: „Unsere Unternehmen sind wegen der Kostensteigerungen für Energie am Standort Deutschland erheblich unter Druck. Im Ausland – besonders den USA – finden sie offensichtlich bessere Produktionsbedingungen vor, mit denen sie ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern können. Damit aus dieser Entwicklung kein Trend wird, muss die Politik die Energiewende bezahlbar machen.“

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Weitere statistische Angaben und Grafiken zu dieser Presseinformation (PDF, 3 Seiten) sowie die Rohdaten der Grafiken (als Excel-Dateien) finden Sie auf der Internetseite des VCI oder direkt hier.

(dw)

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