VCI warnt vor negativen Folgen der Energiewende

19.07.2011 Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) warnt vor den Konsequenzen der sogenannten Energiewende. Die Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Branche dürfe unter dem Umbau der Stromversorgung keinen Schaden nehmen.

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VCI warnt vor negativen Folgen der Energiewende

Die Energieintensität nach Branchen (Grafik: VCI)

So fordert VCI-Präsident Dr. Klaus Engel das Einsetzen eines parlamentarischen Beauftragten, der den Erfolg der Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende regelmäßig prüfen soll. Engel erklärt: „Wir brauchen dringend einen unabhängigen Kopf, der faktenorientiert Politik, Gesellschaft und die Wirtschaft über den Verlauf des Umbaus informiert.“ Zuvor müsse man jedoch Kriterien definieren, um zu klären, inwiefern die drei Ziele Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit erreicht werden.

Generell sieht der VCI im Wandel des Energiemarktes wirtschaftliche und technologische Chancen, jedoch gäbe es auch Risiken. So birgt das Vorhaben, bis zum Jahr 2022 alle deutschen Atommeiler vom Netz zu nehmen, die Gefahr von steigenden Energiepreisen, unzureichenden Stabilität der Stromnetze sowie mangelnde Versorgung mit Grundlaststrom. Engel fügt hinzu: „Es muss ein Weg gefunden werden, dass Strom für die energieintensive Industrie auch in Zukunft verfügbar und bezahlbar bleibt, wenn sich der Energiemix sukzessive ändert.“

Die deutsche Chemieindustrie hat von allen verarbeitenden Gewerben den größten Strombedarf. So fallen 8 Prozent des gesamten Verbrauchs auf die Branche. Wird der Strompreis pro Kilowattstunde um 1 Cent erhöht, so bedeutet dies jährliche Mehrkosten von 500 Mio. Euro für die Unternehmen.

 

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