Markt

VDMA: Auftragseingang im Großanlagenbau steigt dank Windparks und Schiefergas wieder

24.03.2014 Für den deutschen Großanlagenbau geht es aufwärts: Im vergangenen Jahr konnten die Mitgliedsfirmen der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau ein Auftragsplus von drei Prozent verzeichnen - insgesamt stiegen die Bestellungen auf einen Wert von 21,2 Mrd. Euro. Besonders Aufträge für Windparks trugen zu der Belebung bei.

Anzeige

Eine besonders starke Belebung des Anlagenbau-Geschäfts war in den Industrieländern zu verzeichnen, allen voran den USA. So führten durch den Schiefergasboom in den USA ausgelöste Projekte in der chemischen Industrie und im Energiesektor zu einem neuen Auftragsrekord im Nordamerika-Geschäft. Aus Westeuropa meldeten die Unternehmen erstmals seit 2008 wieder steigende Bestellungen. „Auch aus den Euro-Krisenländern wurden wieder Großaufträge gemeldet“,  erklärte Helmut Knauthe, Sprecher der AGAB und CTO bei Thyssen Krupp Industrial Solutions. 

Zwischen 2012 und 2013 waren die Bestellungen allerdings um 18 Prozent gesunken. „Der Druck zur Internationalisierung steigt weiter, die Kunden verlangen zunehmend die Übernahme der Gesamtverantwortung“, so Knauthe.

Der Großanlagenbau verzeichnete im vergangenen Jahr aus dem Inland Aufträge in Höhe von 4,5 Mrd. Euro – ein Plus von 15 Prozent. Die Bestellungen aus dem Ausland wuchsen dagegen um 1 Prozent auf 16,7 Mrd. Euro. Neben den USA mit einem Anteil von 12 Prozent waren die Länder China (11 Prozent), Indien (8 Prozent), Saudi-Arabien und Russland (je 6 Prozent) die wichtigsten Abnehmer. 

Während der Kraftwerksbau mit Aufträgen in Höhe von knapp 9 Mrd. Euro gegenüber dem schlechten Vorjahr leicht zulegen konnte, stagnierte das im vergangenen Jahr eingebrochene Hütten- und Walwerksgeschäft bei 2,7 Mrd. Euro. Der Chemieanlagenbau konnte seinen Auftragseingang dagegen wieder deutlich steigern – Bestellungen in Höhe von 3,5 Mrd. Euro waren hier zu verzeichnen.

Für  2014 rechnet die Branche mit einem stagnierenden Auftragseingang, erst in den Jahren 2015 bzw. 2016 soll sich das Geschäft wieder beleben. Einige Unternehmen haben deshalb im vergangenen Jahr Stellen abgebaut oder in Gesellschaften ins Ausland verlagert – die Zahl der  Beschäftigten in Deutschland sank um zwei Prozent. Insgesamt beschäftigte die Branche in Deutschland im Jahr 2013 58.000 Mitarbeiter, im Ausland allerdings zusätzlich 150.000 Personen.

Starken Druck spüren die Großanlagenbauer derzeit vor allem aus China, während koreanische Wettbewerber in den vergangenen Jahren mit aggressiven Preisen zum Teil offenbar Lehrgeld bezahlt hatten. „Der Druck aus China kommt vor allem auch über die Finanzierung“, ergänzt Dieter Rosenthal vom Walzwerkshersteller SMS Siemag. Die Stahlbranche kämpft derzeit mit Überkapazitäten und einem im wichtigsten Absatzmarkt China gesunkenen Stahlverbrauch.

Für den Chemieanlagenbau sieht die Situation deutlich freundlicher aus. Dieser profitierte im vergangenen Jahr vor allem von Aufträgen in Folge des Schiefergas-Booms in den USA. „Das Auftragsvolumen hat sich 2013 auf eine Milliarde Euro vervierfacht“, berichtet Knauthe. Wermutstropfen ist das gesunkene Bestellvolumen aus dem Inland: „Erstmals seit 2001 übertrafen die ausländischen Direktinvestitionen der Chemie wieder die inländischen“, erläutert Knauthe.

Die Trends und Herausforderungen im Anlagenbau sind auch Thema des 3. Engineering Summit, der vom 1. bis 2. Juli 2014 in Mannheim stattfinden wird. Infos unter http://www.engineering-summit.de/

(AS)

Einen CT-Trendbericht zu den aktuellen Entwicklungen im Anlagenbau finden Sie hier.

Einen CT-Trendbericht zum Thema Schiefergas finden Sie hier.

Loader-Icon