Auftragslage im Maschinenbau

VDMA: Exportgeschäft kommt ins Rollen

22.08.2017 Die gute Auftragslage in vielen Ländern hat das Exportgeschäft des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland im ersten Halbjahr 2017 kräftig angetrieben: In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres legten die Ausfuhren nach vorläufigen Zahlen nominal um 5,9 % gegenüber dem Vorjahr zu.

Anzeige
Graph rot_© jeff Metzger _Fotolia_1263411_Subscription_XXL

Der deutsche Anlagen- und Maschinenbau hat ein gutes 1. Halbjahr hingelegt: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Exporte um fast 6 %. (Bild: jeff Metzger – Fotolia)

Im vergangenen Jahr war die Halbjahresbilanz noch leicht rückläufig gewesen. „In vielen Ländern dieser Erde werden Industrien modernisiert oder aufgebaut, es gibt großen Bedarf an modernster Technik. Davon profitieren unsere Maschinenbaubetriebe, auch wenn weiterhin politische Unsicherheiten manche Investition verzögern“, erläutert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

China als Impulsgeber

Der größte Impuls im ersten Halbjahr kam aus China mit einem Exportplus von 22,6 %. „Das ist nicht überraschend, aber mehr als wir erwartet hatten“, kommentiert Wiechers. Die expansive chinesische Politik stimulierte auch andere asiatische Staaten, was sich wiederum in deutschen Exporterfolgen niederschlug. So verzeichneten die Maschinenausfuhren nach Südkorea ein Plus von 15,8 %. „Wir gehen jedoch davon aus, dass China dieses Tempo nicht halten wird und wir uns auf eine weniger dynamische Geschäftsentwicklung einstellen müssen“, mahnt Wiechers. Die Exporte in die USA wuchsen um 7,3 %; das benachbarte Mexiko nahm sogar 25,5 % mehr Maschinen auf.

Auch die Geschäfte mit Russland sind im ersten Halbjahr wieder deutlich ins Rollen gekommen, die Ausfuhren dorthin legten um 20,6 % zu. „Das Exportplus ist vor allem der Stabilisierung des Rubels und einem Nachholeffekt geschuldet. Russische Unternehmen haben Geld und politische Unterstützung, um Investitionsgüter im Ausland einzukaufen und längst fällige Investitionen nachzuholen“, erläutert Wiechers.

Mittlere Wachstumsraten gab es in Indien (7,5 %), Nordafrika (6,8 %) und Südostasien (4,4 %). Europa, der größte Absatzmarkt für die deutschen Maschinenbauer, blieb hinter der globalen Dynamik etwas zurück: in den Euro-Staaten wurde ein Exportzuwachs von 2,7 % verbucht, in die gesamte EU legten die Ausfuhren um 2 % zu. „In Europa konnten wir im ersten Halbjahr 2016 – anders als in anderen Absatzmärkten – schon Zuwächse verzeichnen. Wir haben also einen Basiseffekt. Zudem stehen hier noch statistische Revisionen aus“, relativiert der VDMA-Chefökonom die Ergebnisse. Negativ entwickelten sich im ersten Halbjahr die Exporte in die OPEC-Staaten mit -9 %.

Loader-Icon