VDMA-Exportrangliste: China verliert Spitzenplatz an die USA

23.11.2015 Deutschland exportierte in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres Maschinen im Wert von insgesamt 116 Mrd. Euro. Das waren 2,6 % mehr als im Jahr zuvor (2014: 113 Mrd. Euro). Nach Angaben des VDMA fanden die Maschinenbauer in Deutschland die meisten Abnehmer für ihre Produkte in den USA. Dorthin gingen von Januar bis September Maschinen und Anlagen für 12,5 Mrd. Euro, was einem Anteil von 10,7 % an der gesamten Maschinenausfuhr entspricht. Nach China, zuvor sechs Jahre lang die wichtigste Handelsdestination, wurden Maschinen und Anlagen im Gesamtwert von 12 Mrd. Euro exportiert, der Anteil betrug 10,3 %.

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Mit einem Auftrags-Gesamtwert von 12,5 Mrd. Euro belegen die USA den Spitzplatz in der Exportrangliste des VDMA (Bild: Sergey Yarochkin – Fotolia)

Während der Export in die USA um 14,2 % zulegte, gingen die Ausfuhren nach China um 4,7 % gegenüber dem Vorjahr zurück. „Die Impulse kamen dieses Jahr eindeutig von der andren Seite des großen Teiches“, kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers – auch im Hinblick darauf, dass nicht nur der Export in die USA, sondern auch in das benachbarte Mexiko stark expandierte, nämlich um 46,6 %. Die Ausfuhren nach Frankreich wiederum, seit Jahren der drittstärkste Auslandsmarkt für deutsche Maschinenbauprodukte, sanken um 3,1 %, während der Export in andere Nachbarländer teilweise hohe Zuwachsraten erzielte. Für Italien (Nummer 5 im Ranking) stand ein Plus von 12,2 % zu Buche, für Polen war es sogar ein Zuwachs von 15,9 %. Polen hat damit Russland den Rang als wichtigster Maschinenbau-Markt im östlichen Europa abgelaufen. Die Exporte nach Russland sind in diesem Jahr bislang erneut um 26,7 % gefallen. Polen ist jetzt auf Rang 8 im Gesamt-Ranking der Exportmärkte des deutschen Maschinenbaus, Russland belegt Platz 10.

„Offenbar fielen die Auftriebskräfte auf den Exportmärkten des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus im dritten Quartal etwas schwächer aus als in dem zuvor“, erklärt Wiechers. „Ursächlich dürfte vor allem die im Sommer in vielen Absatzländern einsetzende generelle Stimmungseintrübung der Investoren gewesen sein. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Entwicklung fortsetzt oder das Ganze lediglich ein zeitlich überschaubares Intermezzo in einem sich zaghaft aufhellenden weltwirtschaftlichen Umfeld bleibt.“

 

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