Digitalisierung

VDMA fordert beschleunigten Breitbandausbau

15.08.2017 Der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen wirft der Politik vor, die Wettbewerbschancen des industriellen Mittelstands beim Ausbau von Industrie 4.0 leichtfertig aufs Spiel zu setzen. „Vor allem beim Breitbandausbau muss Deutschland einen Zahn zulegen“, fordert Rauen.

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Vor allem im ländlichen Raum herrscht Mangelware an schnellen Datenleitungen. (Bild: James Thew – Fotolia)

Die Einschätzung des VDMA, dass die Politik in puncto Digitalisierung nicht genug für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie tut, bestätigt auch eine aktuelle Umfrage des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI): Demnach ist fast jedes dritte große Familienunternehmen unzufrieden mit der digitalen Infrastruktur. Ebenfalls ein Drittel hat Bedenken wegen Fragen der IT-Sicherheit.

VDMA formuliert Kernforderungen

Der VDMA hat das Problem bereits in seinen Kernforderungen zur Bundestagswahl adressiert. Dort heißt es:

  • Deutschland braucht das beste Breitbandnetz der Welt, nach dem Motto „Giga- statt Megabit“. Zu einem industriefähigen Netz gehören Down- und Uploadgeschwindigkeiten im Gbit-Bereich, eine geringe Latenz sowie eine mobile Verfügbarkeit (5G), auch im ländlichen Raum.
  • Der Schutz von Daten und Know-how entlang der Wertschöpfungskette ist zu gewährleisten („Security“). Außerdem müssen die Parteien die vertragliche Handlungsfreiheit haben, verlässliche Regelungen z.B. zur Nutzung von Daten treffen zu können.

Die Maschinen‐ und Anlagenbauer benötigen eine digitale Infrastruktur, um sich weiterhin erfolgreich im Weltmarkt behaupten zu können.

In einem Positionspapier zum Breitbandausbau hatte der VDMA im Frühjahr dieses Jahres bereits gewarnt: „Die Maschinen‐ und Anlagenbauer benötigen eine digitale Infrastruktur, um sich weiterhin erfolgreich im Weltmarkt behaupten zu können… Gerade im ländlichen Raum, wo der industrielle Mittelstand stark verwurzelt ist, stechen nach wie vor zahlreiche weiße Flecken ins Auge. Um einer Isolierung einzelner (kleinerer) Kommunen vorzubeugen, müssen Fördergebiete so zugeschnitten werden, dass eine wirtschaftlich effiziente Infrastruktur entsteht.“

Schlechte Noten stellt der Bundesregierung auch eine Studie des Deutschen Industrie- und Handelskammertags aus: Für den Breitbandausbau erhielt die Regierung hierbei nur die Note 3,7. „Keine Bewertung hat sich damit so stark verschlechtert wie diese“, kommentierte DIHK-Präsident Martin Wansleben das Ergebnis in einem Schreiben an die Mitglieder des Bündnisses „Zukunft der Industrie“, dem neben den Gewerkschaften, dem Bundeswirtschaftsministerium auch Wirtschaftsverbände wie der VDMA angehören.

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