Maschinenbau

VDMA fordert Ende chinesischer Abschottung

31.05.2017 In Zeiten von wachsendem Protektionismus hat das Exportland China die Chance, durch Abbau von Handelshemmnissen ein deutliches Zeichen für Freihandel zu setzen. Allerdings erfordert das zwingend einen besseren Zugang zum chinesischen Markt für europäische Investoren, mahnt der VDMA.

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Globalisierung darf keine Einbahnstraße sein, findet der VDMA. Und fordert ein Ende der chinesischen Abschottungsstrategie. (Bild: Orlando Florin Rosu – Fotolia)

Zum Besuch des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang am 1. und 2. Juni in Brüssel fordert der VDMA den baldigen Abschluss des Investitionsabkommens zwischen der EU und China. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit erfordere Chancengleichheit für beide Seiten. Der VDMA spricht sich grundsätzlich gegen die Abschottung Europas vor chinesischen Investoren aus. Ausländische Investitionen seien gut für den Standort Europa, das gelte auch für Investitionen aus China. China sei aufgrund seiner politisch beeinflussten Wirtschafts- und Investitionspolitik kein Investor wie jeder andere. Wenn das Land ein glaubhafter Partner für Freihandel in der WTO sein wolle, müssten marktverzerrende Maßnahmen rasch beendet werden.

Schon jetzt pflegen deutsche Maschinenbauer enge Handelsbeziehungen nach China. Im vergangenen Jahr war China der zweitgrößte Auslandsmarkt für den Maschinenbau mit einem Exportvolumen von 14,6 Mrd. Euro, hinter den USA (16,3 Mrd. Euro). Umgekehrt stand China 2016 auch bei den deutschen Maschinenimporten auf Rang zwei mit einem Importvolumen von 5,6 Mrd. Euro hinter Spitzenreiter Italien (5,8 Mrd. Euro). Darüber hinaus ist China für die deutsche Maschinenbauindustrie auch der zweitwichtigste Investitionsstandort weltweit, im Jahr 2015 betrug der Bestand der Direktinvestitionen in China bereits 5,7 Mrd. Euro.

„China muss den Worten über freien Handel und eine engere Partnerschaft mit Europa nun auch Taten folgen lassen“, erklärt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA. „Derzeit profitieren chinesische Investoren vom offenen Zugang in Europa, ohne dass europäischen Unternehmen in China die gleichen Chancen eingeräumt werden. Das geplante Investitionsabkommen zwischen der EU und China ist daher längst überfällig. Andernfalls sollten sich die europäischen Staaten vorbehalten, Investitionen aus dem Ausland grundsätzlich kritischer zu prüfen. Fairer Wettbewerb bedeutet auch gleiche Bedingungen für chinesische und europäische Investoren. Konkret fordern europäische Unternehmen breitere Marktzugangsrechte und die Aufhebung der Negativliste von Sektoren, in denen der Zugang für Investitionen aus dem Ausland in China beschränkt sind.“

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