Maschinenbau

VDMA: Iran-Wahlen entscheiden über künftigen Geschäfte

17.05.2017 Bei den Präsidentenwahlen im Iran am 19. Mai entscheiden die Wähler dort auch darüber, ob der Kurs einer Öffnung des Landes fortgesetzt werden soll. Die Maschinenbauer in Deutschland jedenfalls hoffen auf einen liberalen Gewinner.

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Die deutschen Maschinenbauer dürfen zwar nicht im Iran wählen – haben aber bestimmt einen Wunschkandidaten. (Bild: salavan – Fotolia)

Die deutschen Maschinenbauer würden im positiven Fall den Prozess der Öffnung des Irans weiterhin als verlässliche Geschäftspartner begleiten, auch wenn sich längst nicht alle Hoffnungen seit Inkrafttreten des Nuklearabkommens erfüllt hätten. Noch immer gäbe es viele praktische Hürden, welche den Aufschwung abbremsen. Die deutschen Maschinenexporte in den Iran sind im vergangenen Jahr dennoch um 37 % auf 759 Mio. Euro gestiegen. „Das ist unter diesen Umständen ein respektables Ergebnis“, erklärt Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Außenwirtschaft.

Auch die Iran Oil Show Anfang Mai in Teheran brachte ermutigende Signale. „Weniger Kontakte, aber deutlich mehr Substanz“, lautete die Bilanz vieler deutscher Aussteller. Als Haupthindernisse wurden unverändert fehlende Finanzierungen genannt, sowie teilweise gravierende Schwierigkeiten bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Noch immer sind viel zu wenige internationale Banken im Irangeschäft aktiv.

Sollte die Präsidentenwahl den wirtschaftlichen Öffnungskurs des Irans bestätigen, kommt die Politik laut VDMA in Zugzwang. Dann muss die EU in wirtschaftlicher Hinsicht liefern, mit Gütern, Technologien und auch der einen oder anderen Investition. „Dies würde zudem den auf Konfrontationskurs liegenden Hardlinern beider Seiten den politischen Teppich unter den Füßen wegziehen“, betont Ackermann.

Manche Hemmnisse könne die Wirtschaft selbst bekämpfen, beispielsweise die oft überzogene Compliance-Praxis im Zahlungsverkehr oder die Flut unnötiger Absicherungsanträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Dies gehe jedoch nicht ohne Politik und Behörden, hier lauten die Aufgaben: in Deutschland politisches Vertrauen schaffen, Eigenverantwortung der Unternehmen respektieren und fördern. Auch die schlechte Visa-Situation an der völlig überlasteten deutschen Botschaft in Teheran müsse endlich spürbar verbessert werden. Dies sei seit Jahren ein ernstes Hindernis sowohl für die wirtschaftlichen als auch zivilgesellschaftlichen Beziehungen zwischen dem Iran und Deutschland, resümiert Ackermann.

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