Arbeitsmarkt & Digitalisierung

VDMA: Keine Panik in der Mechanik

14.06.2017 Die fortschreitende Digitalisierung der Produktion führt im deutschen Maschinen- und Anlagenbau nicht zu weniger Jobs für Facharbeiter. VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann warnt deshalb angesichts des jüngsten OECD-Berichts vor Panikmache.

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„Wir stellen sogar den gegenteiligen Trend fest: Gerade in Berufen mit sogenannter mittlerer Qualifikation übertrifft die Nachfrage in der Maschinenbauindustrie das Angebot bei weitem. Besonders groß ist die Diskrepanz sogar in Bereichen, die eng mit der zunehmenden Digitalisierung der Industrie verbunden sind“, erklärt Brodtmann. Die OECD behauptet in einer am Dienstag vorgestellten Studie, dass es immer weniger Jobs für Menschen mit mittlerer Qualifikation und mittlerem Einkommen gibt. Danach sei der Anteil der Jobs für Arbeitskräfte mit mittlerer Qualifikation in den OECD-Staaten zwischen 1995 und 2015 um knapp acht Prozentpunkte zurückgegangen. Hauptursache sei die Digitalisierung.

Der VDMA weist auch darauf hin, dass die aktuelle Lage am deutschen Arbeitsmarkt ein ganz anderes Bild als der OECD-Bericht vermittelt. So bietet die Bundesagentur beispielsweise für Arbeit für Berufe in der elektrischen Betriebstechnik aktuell 9.172 offene Stellen an, denen aber nur 3.049 Arbeitssuchende mit einer entsprechenden Qualifikation gegenüberstehen. In der Automatisierungstechnik sind 1.662 offene Stellen, aber nur 615 Arbeitssuchende gemeldet. Auch der Bedarf an Mechatronikern ist ungebrochen. Für sie gibt es 5.387 offene Stellen, während nur 1.339 von ihnen derzeit arbeitslos sind. Brodtmann stellt deshalb fest: „Fachkräfte, die dank einer dualen Berufsausbildung eine technische Qualifikation nachweisen können, werden ebenso sehr wie Ingenieure gesucht.“ Daran werde die Digitalisierung nichts ändern, sondern insgesamt sogar zu mehr Geschäftschancen und damit zu mehr Beschäftigung führen.

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