VDMA: Maschinenbau beendet 2015 mit Nullwachstum

18.12.2015 Die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland schließen das Jahr 2015 laut VDMA zwar auf hohen Niveau, jedoch mit einem Nullwachstum. In den ersten zehn Monaten sank die reale Produktion von Maschinen und Anlagen um 0,5 %. Für 2015 rechnet der Verband mit einem nominalen Produktionsvolumen von 199 Mrd. Euro.

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VDMA: Maschinenbau beendet 2015 mit Nullwachstum

VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge sieht die Wachstumsnull weder rot noch schwarz (Bild: VDMA)

Auch für das kommende Jahr erwartet der VDMA kein reales Wachstum in der Maschinenbauindustrie. In nominaler Betrachtung könnte der Produktionswert aber 2016 die Marke von 200 Mrd. Euro erstmals leicht überschreiten. Angesichts vieler aktueller Krisenherde, die auch das Geschäft im Maschinenbau global beeinträchtigen, sowie der Investitionszurückhaltung im Inland wertet der Verband dies durchaus als Erfolg – aber nicht als beruhigendes Zeichen. „Mit großer Sorge sehen wir zu viel gefühlte Sicherheit und zu wenig Vorbereitung auf das Morgen in Deutschland. Unsere Null ist daher weder schwarz noch rot, unsere Null ist ein Weckruf: Liebe Regierung, unternehmt endlich etwas!“, erklärt VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge. Nötig wären beispielsweise ein Ausbau der digitalen Infrastruktur, ein flexiblerer Arbeitsmarkt, eine steuerliche Forschungsförderung und eine Handelspolitik für neue Märkte.

Quasi Stillstand auch am Arbeitsmarkt
Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist auch 2015 der größte industrielle Arbeitgeber des Landes geblieben. Seit Beginn des Jahres wurden hierzulande nochmals mehr als 10.000 Menschen zusätzlich eingestellt. Im September beschäftigte die Maschinenbauindustrie in Deutschland damit 1.019 Mio. Menschen – 0,3 % mehr als im Vorjahr. „In den Unternehmen wurden wissensintensive Dienstleistungsbereiche ausgebaut, und der demografische Wandel schafft Anreize, bewährte Mitarbeiter zu halten und qualifizierte Fachkräfte möglichst frühzeitig an sich zu binden“, erläutert Festge.

China, Iran und Russland im Fokus
Angesichts eines insgesamt schwachen Weltwirtschaftswachstums beobachten die Maschinen- und Anlagenbauer die Entwicklungen in drei Schlüsselländern mit besonderer Aufmerksamkeit. Zwar konnten die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland ihre Exporte in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres preisbereinigt noch um 0,8 % auf 116 Mrd. Euro steigern. Für China erwartet der VDMA in diesem Jahr jedoch einen Rückgang der Ausfuhren um 5 % auf gut 16 Mrd. Euro. Das Land biete gleichwohl weiterhin große Chancen für den hiesigen Maschinenbau, der die steigenden chinesischen Anforderungen an Produktivität, Qualität und Ressourceneffizienz mit seinen Produkten und Lösungen bedienen könne. Rund 750 Tochterunternehmen oder Kooperationen von VDMA-Mitgliedsfirmen sind derzeit in China aktiv.

Im Iran wollen die Maschinenbauer aus Deutschland ihre traditionell guten Geschäftsbeziehungen wieder aufleben lassen, sobald die Sanktionen nach dem „Implementation Day“ gelockert werden.

Das Geschäft mit Russland ist im abgelaufenen Jahr kräftig um 27 % auf knapp 3,6 Mrd. Euro gesunken, allerdings konnten die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer ihren Marktanteil halten und bleiben wichtigster Technologielieferant. Die Konkurrenz aus China dagegen hat Marktanteile verloren. „Wir akzeptieren selbstverständlich das Primat der Politik. Aber wir wünschen uns mehr Bemühungen seitens der Politik, die Sanktionen schrittweise wieder aufzuheben“, kommentiert der VDMA-Präsident.

Hier finden Sie die Originalmeldung mit weiteren Ausführungen, unter anderem zu  Industrie 4.0 und dem jüngst zu Ende gegangen Klimagipfel in Paris.

 

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