VDMA: Maschinenbau rechnet 2014 mit drei Prozent Wachstum

18.10.2013 „Wir rechnen 2014 mit einem Wachstum in der Größenordnung von real drei Prozent.“ Diese erfreuliche Produktionsprognose für die Maschinenbauindustrie teilte der scheidende VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner auf der Pressekonferenz des Verbandes zu dessen Mitgliederversammlung am Donnerstag in Stuttgart mit.

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Lindners Amtszeit endet turnusgemäß nach drei Jahren. „Kurz gesagt lassen sich diese drei Jahre charakterisieren als erfolgreiche Aufholjagd. Für den Zeitraum 2010 bis 2012 errechnet sich für die reale Maschinenproduktion in Deutschland ein stattliches Plus in Höhe von 24 Prozent. Das muss selbstverständlich vor dem Hintergrund des Einbruchs im Jahr 2009 in Höhe von rund 25 Prozent gesehen werden. Doch das Wachstum ist beachtlich. Dass unsere Industrie so schnell so viel aufholen konnte, hat – ehrlich gesagt – niemand erwartet“, erklärte Lindner. Die Volkswirte im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt rechnen für 2013 mit einem Produktionswert von 195 Mrd. Euro. 2010 lag der Produktionswert bei 164 Mrd., 2011 bei 189 Mrd. und 2012 ebenfalls bei 195 Mrd. Euro.

Maschinenbauer legen 2013 eine „Atempause“ ein
Die deutschen Maschinenbauer hätten den Aufholprozess gern im laufenden Jahr 2013 fortgesetzt und die verbleibende Lücke von knapp 7 % Produktionsniveau des in vielerlei Hinsicht legendären Jahres 2008 geschlossen. „Doch – leider – mussten wir eine Atempause einlegen. Die Folgen der Finanzkrise sind noch nicht überwunden. Die internationale Nachfrage nach Investitionsgütern schwächelt“, berichtete der VDMA-Präsident.

Von Januar bis August dieses Jahres verfehlte die reale Produktion von Maschinen und Anlagen in Deutschland ihr Vorjahresniveau um 3,3 %. Das Minus rührt vor allem aus dem schwachen ersten Quartal (-7 % gegenüber Vorjahr). Seitdem werden die Minusraten tendenziell kleiner. Das konjunkturelle Umfeld hellt sich zunehmend auf. „Unsere im Juli veröffentlichte Prognose von minus ein Prozent für das laufende Jahr können wir daher heute bekräftigen“, so Lindner. Gegenwärtig beobachten die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer eine sich verfestigende, zyklisch bedingte Erholung. „In unseren beiden größten Exportmärkten, China und den USA, hat sich die Konjunktur wieder gefestigt. Auch im krisengeschüttelten Europa scheint die rezessive Phase weitgehend abgeschlossen zu sein, so dass wir hier ebenfalls mit expansiven Impulsen rechnen“, teilte Lindner mit.

Konjunktur in Deutschland könnte wieder Fahrt aufnehmen
Dank der anziehenden Exporte nicht nur des Maschinenbaus, sondern der deutschen Wirtschaft insgesamt, sollte die Konjunktur dann auch in Deutschland wieder Fahrt aufnehmen. Die Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten im kommenden Jahr einen Zuwachs der Ausrüstungsinvestitionen in der Größenordnung von 4 bis 7 %. „Auf den ersten Blick scheint das ambitioniert. Wenn wir aber bedenken, dass die Investitionen in neue Maschinen, Anlagen und sonstige Ausrüstungen in Deutschland seit anderthalb Jahren unter Vorjahresniveau liegen, sind solche Zuwachsraten gar nicht so abwegig. Ich betrachte sie zumindest als Benchmark unserer eigenen Maschinenbauprognose“, sagte Lindner.

Neuer Beschäftigungsrekord erreicht
In der Stammbelegschaft zählte die deutsche Maschinenbauindustrie im Juli 2013 insgesamt 984.000 festangestellte Beschäftigte. Dies ist ein Plus von 11.000 Mitarbeitern im Vorjahresvergleich. Damit wurde ein neuer Höchststand erreicht. „Wir werten den hohen Beschäftigtenstand als Signal dafür, dass sich die Maschinenbauer trotz Flaute für eine wieder anziehende Konjunktur wappnen“, betonte Lindner. Der Tiefstand der Beschäftigung der letzten drei Jahre (2010 bis 2012) lag im Mai 2010 bei 901.000 Beschäftigten.

(dw)

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