VDMA: Maschinenbauer ziehen positive Bilanz für 2012

17.04.2013 Mit einem realen Produktionswachstum von 1,3 % für 2012 haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer einen Umsatzwert von 207 Mrd. Euro erwirtschaftet und damit das Rekordniveau des Jahres 2008 (208 Mrd. Euro) fast wieder erreicht. Mit 978.000 Beschäftigten im Dezember 2012 bleibt der Maschinenbau größter industrieller Arbeitgeber in Deutschland.

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VDMA: Maschinenbauer ziehen positive Bilanz für 2012

2012 haben die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer einen Umsatz von 207 Mrd. Euro erwirtschaftet und damit das Rekordniveau des Jahres 2008 fast wieder erreicht (Bild: VDMA)

„Trotz aller Unsicherheiten bestätigen wir unsere Wachstumsprognose für 2013 von plus zwei Prozent“, erklärte Hauptgeschäftsführer des Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Dr. Hannes Hesse, auf der Pressekonferenz des Verbandes in Hannover anlässlich der Hannover Messe 2013. „Beim Auftragseingang bewegen wir uns momentan eher in einer Seitwärtsbewegung. Das Ifo-Geschäftsklima sowie die bessere Stimmung in den Kundenländern weltweit deuten auf eine Belebung der Geschäftstätigkeit hin. Wir setzen auch wieder auf die Hannover Messe als positives, weiteres Konjunktursignal“, sagte Hesse.

Die Beschäftigung im Maschinen- und Anlagenbau nahm im Jahresverlauf 2012 um rund 30.000 Stellen zu. „Da kann man nur sagen: Von wegen ‚die Agenda 2010 hat nur zu prekären Nebenjobs geführt‘. Sie wirkt heute noch“, so Hesse. Die Kapazitätsauslastung lag im Jahresdurchschnitt bei 86,4 % (2011: 88,7 %).

Von der Importzunahme um nominal 4,1 % auf 56,2 Mrd. Euro profitierten 2012 die europäischen Partner leicht überproportional: „Die Maschineneinfuhren aus den Euro-Ländern stiegen um 7,7 %, ein eindrucksvolles Beispiel für den Zugpferd-Charakter des deutschen Maschinenbaus“, sagte der Hauptgeschäftsführer. Größtes Lieferland 2012 war Italien, gefolgt von der Schweiz. Möglicherweise historisch ist der Platztausch auf den Rängen 5 und 6 der Rangliste, wo China Japan verdrängte. China steht jetzt für 6,8 und Japan für 6,7 % Anteil an den deutschen Maschinenimporten.

„Trotz Rückgang des China-Geschäftes zeigt der Export wegen des starken US-Geschäftes ein nominales Plus von 5,1 %“, berichtete Hesse. Dies reichte, um mit einer absoluten Höhe von 149,4 Mrd. Euro den Vorkrisenstand aus 2008 von 144,8 Mrd. zu übertreffen und einen neuen Exportrekord aufzustellen. Insgesamt verloren die deutschen Maschinenexporteure auf dem chinesischen Markt 9,6 % ihres Ausfuhrvolumens. Im Vergleich dazu wuchs der Maschinenmarkt in den USA mit einem Plus von 14,8 %.

„Das Partnerland Russland war 2012 mit Lieferungen von rund acht Milliarden. Euro unser viertgrößter Absatzmarkt – nach China, den USA und Frankreich“, erklärte Hesse. Dies entspricht etwa fünf Prozent der gesamten deutschen Maschinenausfuhr. Die deutschen Anbieter spielen auf dem russischen Markt eine starke Rolle. „22 Prozent aller importierten Maschinen stammen aus Deutschland. Danach folgen in großem Abstand China mit 13 und Italien mit elf Prozent“, sagte Hesse.

„Wir haben im Jahr 2012 in Deutschland einen Industrieanteil von 22,3 Prozent der Bruttowertschöpfung. Ein Fakt um den Deutschland beneidet wird. Nur durch stabile und unternehmensfreundliche Rahmenbedingungen schaffen wir auf Dauer die Grundlagen für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung.“ Die politischen Wahlkampfforderungen für Steuererhöhungen beziehungsweise Abgaben „sind für diese Entwicklung Gift und damit auch Gift für die Entwicklung der Arbeitsplätze“, sagte Hesse. Denn gerade die mittelständisch geprägte Maschinenbau-Industrie stehe vor „gewaltigen finanzintensiven Herausforderungen“, erläuterte Hesse. Das Kernthema der Hannover Messe ‚Integrated Industry‘ oder ‚Industrie 4.0‘ zeige den hohen Investitionsbedarf in den nächsten Jahren. Deshalb sei „jeder Eingriff in die Substanz der Unternehmen ein Angriff auf die Stabilität und die Investitionsfähigkeit der Unternehmen, betonte Hesse.

(dw)

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