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VDMA: Russische Politik erschwert Investitionen

14.07.2016 Die Maschinenbauer in Deutschland haben laut VDMA ein ungebrochen hohes Interesse daran, in Russland zu investieren. Jedoch benötigen gerade Mittelständler dafür einen besseren Zugang zum dortigen Markt und mehr Unterstützung seitens der russischen Politik.

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Nach Einschätzung des VDMA macht es Russland Mittelständlern unnötig schwer, in dem Land zu investieren. (Bild: DragonImages – Fotolia)

Ungeachtet der Sanktionen muss Russland seine Investitionspolitik an die Bedürfnisse kleinerer und mittlerer Unternehmen anpassen, um wertvolles Know-how aus Europa zu erhalten und die eigene Industrie modernisieren zu können, betonte VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge während eines Treffens mit dem russischen Industrieminister Denis Manturov in Ekaterinburg. Dazu zählt nach Ansicht des Verbands:

  • einfache und transparente Ursprungsregeln für lokal produzierte Produkte,
  • eine zollfreie Einfuhr von Komponenten für die Produktion, die anschließend wieder in den Export geht (um eine doppelte Belastung durch Steuern und Zölle zu vermeiden),
  • eine Zollfreiheit für Produkte, die für die russische Produktion benötigt werden, dort aber nicht hergestellt werden.

„Alle brauchen offenen Märkte – auch Russland“, betonte Festge gegenüber Manturov auf der Messe Innoprom für innovative Industrien in Ekaterinburg. Der VDMA-Präsident nahm dort an Diskussionen zwischen Politik und Unternehmen teil, in deren Mittelpunkt zwei Themen standen: die Verbindung von Industrie und Internet sowie Investitionen in die russische Industrie.

Festge erläuterte, dass mittelständische Maschinenbauer ihre Investitionen auch davon abhängig machen, ob auf ihre spezifischen Bedürfnisse eingegangen wird. Auch kleinere Investitionen könnten einem Land wie Russland viel Know-how bringen, so Festge. Dies berücksichtige die russische Politik derzeit aber noch zu wenig. Der russische Industrieminister sicherte zu, mit dem VDMA in Kontakt zu bleiben, um konkrete Investitionshemmnisse zu diskutieren und die Vorschläge des Verbands zu prüfen.

 

In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind die Ausfuhren der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer nach Russland nochmals um 3,4 % im Vergleich zum Vorjahr auf 1,04 Mrd. Euro gesunken. Damit hat sich der Abschwung allerdings deutlich verlangsamt, 2015 gingen die Exporte nach Russland insgesamt um fast 27 % auf gut 4,7 Mrd. Euro zurück.

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