Wartung nur, wenn nötig

Vernetzte Druckluftversorgung und -steuerung

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07.12.2017 Bei der Wartung von Druckluftsystemen gibt es immer das Risiko, dass gemäß der tatsächlichen Betriebsstunden der Service zu früh oder zu spät durchgeführt wird. Da die Wartung in der Regel entweder auf Wunsch des Betreibers oder in festgelegten Zeitintervallen geschieht, findet sie nicht zwangsläufig zum optimalen Zeitpunkt statt. Dies verursacht zusätzliche Kosten für den Betreiber.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Vorausschauende Instandhaltung steigert die Effizienz und Verfügbarkeit einer Druckluft-Anlage. Intelligente Druckluftstationen stellen Betriebsdaten in Echtzeit zur Verfügung und lassen sich so vom Anbieter überwachen und zum optimalen Zeitpunkt warten.
  • Über vernetzte Druckluftstationen ist auch die genaue Abrechnung verbrauchter Druckluft möglich. In diesem Betriebsmodell zahlt der Anwender lediglich seinen Verbrauch, während die Station Eigentum des Anbieters bleibt.

Bild: Kaeser Kompressoren

Bild: Kaeser Kompressoren

Mit Sigma Smart Air bietet Kaeser Kompressoren eine Dienstleistung an, die sowohl vorausschauende Instandhaltung wie auch die Energieeffizienz und die Verfügbarkeit der Druckluftversorgung sichern und steigern soll. Grundlage ist ein Echtzeit-Datenmanagement mit Hilfe des ethernetbasierten Netzwerks des Anbieters sowie der maschinenübergreifenden Steuerung Sigma Air Manager. Diese „intelligente“ Druckluftstation zusammen mit Expertenwissen und vorrausschauendem Service ermöglicht maximale Druckluftversorgung zu gleichzeitig niedrigen Life-Cycle-Kosten.

Digitaler Zwilling unter Druckluft

Das System verbindet die physische Welt mit der virtuellen anhand eines Strukturmodells. So entsteht parallel zur realen Konstruktion jeder einzelnen Druckluftanlage nach den Bedürfnissen des Betreibers ein digitaler Zwilling. Durch die Echtzeitverfügbarkeit der Betriebsdaten ist es möglich, den Gesundheitszustand einer Druckluftanlage zu erkennen. Dadurch sind mögliche Störungen schon im Voraus zu erkennen, und entsprechende Maßnahmen zur Instandsetzung lassen sich automatisch einleiten. Dies reduziert letztendlich die Kosten der Drucklufterzeugung und steigert die Druckluftverfügbarkeit deutlich. Weiterhin können Wartungen bedarfsgenau zum idealen Zeitpunkt angesetzt werden. Dies spart unter

1: Punktgenauer Service bei niedrigen Kosten: Die intelligente Druckluftanlage ermöglicht hohe Energie­effizienz und sichere Versorgung. Bild: Kaeser Kompressoren

Punktgenauer Service bei niedrigen Kosten: Die intelligente Druckluftanlage ermöglicht hohe Energie­effizienz und sichere Versorgung. Bild: Kaeser Kompressoren

anderem Kosten für Beschaffung, Schulung, Logistik, Wartung und eigenes Personal. Außerdem ermöglicht die intelligente Druckluftversorgung hohe Kostentransparenz über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Hinzu kommt das Monitoring von Kennzahlen wie Servicekosten, Reservegrad und spezifischer Leistung. Außerdem ist ein Energie- und Life-Cycle-Management der Druckluftstation über den gesamten Lebenszyklus hinweg möglich. Die immer aktuellen Kennzahlen der Energiedaten aus einer Hand bieten auch die Basis für ein Energiemanagement nach ISO 50001.

Mieten statt kaufen

Wer die Anfangsinvestition in ein solches System scheut, dem steht über das Betreibermodell Sigma Air Utility dennoch gesicherte und intelligente Druckluftversorgung zur Verfügung. Dabei bezahlt der Nutzer nur noch für die tatsächlich verbrauchte Menge an Druckluft. Die Druckluftstation selbst bleibt Eigentum des Anbieters. Der Anbieter übernimmt Planung, Installation und Betrieb nach Anforderungen und Maßgabe des Kunden. So spart sich der Anwender die Investitionen in eine Druckluftstation, ist personell und finanziell von Wartung und Instandhaltung entlastet und wandelt feste in sofort steuerlich nutzbare variable Betriebskosten um, indem er nur die Druckluft zu einem vertraglich festgelegten Kubikmeterpreis bezieht. Die Druckluftstation steht mittels Air Manager 4.0 und Anbindung an das Service-Center permanent unter Beobachtung. So sind Effizienz und Verfügbarkeit und somit Produktionssicherheit gesichert.

Anwender, die sich dafür entscheiden, statt einer Kompressorenstation nur Druckluft in der benötigten Menge und Qualität zu kaufen, verbessern die Kostentransparenz ihres Betriebes: An Stelle einer Mischkalkulation tritt der Festpreis pro Kubikmeter Druckluft, der langfristig vertraglich festgelegt und somit eine verlässliche Kalkulationsgrundlage ist. Der für die gesamte Vertragslaufzeit angesetzte Grundpreis deckt Anlagen- und Betriebskosten sowie die Abnahme einer Druckluft-Grundmenge ab. Für darüber hinausgehende Druckluftlieferungen gilt ein ebenfalls vertraglich festgelegter Mehrmengenpreis. Exakte Messungen stellen sicher, dass nur die Druckluftmenge berechnet wird, die tatsächlich dem Netz entnommen wird.

Das Betreibermodell ist vor allem dann eine interessante Variante der Druckluftversorgung, wenn es um eine schnelle Steigerung der Energieeffizienz geht: Outsourcing bietet hier eine elegante Lösung. Die Einsparmöglichkeiten durch Druckluft-Contracting sind unterschiedlich hoch. Wenn e

Beim Contracting bleibt die Druckluftstation Eigentum des Systemanbieters. Der Kunde bezahlt nur für die tatsächlich abgenommene Druckluftmenge. Bild: Kaeser Kompressoren

Beim Contracting bleibt die Druckluftstation Eigentum des Systemanbieters. Der Kunde bezahlt nur für die tatsächlich abgenommene Druckluftmenge. Bild: Kaeser Kompressoren

in Unternehmen auf Druckluft-Contracting „umsteigt“, installiert der Contracting-Partner in der Regel ein komplett neues Druckluftsystem, so dass sich alle Energie-Einsparpotenziale ausschöpfen lassen. Die tatsächlich erreichbaren Druckluft-Minderkosten sind abhängig von der ersetzten Anlage; 30 % Ersparnis und mehr sind keine Seltenheit.

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Heftausgabe: Dezember 2017

Über den Autor

Ansgar Kretschmer, Redaktion
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