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Vorbericht Namur-Hauptsitzung 2013

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07.10.2013 „Wir können unsere teuren Engineering-Ressourcen nicht mit dem Übertragen von Daten verheizen“, legte Namur-Vorstand Dr. Thomas Tauchniz bereits auf der letzten Namur-Hauptsitzung den Finger in eine schmerzhafte Wunde der Prozessautomatisierer. Und das Thema wird die Community auch bei ihrem anstehenden Jahrestreffen beschäftigen: Digitalisierung und Vernetzung industrieller Wertschöpfungsprozesse werden als Produktivitätshebel gesehen, vorausgesetzt, dass es gelingt, die dafür notwendigen Daten durchgängig von der Planungsphase bis zum Betrieb verfügbar zu machen.

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Entscheider-Facts Für Betreiber, Planer und Ausrüster


  • Digitalisierung und Vernetzung industrieller Wertschöpfungsprozesse werden als Produktivitätshebel gesehen.
  • Voraussetzung ist allerdings, dass es gelingt, die dafür notwendigen Daten durchgängig von der Planungsphase bis zum Betrieb verfügbar zu machen.
  • Die diesjährige Hauptsitzung der Namur steht unter dem Schwerpunktthema „Integrated Engineering". Die Veranstaltung findet am 7. und 8. November in Bad Neuenahr statt.

„Integrated Engineering“ lautet deshalb das Motto der 76. Namur-Hauptsitzung, die am 7. und 8. November in Bad Neuenahr stattfinden wird. Die Veranstaltung wird in diesem Jahr von Siemens unterstützt – der Technologieriese bietet mit einem breiten Produktportfolio Lösungskonzepte für den gesamten Lebenszyklus einer Anlage. Mit industrieller IT und Industriesoftware können die einzelnen Prozessschritte intelligent miteinander vernetzt und so der gesamte Produktionsprozess optimiert werden. „Dieser Ansatz ist eine Voraussetzung dafür, die Vision „Industrie 4.0″  erreichbar zu machen“, so die Anwendervereinigung.
Welche Möglichkeiten „Integrated Engineering“ schon heute bietet und wie durchgängige Kommunikation zukünftig aussehen wird, wollen Eckard Eberle, CEO Industrial Automation Systems, und Hans-Georg Kumpfmüller, CEO Sensors and Communication bei Siemens, in ihrem Plenarvortrag aufzeigen. Integrated Engineering ist das Zusammenspiel aller notwendigen Werkzeuge wie Anlagenmanagement, Prozessleitsystem und Geräteplanung/-Konfiguration. „Für mich ist die Namur-Hauptsitzung die Gelegenheit, den Anwendern aufzuzeigen, wie sie die Wirtschaftlichkeit, die Effizienz, die Qualität und die Transparenz ihrer Anlage steigern können“, so Eberle.
Die Integration optimiert das Prozess-Engineering und führt so zu kürzeren Projektlaufzeiten. Durch den automatisierten Datenabgleich erhält man stets eine aktuelle Anlagendokumentation. Bei der Instandhaltung kann auf die aktuellen und „engineerten“ Daten zurückgegriffen werden. Viele der manuell zu verarbeitenden Prozessdaten werden teilweise schon heute vollständig automatisch in unterschiedliche Systeme übertragen. Gerätedaten, die bisher nur über Messstellenblätter ausgetauscht wurden, können durch webbasierte Tools mit entsprechenden Schnittstellen nicht nur in der Verfahrensplanung und im Basic Engineering, sondern auch im Einkauf für die Beschaffung genutzt werden. Dadurch werden manuelle Eingaben vermieden, Zeit und Datenkonsistenz erhöht.
Im Betrieb ist es wichtig, dass der Anlagenfahrer bei einer Vielzahl an Informationen und steigender Komplexität immer den Überblick behält. Mit dem Einsatz einer optimalen CAE-Geräteplanung und einem PLS-Gerätemanagement ist der Anspruch verbunden, relevante Daten im Prozessleitsystem und Asset Management zu nutzen. Damit können sichere und vorausschauende Entscheidungen für eine höhere Anlagenverfügbarkeit getroffen werden. Die dazu notwendige vollständige Kompatibilität der Geräte wird durch den Gerätestandard FDI (Field Device Integration) erreicht. „Die heutigen Rahmenbedingungen verändern sich in immer kürzeren Zyklen, darauf stellen wir uns immer wieder ein“, so Hans-Georg Kumpfmüller. „Daher sind wir stolz, dass wir uns bei so einem wichtigen Thema wie Integrated Engineering auf der Namur-Hauptsitzung als Partner präsentieren können“.
Dem Plenarvortrag des Sponsors stehen am Donnerstagvormittag im Plenarsaal drei Beiträge der Namur gegenüber, die Gesichtspunkte des Vortrags aufgreifen und die Sicht der Anwender darstellen werden. Dabei werden wichtige Fragen zum Datenaustausch, zu einheitlichen Schnittstellen und Vorteile eines aktuellen Datenmodells während der Betriebsphase behandelt. Daneben werden wieder zahlreiche Workshops zu unterschiedlichen Themen sowie zum Schwerpunktthema angeboten. [AS]

Den Bericht von der Namur-Hauptsitzung 2012 finden Sie hier.
Weitere Berichte rund um die Namur finden Sie hier.

Heftausgabe: Oktober 2013

Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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