Hauptversammlung

Wachstum bei Lanxess: Dividende um 17 Prozent erhöht

29.05.2017 Vorstand und Aufsichtsrat des Spezialchemie-Konzerns Lanxess haben der Hauptversammlung angesichts der erfreulichen Geschäftsergebnisse eine Dividende in Höhe von 70 Eurocent vorgeschlagen. Das sind 17 % mehr als im Vorjahr.

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Lanxess-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert präsentierte den Aktionären die Ergebnisse des Geschäftsjahrs 2016. (Bild: Lanxess)

Lanxess-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert präsentierte den Aktionären die Ergebnisse des Geschäftsjahrs 2016. (Bild: Lanxess)

„Lanxess ist heute ein neu aufgestellter Konzern – profitabel, stabil und wachstumsstark“, betonte Lanxess-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert in seiner Rede auf der diesjährigen Hauptversammlung. Das Unternehmen blickt auf ein Jahr starker Zahlen und wegweisender Veränderungen zurück.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr steigerte der Chemiekonzern das EBITDA vor Sondereinflüssen um 12,4 % auf 995 Mio. Euro nach 885 Mio. Euro im Vorjahr. Treiber für die positive Entwicklung waren vor allem die gesteigerten Absatzmengen in allen Segmenten, die damit verbundene höhere Kapazitätsauslastung sowie Kosteneinsparungen durch die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von Anlagen und Prozessen. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen erhöhte sich im Konzern von 11,2 % auf 12,9 %. Das Konzernergebnis verbesserte sich deutlich um 16,4 % von 165 Mio. Euro auf 192 Mio. Euro. Der Umsatz ging vor allem aufgrund der Anpassung der Verkaufspreise an die gesunkenen Rohstoffkosten leicht zurück und lag bei 7,7 Mrd. Euro (2015: 7,9 Mrd. Euro). Die Nettofinanzverbindlichkeiten sanken am Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres sehr deutlich von 1,2 Mrd. Euro auf 269 Mio. Euro, vor allem durch den Erlös aus dem Gemeinschaftsunternehmen für synthetischen Kautschuk mit Saudi Aramco. Die Auszahlungen für Investitionen lagen im Jahr 2016 bei 439 Mio. Euro und entsprachen nahezu dem Vorjahreswert von 434 Mio. Euro. Auch 2017 beginnt mit starken Zahlen: Die Ergebnisse des ersten Quartals lassen den Konzern ein Rekordjahr erwarten.

Transformation noch nicht abgeschlossen

2016 stand im Zeichen der Neuausrichtung. Mit der Gründung von Arlanxeo am 1. April 2016, einem Joint-Venture für synthetischen Kautschuk mit Saudi Aramco, verbesserte der Kölner Konzern die Zukunftsperspektive seines Kautschukgeschäfts, senkte seine Schulden deutlich und eröffnete sich Handlungsspielräume für Wachstum. Die Akquisition des wachstums- und margenstarken Desinfektions-Geschäfts von Chemours am 31. August 2016 verdeutlichte die neue Strategie, zum führenden Akteur in profitablen mittelgroßen Märkten zu werden. Mit der Ankündigung der Übernahme des US-Chemieunternehmens Chemtura am 26. September 2016 – mit einem Transaktionsvolumen von 2,4 Mrd. Euro die größte Akquisition der Unternehmensgeschichte – setzte Lanxess einen Meilenstein auf diesem Weg.

Vorstandsvorsitzender Zachert betonte, dass die Transformation des Konzerns noch nicht abgeschlossen sei: „Wir setzen dabei auf Wachstum aus eigener Kraft, doch wir sind ebenso bereit, den Konsolidierungsprozess der chemischen Industrie aktiv mitzugestalten.“ Zunächst liege der Fokus aber auf der zügigen Integration der ehemaligen Chemtura-Geschäfte mit Spezial-Additiven für Schmierstoffe und Flammschutz, Urethanen und Organometallen. Seit der erfolgreich abgeschlossenen Akquisition am 21. April 2017 läuft die Eingliederung auf Hochtouren. Der ehemalige Chemtura-Vorstand Stephen C. Forsyth verstärkt ab 1. Juni 2017 als Chief Integration Officer die Führungsmannschaft von Lanxess und verantwortet die Integration der neuen Geschäfte und Mitarbeiter. Auch das organische Wachstum treibt der Konzern voran und plant beispielsweise bis 2020 rund 100 Mio. Euro in sein Anlagennetzwerk für chemische Zwischenprodukte – vor allem an den deutschen Standorten – zu investieren.

Bekenntnis zum Freihandel

Entscheidend für den weiteren Erfolg seien laut Zachert auch die politischen Rahmenbedingungen. Er verwies auf steigende protektionistische Tendenzen in verschiedenen europäischen Ländern und sprach sich für ein offenes Europa und den globalen Freihandel aus. „Auch wenn uns laute Stimmen Anderes glauben machen wollen: Protektionismus hat langfristig nie zu mehr Wohlstand geführt, sondern im Gegenteil Nationen und Volkswirtschaften immer nur zurückfallen lassen. Wir brauchen daher keine Abschottung unserer Märkte, keine Strafzölle oder andere Handelshindernisse. Wir brauchen Kooperation, wir brauchen abgestimmtes Handeln. Wir brauchen den Freihandel.“

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