Wacker: Konzernumsatz im 3. Quartal liegt 3 % unter Vorjahr

04.11.2013 Umsatzerlöse von 1, 165 Mrd. Euro, 3 % weniger als vor einem Jahr, erzielte die Münchner Wacker Chemie im 3. Quartal dieses Jahres. Dabei haben Preisdruck und Währungseffekte das Chemiegeschäft gebremst, während die Absatzmengen bei Solarsilizium wieder deutlich anziehen, aber die Preise nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau sind.

Anzeige
Wacker: Konzernumsatz im 3. Quartal liegt 3 % unter Vorjahr

Die niedrigen Preise für Solarsilizium bleiben trotz einer Konsolidierung bei den Produktionskapazitäten eine zentrale Herausforderung für das Unternehmen (Bild: Wacker Chemie)

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Konzerns verminderte sich im 3. Quartal 2013 um 19 % auf 167,9 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Ebitda-Marge liegt bei 14,4 % nach 17,2 % im 3. Quartal 2012. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) summiert sich von Juli bis September 2013 auf 35,1 Mio. Euro, im Vorjahresquartal waren es 72,5 Mio. Euro.

Vor allem die nach wie vor niedrigen Preise für Solarsilizium haben die Ergebnisentwicklung im Zeitraum Juli bis September 2013 zurückgehalten. Sie lagen um etwa ein Drittel unter dem Niveau des Vorjahres. Weiter hat der Verkauf von Solarsilizium aus Vorratsbeständen das Ergebnis gemindert. Die Preise für Siliziumwafer waren im 3. Quartal 2013 um rund 15 % niedriger als vor einem Jahr.

„Durch den Kompromiss im Solarstreit zwischen der Europäischen Union und China und das weltweit wachsende Interesse an der Solarenergie hat der Bedarf an Polysilicium weiter stark zugenommen“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl in München. „Bei unseren Kunden hat das im 3. Quartal einen Nachfrageschub ausgelöst. Eine Herausforderung bleiben die Preise für Solarsilicium. Sie waren um etwa ein Drittel niedriger als vor einem Jahr. In den Chemiebereichen bremst die nach wie vor schwache Konjunktur vor allem in Europa unser Geschäft und bringt in vielen Produktgruppen die Preise unter Druck. Dass der Aufbau unserer kapitalintensiven Großanlagen jetzt weitgehend abgeschlossen ist und wir deshalb die Investitionen deutlich zurückgenommen haben, wirkt sich sehr positiv auf unseren Cashflow und die Verschuldung aus.“

Geschäftsbereich Wacker Silicones
Wacker Silicones hat im 3. Quartal 2013 einen Gesamtumsatz von 429,4 Mio. Euro (Vorjahresquartal 432,1 Mio. Euro) erzielt und damit den Wert des Vorjahres fast erreicht. Höhere Absatzmengen haben die Geschäftsentwicklung positiv beeinflusst. Anhaltender Preisdruck vor allem bei Standardprodukten und ungünstige Wechselkurseffekte aus dem stärkeren Euro haben das Wachstum jedoch gebremst. Aus diesem Grund ist der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal (437,2 Mio. Euro) um knapp 2 % Prozent zurückgegangen. Das Ebitda beträgt im Berichtsquartal mit 59,2 Mio. Euro rund 3 % mehr als im Vorjahresquartal. Die Ebitda-Marge für den Zeitraum Juli bis September 2013 beträgt 13,8 % (13,3 % im Vorjahreszeitraum).

Geschäftsbereich Wacker Polymers
Wacker Polymers erzielte von Juli bis September 2013 einen Gesamtumsatz von 265,4 Mio. Euro. Das sind rund 3 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Die wesentlichen Gründe für den Rückgang sind niedrigere Durchschnittspreise und ungünstige Währungseffekte. Diese Faktoren führten auch dazu, dass das Ebitda des Geschäftsbereichs gegenüber dem 3. Quartal des Vorjahres zurückgegangen ist. Es sank um knapp 11 % auf 45,1 Mio. Euro (Vj. 50,5 Mio. Euro). Für die drei Monate Juli bis September 2013 ergibt sich eine Ebitda-Marge von 17,0 % (Vorjahreszeitraum 18,4 %).

Geschäftsbereich Wacker Biosolutions
Wacker Biosolutions hat im 3. Quartal 2013 einen Gesamtumsatz von 38,1 Mio. Euro erzielt, 2 Mio. Euro weniger als im Vorjahreszeitraum. Bei Polymeren für Kaugummirohmasse und bei Cyclodextrinen wurden höhere Mengen abgesetzt. Schwächer entwickelte sich dagegen das Geschäft mit der Feinchemikalie Acetylaceton. Das Ebitda des Geschäftsbereichs belief sich im Berichtsquartal auf 5,3 Mio. Euro, im Vorjahresquartal waren es 5,5 Mio. Euro. Das entspricht einer Ebitda-Marge von 13,9 Prozent (Vorjahreszeitraum: 13,7 %)

Geschäftsbereich Wacker Polysilicon
Der Gesamtumsatz von Wacker Polysilicon lag im 3. Quartal 2013 mit 235,7 Mio. Euro um gut 12 % unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, aber rund 16 % über dem Wert des 2. Quartals. Der Geschäftsbereich hat davon profitiert, dass sich China und die Europäische Union in ihrem Solarstreit auf einen Kompromiss geeinigt und zumindest vorläufig auf Strafzölle verzichtet haben. Das hat den Marktteilnehmern Zuversicht gegeben und die Nachfrage nach Solarsilicium deutlich belebt. In diesem Umfeld wurde im Berichtsquartal deutlich mehr Polysilizium abgesetzt als im Vorquartal und im Vorjahr.

Um seinen Vorratsbestand an Solarsilicium abzubauen, hat der Geschäftsbereich im 3. Quartal seine Produktion zunächst etwas gedrosselt. Dank der guten Nachfrage ist die Auslastung im Verlauf des 3. Quartals dann wieder spürbar gestiegen. Gegen Ende September liefen die Anlagen annähernd mit Volllast. Insgesamt waren die Absatzmengen im Berichtsquartal deutlich höher als die Produktionsmengen. Die Preise für Solarsilicium blieben gegenüber dem Vorquartal im Wesentlichen unverändert. Allerdings sind sie nach wie vor auf einem sehr niedrigen Niveau. Das Ebitda des Geschäftsbereichs belief sich im Berichtsquartal auf 46,6 Mio. Euro oder rund 41 % weniger als im 3. Quartal 2012.

Neben den niedrigen Preisen haben auch der Verkauf von Solarsilizium aus Lagerbeständen und die im Berichtsquartal insgesamt geringe Fixkostenabdeckung das Ergebnis geschmälert. Darüber hinaus hat der Geschäftsbereich im 3. Quartal weniger Anzahlungen und Schadenersatzleistungen vereinnahmt als von April bis Juni 2013. Das Ebitda des Berichtsquartals enthält 13,2 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum 2,1 Mio. Euro) an einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen aus aufgelösten Verträgen mit Polysiliziumkunden. Im Vorquartal hatte der Geschäftsbereich hier 23,8 Mio. Euro verbucht. Die Ebitda-Marge verringerte sich auf 19,8 % nach 29,3 % Prozent im 3. Quartal 2012.

Geschäftsbereich Siltronic
Das Halbleitergeschäft von Siltronic hat sich im 3. Quartal 2013 weiter verhalten entwickelt. Auf Grund der schwächeren Nachfrage nach Computern, Tablet-PCs und Smartphones verlief auch das Geschäft mit Siliciumwafern branchenweit mit wenig Dynamik. Von Juli bis September 2013 hat Siltronic einen Gesamtumsatz von 197,1 Mio. Euro oder rund 16 % weniger als vor einem Jahr erzielt. Die Absatzmengen waren im Berichtsquartal um rund 1 % höher als vor einem Jahr. Die Preise für Siliciumwafer waren im Zeitraum Juli bis September 2013 um rund 15 % niedriger als vor einem Jahr. Die Maßnahmen zur Senkung der Herstellungskosten und Steigerung der Auslastung der Produktionsanlagen zeigen Wirkung. Deshalb hat der Geschäftsbereich im Berichtsquartal trotz des weiteren Preisverfalls erneut ein positives Ebitda, 5,2 Mio. Euro nach 9,9 Mio. Euro im Vorjahr, erwirtschaftet. Entsprechend errechnet sich für das 3. Quartal 2013 eine Ebitda-Marge von 2,6 % nach 4,2 % im 3. Quartal 2012.

Ausblick
Für seine Chemiebereiche sieht das Chemieunternehmen unverändert gute Wachstumschancen in einer Vielzahl von Branchen, wie zum Beispiel der Bau-, Elektro-, Kosmetik- und Textilindustrie. Für das Gesamtjahr 2013 rechnen die Chemiebereiche in der Summe mit einem leichten Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr.

In einem insgesamt rückläufigen Halbleitermarkt erwartet Siltronic, dass der Umsatz in diesem Jahr den Wert des Vorjahres nicht erreichen wird. Die Preise für Solarsilicium bleiben trotz einer Konsolidierung bei den Produktionskapazitäten eine zentrale Herausforderung. Sie liegen noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau. Aus diesem Grund wird der Umsatz von Wacker Polysilicon im Gesamtjahr 2013 voraussichtlich spürbar geringer ausfallen als 2012.

Im Gesamtjahr erwartet das Unternehmen weiterhin einen Umsatz von etwa 4,5 Mrd. Euro, wobei das Ebitda geringer als 2012 sein wird. Das Jahresergebnis soll leicht positiv werden.

(dw)

Loader-Icon