Wacker: Umsatz 2013 mit 4,48 Mrd. Euro rund 3 Prozent gesunken

21.03.2014 Wacker Chemie, München, hat das Geschäftsjahr 2013 mit niedrigeren Umsatz- und Ertragswerten im Vergleich zu 2012 abgeschlossen. Der Konzernumsatz fiel mit 4,48 Mrd. Euro um rund 3 % niedriger aus als vor einem Jahr. Hauptgrund dafür sind niedrigere Preise, vor allem für Solarsilicium und Halbleiterwafer.

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Wacker: Umsatz 2013 mit 4,48 Mrd. Euro rund 3 Prozent gesunken

Ausschlaggebend für den Umsatzrückgang in der Konzernbilanz 2013 bei Wacker waren niedrigere Preise, vor allem für Solarsilicium und Halbleiterwafer (Bild: Wacker Chemie)

Insgesamt haben Preiseffekte den Konzernumsatz des vergangenen Jahres um 366 Mio. Euro oder rund 8 % gemindert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) belief sich im Geschäftsjahr 2013 auf 678,7 Mio. Euro (2012: 795,4 Mio. Euro) und verminderte sich damit um 14,7 %. Die Ebitda-Marge liegt bei 15,2 % (2012: 17,2 %). Vor allem die nach wie vor niedrigen Preise für Solarsilicium sind der Grund für den Rückgang des Ebitda. Sie blieben zwar seit Anfang 2013 annähernd stabil, waren aber im Jahresdurchschnitt um etwa ein Drittel niedriger als im Jahr 2012. Auch Wechselkurseffekte aus dem stärkeren Euro haben die Ergebnisentwicklung gebremst.

Dagegen konnten die Chemiebereiche des Konzerns vor allem dank höherer Absatzmengen ihr Ebitda gegenüber dem Vorjahr um gut 11 % steigern. Unter dem Strich hat Wacker das Geschäftsjahr 2013 mit einem Konzernergebnis von 6,3 Mio. Euro (2013: 114,7 Mio. Euro) abgeschlossen. Das sind rund 109 Mio. Euro weniger als vor einem Jahr. In der Wacker Chemie AG ist für das Jahr 2013 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 636,1 Mio. Euro ausgewiesen.

Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung 2014
In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres verzeichnet der Konzern in allen Geschäftsbereichen eine solide Nachfrage. Vor allem bei Polysilicium, aber auch in der Chemie und im Halbleitergeschäft liegen die Zwei-Monats-Umsätze über den jeweiligen Vorjahreswerten. Insgesamt wird der Chemiekonzern im 1. Quartal 2014 voraussichtlich einen Umsatz von mehr als 1,1 Mrd. Euro erwirtschaften und damit knapp über dem Vorjahresquartal liegen.

Im Gesamtjahr 2014 erwartet Wacker, dass sowohl der Konzernumsatz als auch die Ertragszahlen über den Werten des Vorjahres liegen werden. Beim Umsatz geht der Chemiekonzern von einem Plus im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Alle Geschäftsbereiche sollen die Absatzmengen und die Umsätze des Jahres 2013 übertreffen. Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll den Vorjahreswert um mindestens 10 % übertreffen. Auch der Konzernjahresüberschuss wird sich gegenüber dem Jahr 2013 voraussichtlich verbessern.

„Nach zwei herausfordernden Jahren bin ich für 2014 optimistischer“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. „Wir erwarten, dass unser Polysiliciumgeschäft im Umsatz wachsen wird. Dabei helfen sollen nicht nur höhere Absatzmengen. Wir sehen auch Chancen für eine leichte Erholung bei den Preisen. Im Halbleiter-geschäft wird sich der Preisdruck in diesem Jahr aller Wahrscheinlichkeit nach fortsetzen. Trotzdem gehen wir davon aus, dass Siltronic auf das Gesamtjahr gesehen ihren Umsatz und auch das Ebitda steigern kann. Gute Chancen für weiteres Wachstum sehen wir auch in unseren Chemiebereichen.“

Mitarbeiterzahl ist gesunken
Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Geschäftsjahr 2013 um 1,7 % auf weltweit 16.009 Mitarbeiter verringert. Wesentlicher Grund für den Rückgang war Zurückhaltung bei der Besetzung freier Stellen.

Investitionen 2013 und 2014
Die Investitionen des Konzerns haben sich im Geschäftsjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert. Sie sanken um 54 % auf 503,7 Mio. Euro. Hier zeigt sich, dass Wacker die kapitalintensiven Großinvestitionen in neue Anlagen für Vorprodukte im Wesentlichen abgeschlossen beziehungsweise den Zeitplan dafür gestreckt hat. Die Investitionen im laufenden Jahr werden werden ohne Berücksichtigung des Mehrheitserwerbs am Gemeinschaftsunternehmen Siltronic Silicon Wafer mit rund 550 Mio. Euro etwas höher sein als im Vorjahr.

Die Entwicklung 2013 in den Geschäftsbereichen
Siltronic: Die zurückhaltende Nachfrage nach Siliciumwafern und niedrigere Preise führten bei Siltronic zu einem Umsatzrückgang um gut 14 % auf 743,0 Mio. Euro. Das Ebitda hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Mio. Euro auf 26,5 Mio. Euro verbessert.

Wacker Silicones: Der Umsatz in diesem Geschäftsbereich hat im Jahr 2013 um knapp 2 % auf 1,67 Mrd. Euro zugelegt. Höhere Absatzmengen haben niedrigere Preise bei Standardprodukten und ungünstige Währungseffekte ausgeglichen. Das Ebitda ist stärker gestiegen als der Umsatz. Es fiel mit 230,2 Mio. Euro um knapp 22 % höher aus als vor einem Jahr. Ein Grund dafür ist die hohe Produktionsauslastung.

Wacker Polymers verzeichnete im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatzrückgang von gut 2 % auf 978,7 Mio. Euro. Verantwortlich dafür war das schwächere Dispersionsgeschäft. Vor allem in der Verpackungsindustrie hat sich die Substitution durch VAE-Dispersionen nicht so positiv entwickelt wie im Jahr 2012. Gestiegenen Absatzmengen im Dispersionspulvergeschäft standen niedrigere Durchschnittspreise und negative Währungseffekte entgegen. Das Ebitda blieb mit 147,8 Mio. Euro praktisch konstant.

Wacker Biosolutions erzielte ein leichtes Umsatzplus von 0,5 % auf 158,4 Mio. Euro. Dafür verantwortlich waren gestiegene Absatzmengen. Negative Währungseffekte und niedrigere Preise haben das Umsatzwachstum gebremst. Das Ebitda lag mit 23,6 Mio. Euro um knapp 4 % unter Vorjahr. Negative Währungseffekte waren der wesentliche Grund für diesen Rückgang.

Wacker Polysilicon: Der Umsatz in diesem Geschäftsbereich ist 2013 wie erwartet zurückgegangen. Er verringerte sich um knapp 19 % auf 924,2 Mio. Euro, obwohl das Unternehmen mit 49.000 t so viel Polysilicium wie noch nie absetzen konnte, blieb der Umsatz auf Grund der im Durchschnitt deutlich niedrigeren Preise für polykristallines Reinstsilicium im Jahr 2013 unter dem Vorjahr. Das Geschäftsjahr 2013 war geprägt vom weiteren Wachstum des Photovoltaikmarktes sowie nach wie vor von Überkapazitäten in allen Wertschöpfungsstufen und von Preisdruck. Durch die Einigung im Anti-Dumpingstreit zwischen China und der EU hat der Absatz von Polysilicium im 4. Quartal 2013 (nach einem Rückgang im 3. Quartal) wieder zugenommen. Das Ebitda ging um 45 % auf 233,9 Mio. Euro zurück.

(dw)

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