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Währungseffekte retten Ergebnis von Linde

10.03.2016 Der Technologiekonzern Linde hat seine Entwicklung im Geschäftsjahr 2015 fortgesetzt und den Konzernumsatz sowie das operative Konzernergebnis erneut gesteigert. Zurückzuführen ist dies allerdings vor allem auf positive Währungseffekte.

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Währungseffekte retten Ergebnis von Linde

Dr. Wolfgang Büchele, Vorsitzender des Vorstands, gibt sich zufrieden mit den nun veröffentlichten Zahlen des Geschäftsjahres 2015 (Bild: Linde)

„Das schwierige Marktumfeld und eine schwache Konjunktur haben uns im letzten Jahr vor einige Herausforderungen gestellt. Trotz dieses Gegenwinds ist es uns gelungen, unsere stabile Ertragskraft zu wahren sowie ein solides Ergebnis und einen starken operativen Cash Flow zu erzielen“, erklärt Dr. Wolfgang Büchele, Vorsitzender des Vorstands von Linde.

Stabile Ertragskraft

Im Geschäftsjahr 2015 ist der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 % auf 17,944 Mrd. Euro (2014: 17,047 Mrd. Euro) gewachsen. Die Umsatzentwicklung war vor allem im ersten Halbjahr von positiven Währungseffekten geprägt. Bereinigt um diese Effekte lag der Konzernumsatz 2,3 % unter dem Niveau des Vorjahres. Dieser Rückgang beruht auf dem niedrigeren Engineering-Umsatz, der unter dem Rekordjahr 2014 lag. Demgegenüber steht ein Gase-Umsatz, der bereinigt um Währungs- und Erdgaspreiseffekte um 2,1 % gestiegen ist.

Der Konzern konnte seine Ertragskraft wahren und das operative Konzernergebnis im Berichtsjahr 2015 um 5,4 % auf 4,131 Mrd. Euro (2014: 3,920 Mrd. Euro) verbessern. Die operative Konzernmarge erreichte – wie im Vorjahr – den Wert von 23,0 %. Auf währungsbereinigter Basis ist das operative Konzernergebnis allerdings um 2,4 % zurückgegangen. Nach Steuern erzielte der Gase-Spezialist ein Ergebnis von 1,252 Mrd. Euro (2014: 1,162 Mrd. Euro).

Hoher Auftragsbestand in der Engineering Division

Im internationalen Anlagenbau entwickelten sich Umsatz und Ergebnis gemäß den Fortschritten bei den einzelnen Bauvorhaben. Zudem wirkte sich der insbesondere im ersten Halbjahr niedrige Auftragseingang auf die Umsatzentwicklung des Gesamtjahres aus. Im Jahr 2015 sank der Umsatz der Engineering Division gegenüber dem Rekordjahr 2014 um 16,5 % auf 2,594 Mrd. Euro (2014: 3,106 Mrd. Euro). Das operative Ergebnis betrug 216 Mio. Euro (2014: 300 Mio. Euro). Die operative Marge lag mit 8,3 % nach wie vor über dem Branchendurchschnitt und im Rahmen der Zielmarke von rund 8 %, die der Gase-Spezialist für das Geschäftsjahr 2015 angestrebt hatte.

Der Auftragseingang im Berichtszeitraum belief sich aufgrund des derzeit niedrigen Ölpreises und der geringeren Nachfrage im Anlagenbau auf 2,494 Mrd. Euro (2014: 3,206 Mrd. Euro). Ende 2015 schloss der Konzern eine strategische Partnerschaft mit Gazprom. Kurz darauf konnte das Unternehmen im Rahmen dieser Kooperation den ersten Anlagenbauvertrag verkünden. Linde wird im Osten von Russland für das Engineering und die Beschaffung bei einem der weltweit größten Gasverarbeitungsprojekte verantwortlich sein. Dieses umfasst Anlagen zur Extraktion von Ethan und Flüssiggasbestandteilen und zur Abscheidung von Stickstoff sowie eine Helium-Gewinnungsanlage. Der Auftragsbestand lag per Ende Dezember 2015 bei 4,541 Mrd. Euro (2014: 4,672 Mrd. Euro).

Ausblick

Linde geht auch für das Geschäftsjahr 2016 von einem herausfordernden Marktumfeld aus. Die jüngsten Konjunkturprognosen deuten darauf hin, dass sich die Wachstumsrate des weltweiten Gasemarkts im laufenden Jahr 2016 auf ähnlichem Niveau bewegen wird wie im Vorjahr. Dagegen dürfte im internationalen Anlagenbau das Marktumfeld weiterhin durch den niedrigen Ölpreis beeinflusst sein.

Vor diesem Hintergrund strebt das Unternehmen in der Gases Division für das Geschäftsjahr 2016 einen währungsbereinigten Umsatz an, der mindestens auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2015 liegt und bis zu 5 % darüber liegen könnte. Bei der Engineering Division erwarten die Verantwortlichen einen Umsatz unter Vorjahresniveau in der Bandbreite von 2,0 Mrd. Euro bis 2,4 Mrd. Euro. Für den Gesamtkonzern strebt Linde einen währungsbereinigten Umsatz- und Ergebnisanstieg von 4 % an, wenngleich das herausfordernde Marktumfeld auch zu einem Rückgang von bis zu 3 % führen könnte.

Hier finden Sie den vollständigen Geschäftsbericht.

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