Markt

Warten aufs Schnäppchen

12.03.2009

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Computerkäufer kennen das: Kaum steht der neueste Rechner auf dem Schreibtisch, steigt der Blutdruck, da die Kiste inzwischen deutlich weniger kosten würde. Oder der PC wäre inzwischen fürs gleiche Geld wesentlich besser ausgestattet, als zum Zeitpunkt des Kaufs. Schnäppchenjäger haben es eben nicht leicht, den optimalen Einstiegszeitpunkt zu erwischen.

Im Chemieanlagenbau ist derzeit Analoges zu erkennen: Es ist beileibe nicht nur (oder sogar viel weniger) die von der Finanz- zur Wirtschaftskrise mutierte Gesamtsituation, die den Markt für Anlagenprojekte belastet. Vielmehr vollzieht sich hier – und zwar schon vor der Krise – der klassische selbstregulierende Mechanismus von Nachfrage, Angebot und Preis. Allen Regionen voran im Mittleren Osten: Bereits zum Ende des Boom-Jahres 2007 hin wurden geplante Projekte auf Eis gelegt, weil die finanzstarken Investoren angesichts explodierender Baupreise nicht mehr gewillt waren, die aufgerufenen Preise zu bezahlen. „Zahlreiche Investoren warten zurzeit ab, wie sich die Preissituation und Kapazitätsauslastung wichtiger Zulieferer und Dienstleister zu ihren Gunsten entwickelt“, stellte dazu Klaus Schneiders, Sprecher der Geschäftsführung beim Anlagenbauer Uhde im Rahmen einer Pressekonferenz (siehe Bericht S. 22) fest.

Und diese Zurückhaltung wird für die Branche nun zur Chance: „Wir sehen mehrere Indikatoren dafür, dass sich die Situation in 2009 bessern wird“, gibt sich Dr. Aldo Belloni, Vorstandsmitglied bei Linde, deshalb vorsichtig optimistisch. Und dass die Investoren nicht allzu lange auf Schnäppchen warten werden, scheint angesichts der Realisierungszeiten von typischerweise drei bis vier Jahren logisch. Und so lange wird die Krise nicht dauern, glaubt man den Erwartungen der Marktbeobachter im Öl- und Gasmarkt (siehe Special Anlagenbau ab Seite 17). Gerade im Achema-Umfeld gilt deshalb: Schnäppchenjäger aufgepasst!

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Mail an: armin.scheuermann@chemietechnik.de

Heftausgabe: März 2009

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Scheuermann
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