Den Boden bereiten

Wasseraufbereitung in der Prozessindustrie

Anlagenbau
Chemie
Pharma
Ausrüster
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

12.10.2015 Die Chemieindustrie ist eine sehr energieintensive Branche. Produzenten müssen Kühl- und Kesselwasser der hauseigenen Kraftwerke ähnlich wie bei Großkraftwerken konditionieren, damit die Energiebereitstellung als wichtige Grundlage – beispielsweise in der Düngemittelproduktion – reibungslos funktioniert. Dies erfolgt mit dem Dosieren unterschiedlicher Chemikalien.

Anzeige

Entscheider-Facts Für Planer, Betreiber und Ausrüster

  • Die Konditionierung von Kühl- und Kesselwasser ist bei hauseigenen Kraftwerken ebenso wichtig wie bei Großkraftwerken.
  • Ein einheitliches Design ermöglicht Betreibern Montage-, Wartungs- und Bedienerfreundlichkeit. Der US-amerikanische Markt ist an dieser Stelle nicht zu unterschätzen, auch nicht hinsichtlich Normen und Richtlinien, da hier andere Ausbildungsstandards herrschen.

So auch in zwei US-amerikanischen Chemiewerken, in denen der Betreiber insgesamt 27 Dosierstationen der Firma MPT in Rodgau verbaute: In Donaldsonville im US-Bundesstaat Louisiana wurde jeweils eine Dosieranlage für Sauerstoffbinder, Amin, Phosphat und Beizmittel errichtet. Weiterhin wurden jeweils zwei Dosieranlagen für Tensid, Dispergiermittel, Korrosionsinhibitor, Natriumbromid, Natriumhypochlorit, Schwefelsäure und Natriumhydroxid aufgebaut. In Port Neal war es jeweils eine Dosieranlage für Sauerstoffbinder, Ammoniak, Natriumhypochlorit, Korrosionsinhibitor, Dispergiermittel, Natriumbromid, nicht oxidierendes Biozid, Schwefelsäure und Natriumhydroxid. Betreiber beider Chemiewerke ist CF Industries, Auftraggeber für beide Projekte war Thyssen Krupp Industrial Solutions. Im Prinzip besteht jede Dosierstation aus einem Lagerbehälter, den der Anwender entweder gravitätisch oder mit Druckluft befüllt, und einer Dosierpumpen-Gruppe. Für den Fall eines möglichen Defekts sind die Dosierpumpen redundant ausgelegt. Und zwar entweder für jeden Dosierstrang oder gemeinsam für zwei oder auch drei Dosierstränge.

Sonderfall USA
Als Voraussetzung zur vom Betreiber geforderten Montage-, Wartungs- und Bedienerfreundlichkeit musste das Design einheitlich sein. Denn alleine nach Donaldsonville gingen 18 Dosierstationen. Ebenfalls musste die Bauweise robust sein, da die Stationen auf lange Lebensdauer ausgelegt sind. Eine weitere Vorgabe beinhaltete, dass die Motoren der Dosierpumpen im Bedarfsfall in den USA zu reparieren sind; weshalb der Lösungsanbieter Pumpen eines amerikanischen Herstellers verbaute. Die gesamte elektrische Ausrüstung (Motoren, Transmitter, Schalter) musste eine entsprechende US-amerikanische Zulassung vorweisen können; entweder vom amerikanischen Industriesachversicherer FM Global oder von Underwriters Laboratories, einer Organisation, die Produkte hinsichtlich ihrer Sicherheit untersucht und zertifiziert. Auch Druck- und Durchflussanzeigen mussten entsprechend ausgeführt sein. Schrauben der Flansch- und Behälteranschlüsse mussten dem amerikanischen Maßsystem entsprechen (Zoll). Und selbstverständlich mussten auf den Zeichnungen die Abmessungen der einzelnen Dosierstationen in Fuß beziehungsweise Zoll angegeben sein und die Gewichte in Pfund, da die USA ja nicht das metrische System verwenden, sondern das angelsächsische.

Heftausgabe: Oktober 2015
Seite:
Sven Briol, Projektmanager bei MPT

Über den Autor

Sven Briol, Projektmanager bei MPT

Sven Briol, Projektmanager bei MPT

Loader-Icon