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Weiterentwickeltes Pastillierverfahren bringt deutliche Vorteile

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12.03.2009 Das bekannte Pastillierverfahren Rollomat, Anfang der 90er Jahre entwickelt, wurde jetzt komplett unter den Aspekten leichte und schnelle Reinigung sowie der signifikanten Reduzierung von Rüstzeiten überarbeitet. Zudem wurde ein Bandwerkstoff entwickelt, der neben verbesserten Wärmeübertragungseigenschaften vor allem bei klebrigen und dünnflüssigen Produkten ein großes Spektrum an Vorteilen gegenüber herkömmlichen Bandmaterialien aufweist.

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Entscheider-Facts Für Anwender


  • Das Pastillierverfahren Rollomat deckt einen sehr breiten Viskositätsbereich ab.
  • Durch konstruktive Änderungen wurde der Apparat nun so verbessert, dass er wesentlich leichter zugänglich und damit erheblich wartungsfreundlicher ist.
  • Darüber hinaus konnten die Rüstzeiten signifikant verkürzt werden.
  • Das Hochleistungskühlband Q.max aus einem flexiblen Mehrlagengewebeband sorgt für höhere Leistung und bessere Pastillenform.

März 2009

Weiterentwicklungen beim Rollomat ermöglichen schnelle Reinigung und reduzierte Rüstzeiten

Pastillieren ist ein sehr effektives, kostengünstiges und einfaches Verfahren zum kontinuierlichen Überführen eines schmelzflüssig anfallenden Produktes in die Granulatform. Die dabei entstehenden Granulate haben identische Größen, sie sind rund sowie staubfrei und somit ideal zum Verpacken, Verwiegen und Transportieren.

Fünf verschiedene Pastillierverfahren sind exakt auf die jeweilige Beschaffenheit des Produktes und den Anforderungen des Prozesses wie Leistung und Pastillengröße zugeschnitten. Hierbei deckt das Pastillenverfahren Rollomat den weitesten Viskositätsbereich aller am Markt verfügbaren Pastilliersysteme ab. Das Prinzip zur Erzeugung der Tropfen ähnelt dabei einer Zahnradpumpe.

Ideal für Produkte mit höherem Schmelzpunkt

Das Herz des Verfahrens ist die innenverzahnte Hohlwalze mit Bohrungen in den Zahnlücken. Die Produktzufuhr erfolgt über Verteilbohrungen, die sich in der einsteckbaren Produktverteillanze befinden. Hierüber gelangt das Produkt auf die Presswalze und wird automatisch in den Keil zwischen Hohl- und Presswalze überführt. Durch das Ineinandergreifen der Zähne in Hohl- und Presswalze erfolgt das Ausdosieren der Schmelze, und zwar gleichmäßig über die gesamte Länge der Hohlwalze verteilt. Sobald die Zähne von Hohlwalze und Presswalze aus dem Eingriff herausgleiten, entsteht kurzzeitig ein Unterdruck, der gleichzeitig das Pastillieren von fadenziehenden Produkten begünstigt.

Dies ist ideal für Produkte mit höherem Schmelzpunkt oder für Produkte mit Feststoffanteil und vorgeimpfte Schmelzen. Durch die Möglichkeit der Verarbeitung höherer Produktviskositäten kann bei vielen Produkten die Aufgabetemperatur gesenkt werden. Produkte in einem weiten Viskositätsbereich können mit ein und demselben Aufgabesystem verarbeitet werden.
Typische Produkte sind die verschiedensten Harze, Polyethylen, Wachse, Hotmelt-Klebstoffe, Weichmacher, Bitumen, Steinkohlenteerpech, TMQ, Antioxidantien, ataktisches Polypropylen, Wachsmischungen, Fettalkohole, Fettsäureprodukte usw.
Durch konstruktive Änderungen wurde der Apparat nun dahingehend verbessert, dass er wesentlich leichter zugänglich und damit erheblich wartungsfreundlicher ist. Die bisherige Kastenbauweise wurde zu Gunsten einer seitlichen Aufhängung geändert, so dass der Rollomat und seine Lochwalze jetzt einfach durch Öffnen einer Klappe von oben her zugänglich sind. Die bei bestimmten Produkten notwendige und oberhalb der Lochwalze angeordnete Heizhaube wurde schwenkbar nach oben ausgeführt, so dass allenfalls notwendige Reinigungen begünstigt und Rüstzeiten signifikant verkürzt werden konnten.
Dies ist ein deutlicher Zeitgewinn für den Anwender, denn während bisher für eine Demontage mehrere Stunden notwendig waren, kann jetzt die Heizhaube – selbst im heißen Zustand – in etwa 30min ein- und ausgebaut werden. Damit stärkt der Rollomat noch seine Stellung bezogen auf die Produktivität der verschiedenen Pastilliersysteme.
Der Produkteinweiser, bei dem turnusmäßig die Dichtschnur ausgetauscht werden muss, ist ebenfalls schwenkbar ausgeführt, womit ein Wechsel der Dichtschnur ohne weiteren Ausbau innerhalb weniger Minuten möglich ist.

Neues Kühlband sorgt für bessere Pastillenform

Diese Weiterentwicklungen kommen nicht nur bei Neuanschaffungen zum Tragen; unter Verwendung aller wesentlichen Teile kann ein bestehendes vorhandenes Aufgabesystem auf das neue System problemlos umgebaut werden.

Eine weitere Neuentwicklung ist das sogenannte Q.max-Kühlband, das in enger Zusammenarbeit mit einem europäischen Hersteller von technischen Textilien vorgestellt wurde. Das neue Hochleistungskühlband besteht aus einem flexiblen Mehrlagengewebeband auf Basis eines Kupfer-Aramid-Trägergewebes und ist mit einer Beschichtung aus hochtemperaturbeständigem Spezialsilikon versehen.
Im Band werden zur Erhöhung der Wärmeübertragung kupferhaltige Garne eingesetzt und die Gewebekröpfungen an der Bandoberfläche freigelegt, so dass ein maximaler direkter Wärmetransport senkrecht durch die Kühlbandfläche gewährleistet wird. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Konstruktion verfügt das Kühlband über eine sehr gute mechanische Flexibilität und ermöglicht damit im Vergleich zu klassischen Stahlbandanlagen den Betrieb um Walzen mit äußerst geringen Umlenkdurchmessern.
Das Band ist bereits bei einigen Anlagen erfolgreich im Einsatz und wurde in umfangreichen Tests auf seine besonderen Eigenschaften hin untersucht. Es überzeugte in den Testreihen mit einem Wärmeübergang, der mindestens so hoch ist wie beim klassischen Stahlband, und übertraf bei vielen Produkten sogar diese Werte.
Im Vergleich zum Stahlband ergeben sich folgende Vorteile:

  • verbesserter Wärmeübergang;
  • wesentlich geringere Haftung des Aufgabeproduktes durch die Silikonbeschichtung;
  • flüssige oder pulverförmige Antihaft- oder Benetzungsmittel, wie es zum Beispiel bei der Pastillierung von Hotmelts und sonstigen klebrigen Produkten sowie Schwefel und Harnstoff üblich ist, können durch die niedrige Affinität zur Haftung komplett entfallen;
  • kugelförmigere Tropfen im Vergleich zum Stahlband aufgrund des günstigen Oberflächenspannungsverhältnisses zwischen dem Q.max-Kühlband und damit höhere Anlagenleistung bei gleicher Kühlbandfläche im Vergleich zum Stahlband;
  • Reduzierung des Staubanteils im fertigen Granulat aufgrund geänderter Abstreifertechnik.

 

Das Band kann bei bestehenden Anlagen problemlos im Austausch der vorhandenen Bänder eingesetzt werden. Somit können die Vorteile, wie höhere Leistung und bessere Pastillenform, ohne größeren Investitionsaufwand unmittelbar umgesetzt werden.

Heftausgabe: März 2009

Über den Autor

Andreas Robens , Geschäftsführer
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