Geschäftszahlen

Weniger Umsatz, mehr Verlust: R. Stahl senkt Jahresprognose

10.11.2017 Der Explosionsschutz-Spezialist R. Stahl hat trotz steigender Auftragslage mit Umsatzrückgang zu kämpfen. Daraufhin fällt in der Jahresprognose der erwartete Verlust nun doppelt so hoch aus wie bisher.

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Moderne LED-Technik zur Ausleuchtung von Industrieanlagen muss effizient und temperaturbeständig sein. Bild: R. Stahl

Der Auftragseingang bei R. Stahl entwickelt sich auch aufgrund des LED-Geschäfts gut, der Umsatz brach jedoch ein. (Bild: R. Stahl)

Für das dritte Quartal 2017 meldet R. Stahl einen um 7,4 % gestiegenen Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr. Treiber waren hier vor allem Projektaufträge und eine gute Entwicklung in Europa, insbesondere im Geschäft mit LED-Leuchten und Automatisierungstechnik. Auch gezielte Vertriebsinitiativen innerhalb der Chemie- und Pharmaindustrie haben sich ausgezahlt, teilt das Unternehmen mit. Allerdings habe sich die solide Nachfragesituation im Berichtsquartal noch nicht in der Umsatzentwicklung ausgewirkt: Mit 66,0 Mio. Euro lag der Umsatz im 3. Quartal 2017 um 6,8 % hinter dem des Vorjahres (Q3 2016: 70,8 Mio. Euro). Der wieder stabilen Auftragslage steht demnach eine vergleichsweise lange Vorlaufzeit bis zur Auftragsausführung gegenüber, die sich innerhalb der letzten zwölf Monate deutlich verlängert hat. Diese schwache Umsatzentwicklung resultierte in einem im Vorjahresvergleich rückläufigen EBIT in Höhe von -1,2 Mio. Euro (Q3 2016: 1,5 Mio. Euro), das auch von Sondereinflüssen in Höhe von -1,0 Mio. Euro belastet war.

Umsatzeinbruch in Amerika, schleppendes Projektgeschäft

Der steigende Auftragseingang stammt in erster Linie aus der Zentralregion des Unternehmens, Europa ohne Deutschland sowie Afrika. In Deutschland selbst gingen die Aufträge leicht zurück, in Amerika und Asien bewegten sie sich auf Vorjahresniveau. Der Umsatz stieg in Deutschland um 3,8 % auf 15,3 Mio. Euro an, brach in Amerika jedoch im Vergleich zum Vorjahr um 40,3 % ein. Diese Entwicklung spiegelt dem Unternehmen zufolge besonders die Spätzyklizität des Geschäfts von R. Stahl wider, in der sich der schwache Auftragseingang wegen gebremster Investitionen des Öl- und Gassektors im Vorjahr erst mit einigen Quartalen Verzögerung in der Umsatzentwicklung niederschlägt. In der Region Asien verzeichnete das Unternehmen einen im Jahresvergleich um 0,5 Prozent auf 13,4 Mio. Euro leicht gestiegenen Umsatz.

Der Auftragseingang zeige die sich langsam abzeichnende Belebung im Markt für Explosionsschutzprodukte, besonnders im wichtigen Öl- und Gasgeschäft. Im Projektgeschäft, das rund ein Drittel des Umsatzes ausmacht, laufe die Auftragsvergabe jedoch noch schleppend. Darüber hinaus verlaufe „die kundenseitige Umsetzung der bereits vorliegenden Projektaufträge mit signifikantem Zeitversatz und nochmals deutlich langsamer als erwartet, wodurch sich die Umsatzrealisierung zunehmend in das Jahr 2018 verschiebt“, teilt das Unternehmen mit. Daher hat R. Stahl seine Jahresprognose wie folgt angepasst: Für den Auftragseingang werden nun 290 Mio. bis 300 Mio. Euro erwartet, statt bisher 295 Mio. bis 305 Mio. Euro, für den Umsatz 262 Mio. bis 267 Mio. Euro anstatt 270 Mio. bis 280 Mio. Euro. Das EBIT vor Sondereinflüssen soll -8 Mio. bis -4 Mio. Euro anstelle von -4 Mio. bis 0 Mio. Euro betragen. Ein umfassendes Programm zur Verbesserung der Ertragslage bereitet das Unternehmen vor, Details hierzu will der Ex-Schutz-Spezialist im ersten Quartal 2018 veröffentlichen. Im abgelaufenen dritten Quartal 2017 setzte er bereits erste Maßnahmen zur Kostensenkung um.

Ausführliche Zahlen finden Sie in der Mitteilung des Unternehmens.

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