Die Vermessung des Herzschlags

Wiederholprüfung für SIL-Geräte deutlich vereinfacht

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08.06.2015 Die Prüfung von PLT-Schutzeinrichtungen bedeutet für Betreiber in der Chemie Stress. Dennoch lassen sich Wiederholprüfungen nicht umgehen, denn von ihnen hängt ab, ob das erforderliche Sicherheitsniveau (SIL) einer Schutzeinrichtung im laufenden Betrieb noch erreicht wird. Methoden, mit denen sich diese Prüfungen vereinfachen lassen, sind deshalb hoch willkommen.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

    

  • Wiederholprüfungen sind in PLT-Schutzeinrichtungen ein wichtiges Element um den SIL des Schutzkreises zu gewährleisten.
  • Um die Wiederholprüfungen zu vereinfachen und Kalibrierzyklen für Durchflussmessgeräte zu verlängern, setzt E+H bei seinen Proline-Geräten eine neue Technik zur Geräteüberwachung ein.
  • Dadurch wird eine Gesamtprüftiefe von 95 Prozent erreicht, wordurch die mittlere Ausfallwahrscheinlickeit eines Geräts in einer Schutzfunktion über die Zeit deutlich langsamer ansteigt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gerät in einer Schutzfunktion ausfällt, steigt mit dessen Einsatzdauer. Denn im rauen Betriebsalltag setzen Korrosion, Schwingungen, Temperaturschwankungen etc. den eingesetzten Geräten zu. Um gefährliche, unerkannte Fehler zu entdecken, werden deshalb bereits bei der Planung der Schutzfunktion Prüfintervalle für die eingesetzten Geräte festgelegt. Wie die Geräte zu prüfen sind, hängt vom Einsatzfall und der Art der Geräte ab. So werden beispielsweise Stellventile per Teilhubtest geprüft oder Füll- und Grenzstandmessgeräte durch Anfahren eines Endpunktes getestet. Durchflussmessgeräte werden zum Teil ausgebaut und in der Werkstatt getestet bzw. neu kalibriert.

Für jede Schutzfunktion müssen bereits in der Planung Prüfanweisungen erstellt werden, aus denen hervorgeht, welche Parameter zu prüfen sind, welche Sollwerte erreicht werden müssen und wie groß die Fehlerbandbreite sein darf. Daneben muss der Anteil der aufdeckbaren Ausfälle (Diagnosedeckungsgrad / Proof Test Coverage) ermittelt werden – denn schließlich hängt davon ab, ob die Schutzfunktion das geforderte Sicherheitsniveau (SIL) noch erreicht.

Ein weiterer Aspekt ist die Dokumentation – das Ergebnis der Wiederholungsprüfung muss festgehalten werden, um jederzeit dokumentieren zu können, dass der erforderliche SIL erreicht wird.
Fast allen Maßnahmen ist gemeinsam, dass die Prüfung den Prozess stört – entweder weil dieser für die Dauer der Prüfung unterbrochen ist, oder weil durch die Prüfmaßnahme der Soll-Betriebspunkt verlassen werden muss. Dazu kommt das Risiko für das mit der Prüfung beauftragte Personal, wenn sich dieses zur Prüfung in der Anlage selbst aufhält, und auch der Zeitpunkt der Prüfung passt selten in die aktuelle Produktionsplanung.

Heftausgabe: Juni 2015
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Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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