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Wintershall-Jahresbericht: Förderraten hui, Umsatz pfui

07.04.2016 Wintershall konnte im Jahr 2015 zum fünften Mal in Folge mehr als 1 Mrd. Euro Gewinn erwirtschaftet. Trotzdem lag das Ergebnis mit 1,050 Mrd. Euro deutlich unter dem Vorjahr (1,464 Mrd. Euro). Der Umsatz mit Dritten ging auf 12,998 Mrd. Euro zurück (2014: 15,145 Mrd. Euro).

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Wintershall-Jahresbericht: Förderraten hui, Umsatz pfui

Das Unternehmen hat wie auch seine Marktbegleiter schwer mit dem aktuellen Ölpreis zu kämpfen (Bild: Wintershall)

Maßgeblich hierfür war der Ende September 2015 vollzogene Tausch von Vermögenswerten mit der russischen Gazprom, durch den für das vierte Quartal 2015 die Beiträge des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts sowie der Wintershall Noordzee B.V. entfielen. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen nahm infolge des Umsatzrückgangs auf 1,366 Mrd. Euro ab (2014: 1,795 Mrd. Euro). Sonderbelastungen betrugen im Jahr 2015 insgesamt 636 Mio. Euro; diese entstanden im Wesentlichen aus Wertminderungen auf Explorations- und Produktionsprojekte sowie den Geschäfts- und Firmenwert durch unsere gesenkte Prognose für Öl- und Gaspreise. Sondererträge in Höhe von 342 Mio. Euro, insbesondere aus dem Tausch von Vermögenswerten mit Gazprom, konnten dies nur teilweise kompensieren.

„Wir verfügen über ein diversifiziertes Portfolio mit niedrigen Produktions- und Reservenersatzkosten, insbesondere in Russland und Argentinien. Damit sind wir in der Lage, auch bei niedrigen Ölpreisen positiv zum Ergebnis der BASF-Gruppe beizutragen“, erklärt derWintershall-Vorstandsvorsitzende Mario Mehren. Dennoch werde das laufende Jahr sehr herausfordernd und könne nicht mit 2015 verglichen werden, so Mehren weiter: „Volatilität auf niedrigem Preisniveau wird uns auch 2016 begleiten. Wir können die niedrigen Öl- und Gaspreise trotz steigender Produktion nicht kompensieren. Insofern sind striktes Kostenmanagement, die Reduktion von Investitionen, fokussierte Innovationen und Operational Excellence entscheidend.“

Öl- und Gasförderung deutlich ausgebaut

Steigern konnte das Unternehmen die Öl- und Gasproduktion um 13 % auf 153 Mio. Barrel Öläquivalent (boe) (2014: 136). Die höheren Mengen kamen vor allem aus Norwegen und der Joint Operation Achimgaz in Russland. In Libyen konnte der Konzern in der Onshore-Konzession 96 trotz der schwierigen politischen Bedingungen von Februar bis Mai sowie von September bis Anfang November 2015 insgesamt 125 Tage produzieren, wenn auch auf niedrigem Niveau. Gegenläufig wirkte der weitere Produktionsrückgang in Deutschland, zu dem der natürliche Förderrückgang und der seit mehr als fünf Jahren anhaltende Genehmigungsstau bei Frackingvorhaben in konventionellen Lagerstätten wesentlich beitrugen. Das Unternehmen will die Produktion von Öl und Gas in den kommenden Jahren weiter ausbauen: auf 190 Mio. boe im Jahr 2018. Insbesondere durch die weitere Entwicklung des Achimgaz-Projekts in Sibirien, die norwegischen Aktivitäten sowie das Gasprojekt Vega Pléyade in Feuerland vor der argentinischen Küste, das im Februar 2016 die Produktion aufgenommen hat.

Hier finden Sie den vollständigen Bericht mit weiteren Details.

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