ZVEI: Automatisierung stagniert auf hohem Niveau – Lichtblick Prozessautomation

10.04.2013 Die deutsche Automatisierungsindustrie hat sich auf der Hannover Messe verhalten optimistisch gezeigt. Sie erwartet mit plus zwei Prozent ein geringeres Wachstum als im Jahr 2012. Immer noch stark zeigt sich dagegen die Prozessautomation. Hier rechnen die Hersteller in 2013 mit einem Plus von drei bis vier Prozent.

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ZVEI: Automatisierung stagniert auf hohem Niveau - Lichtblick Prozessautomation

Der Vorstand des ZVEI-Fachverbands Automation stellte auf der Hannover Messe die aktuelle Entwicklung der Branche vor (Bild: Redaktion)

Der Umsatz mit elektrischer Automatisierungstechnik ist im Jahr 2012 um 1,4 Prozent auf 48,3 Milliarden Euro gestiegen. Die hohen Auftragseingänge des ersten Halbjahrs 2012 haben sich jedoch in den letzten beiden Quartalen nicht fortgesetzt, so dass 2012 hier mit einem Minus von 2,4 Prozent schloss.

Der Export hat um knapp vier Prozent zugelegt und erreichte mit über 32,4 Milliarden Euro ein Allzeithoch. Die Exportquote der deutschen Automatisierungsindustrie ist damit auf weit über 80 Prozent gestiegen.  „Bemerkenswert ist das erneut hohe Exportwachstum in die USA von über zwölf Prozent, während in das ‚Europa der 27‘ gut ein Prozent weniger geliefert wurde“, so Gunther Kegel, Vorstandsvorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation. Rückläufig waren vor allem Exporte in die Mittelmeerländer.

Für den Bereich Prozessautomation berichtete Vorstandsmitglied Michael Ziesemer auf der Pressekonferenz in Hannover von aktuellen Trends: „Wir erwarten, dass das Geschäft weltweit um drei bis vier Prozent wachsen wird. Damit können wir zufrieden sein, weil wir das vierte Wachstumsjahr in Folge verbuchen können.“ 

Risiken für die Automatisierungskonjunktur sieht Kegel in den Belastungen der europäischen Gemeinschaftswährung und der wachsenden Verschuldung der EU-Mitgliedsstaaten. Zudem seien noch deutliche Risiken für die Weltwirtschaft bei den Abnehmerbranchen vorhanden. Die Zurückstellung von Investitionsprojekten hatte negative Auswirkungen insbesondere auf die Bereiche Antriebe und Schaltanlagen.

Trotz der gedämpften Erwartungen hat die Zahl der Beschäftigten in Deutschland die 250.000er Marke überschritten. Kegel sprach von der „Jobmaschine Automation“. Große Aufmerksamkeit legt die Branche deshalb auf die Sicherung des Fachkräftenachwuchses nicht zuletzt durch Arbeitnehmer aus dem Ausland. Sie müssten in der Gesellschaft besser willkommen sein als in der Vergangenheit.  

Prozessautomatisierung erwartet viertes Wachstumsjahr
Die Prozessautomatisierung weist gegenüber den anderen Branchensegmenten einen um ca. neun Monate späteren Konjunkturzyklus auf. Michael Ziesemer, im Vorstand des ZVEI-Fachverbands Automation für diese Technologie zuständig, konnte daher über ein „beachtliches Wachstum von sechs bis sieben Prozent“ im Jahr 2012 berichten. Wachstumsspitzen lagen in den USA, in Mittel- und Südamerika, in Teilen Asiens und Russland.

China bleibt mit einem Anteil von über einem Viertel der weitaus größte Abnehmer. Ziesemer erwartet 2013 ein Plus von drei bis vier Prozent: „Damit können wir zufrieden sein, denn wir verbuchen das vierte Wachstumsjahr in Folge.“

Weltmarkt wächst weiter
Berechnungen des ZVEI zufolge ist der Weltmarkt der elektrischen Automation 2010 um fast ein Fünftel auf 347 Mrd. Euro gewachsen. Bis 2012 könne sich der Weltmarkt auf 420 Milliarden Euro vergrößert haben, schätzt Kegel. Die führenden Nettoexporteure in Sachen elektrischer Automatisierungstechnik seien nach wie vor Japan und Deutschland.

Technologischer Trend zum ‚Internet der Dinge‘ 

Zunehmende Bedeutung gewinnt nach Aussage der Automationsexperten die Vernetzung in der Automation. Die Hannover Messe hat sich desahalb ‚Integrated Industry‘ zum Leitthema gemacht. Künftig werden die Maschinen bei der Herstellung von Produkten stärker direkt über Web-Technologien miteinander vernetzt. Man spreche dabei vom ‚Internet der Dinge‘ und von der ‚Industrie 4.0‘. Diese Technologie ermögliche hocheffiziente und zugleich hochflexible Produktionssysteme. Auch wenn man erst am Anfang stehe, sieht Kegel darin „einen Trend und keinen Hype“. Dieses Geschäftsmodell könne sich gerade für Hochlohnläder als überlebenswichtig herauskristallisieren.

 

 

 

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