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ZVEI: Prognose für die Automatisierungsindustrie zurückhaltend positiv

29.04.2004

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In den ersten Monaten des Jahres 2004 ist die elektrische Automatisierungstechnik in Deutschland positiv gestartet. Nach vorläufigen ersten Abschätzungen hat sie einen höheren Auftragseingang zu verzeichnen als vor einem Jahr. Vor diesem Hintergrund – und eine Verfestigung und Fortsetzung des Trends vorausgesetzt – rechnet der ZVEI mit einem „leichten Plus“ bis Jahresende. Seine Prognose stellte er unter den Vorbehalt, dass die aktuellen weltpolitischen Unwägbarkeiten die Wirtschaft nicht noch stärker beeinträchtigen.


Im vergangenen Jahr hat sich die elektrische Automatisierungstechnik mit einem Plus von knapp 4% in der Produktion besser geschlagen als die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie insgesamt. Etwas stärker als die Produktion wuchsen die Auftragseingänge mit 4,3% im Jahr 2003. Mit 7% war das Wachstum des Auftrageingangs aus dem Ausland wiederum fast dreimal so stark wie aus dem Inland (2,4%). Insbesondere aus China nahmen die Aufträge um ein Drittel zu.


Der Beschäftigungsrückgang ist im Verlauf des Jahres 2003 zum Stillstand gekommen. Zum Stichtag 31.12.2003 waren in der deutschen Automatisierungsindustrie mit 221.000 etwa genauso viele Beschäftigte tätig wie ein Jahr zuvor.


Um rund 4% wuchs die Produktion in der größten Teilbranche Fabrik-Automation auf nunmehr 14,5 Mrd. Euro. Ursache hierfür waren erneut vorwiegend Ausrüstungsinvestitionen im Automobilbau und im Bereich Logistik. Die traditionell auf Konjunktureinflüsse später reagierende Prozessindustrie lag mit 8,6 Mrd. Euro um 5% über Vorjahresniveau.


Die Ausfuhren der deutschen Unternehmen legten im Jahr 2003 um 4,4%zu. Der Exportanteil ist damit erneut gewachsen. Mittlerweile gehen über 71% der Güter in den Export, das sind knapp 19 Mrd. Euro. Die Importe sind um gut 6% auf 9,7 Mrd. Euro  zurückgegangen und liegen damit auf dem Niveau von 2001.


Nach ZVEI-Angaben ist der Weltmarkt der elektrischen Automation im vergangenen Jahr insgesamt um 1 bis 2% auf 203 Mrd. Euro gewachsen. Der deutsche Produktionsanteil liegt bei 12%. Hervorzuheben ist der auf 7%gewachsene Anteil Chinas, der jedoch noch von relativ einfacher Technologie getragen wird.


Sowohl Bedarf als auch Produktion elektrischer Automatisierungstechnik in Mittel- und Osteuropa – im Wesentlichen die Regionen der erwarteten EU-Mitglieder – liegen derzeit bei rund 3% des Weltmarktes. Mit fast 13% und einer Steigerungsrate von fast 20% gehen jedoch aus Deutschland schon deutlich mehr Produkte in diese Region als in die USA. Bereits knapp 20% der Einfuhren nach Deutschland kommen aus dieser Region mit Steigerungsraten von fast 13%.


Mittelfristig stehen dem ZVEI zufolge die Erhöhung der Produktivität, die Verbesserung der Qualität, des Umweltschutzes, der Energieeffizienz im Fokus dieser Länder. Wenn der Lohnkostenvorteil schwindet, steht auch die Wettbewerbsfähigkeit auf der Tagesordnung. Daher erwarte man aus dieser Region weitere Wachstumsimpulse.

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