Langsamen Schrittes den Berg hinauf

ZVEI stellt Zahlen für die Automatisierungsbranche vor

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29.04.2015 Die Automatisierungsbranche gibt der Elek­troindustrie Aufschwung. Nachdem die Hersteller elektrischer Automatisierungstechnik Anfang 2014 nach Stagnation im Vorjahr den Aufschwung vorausgesagt hatten, konnte sich dieser Trend zumindest leicht bestätigen Für 2015 wird mit weiterem, jedoch verhaltenem Wachstum gerechnet, berichtete der ZVEI auf der Hannover Messe 2015.

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Entscheider-Facts Für Ausrüster und Manager

  • Die deutsche Automatisierungsbranche geht von einem weiteren leichten Wachstum für 2015 aus, nachdem der Branchenumsatz 2014 nicht ganz so stark gewachsen war wie erhofft.
  • Für den Bereich Prozessautomatisierung gibt der ZVEI sich verhalten zuversichtlich: Nach einem Wachstum von 2,2 % im Jahr 2014 mache vor allem der niedrige Ölpreis der Branche zu schaffen.
  • Mit 250.000 Beschäftigten in der Branche spricht der Verband weiterhin vom 'Jobgarant Automation'.
ZVEI-Meldung "Automation erwartet weiteres Wachstum"

Mai 2015

1: Entwicklung der Prozessautomatisierung und Messtechnik 2014 in D gegenüber Vorjahr; 2: Ausfuhr aus den Regionen: Veränderung gegenüber dem Vorjahr in ProzentGrafik: Redaktion

Zuwachs in allen Bereichen
Der Umsatz in der Automatisierungsbranche stieg mit 0,4 % auf 46,7 Mrd. Euro zwar schwach, aber die Tendenz nach oben ist zu erkennen. Für 2015 erwartet der Verband leicht anziehendes Wachstum – vor allem aufgrund des gewachsenen Auftragseingangs von 3,5 % im Jahr 2014. „Die gesamte Elektroindustrie erwartet 2015 etwa 1,5 % Wachstum. Von der Automation glauben wir, dass sie noch etwas besser abschneiden kann“, bestätigte Gunther Kegel, Vorstandsvorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation auf der Hannover Messe.

Im Export legte die Automatisierungsbranche 2014 um rund 4 % auf 35 Mrd. Euro zu – nach 2,2 % Wachstum im Vorjahr. Wie auch 2013 waren die stärksten Exportmärkte China mit jetzt 14 % und die USA mit 10 % (2013: 13 und 11 %). „Das Exportwachstum nach Südostasien betrug 2014 stattliche 9,8 %“, so Kegel. Im Vorjahr hatte der Verband hier noch Rücklauf verzeichnet. 2014 beschränkte dieser sich auf die Exporte nach Europa außerhalb der EU.

Die Importe der Automatisierungstechnik sind mit 8,5 % doppelt so stark auf 22,3 Mrd. Euro gewachsen. Dabei betrug das Wachstum der Einfuhren aus China 17,6 %, das aus Südostasien 19,3 %. Kegel erklärt: „Von diesen Importen sind der überwiegende Teil ‚Inter-Company-Importe‘ deutscher Unternehmen. Immer noch exportieren wir weit mehr Produkte nach Asien, als wir von dort importieren.“

China erlebt derzeit einen Wandel zu mehr Binnenkonsum und Dienstleistungen – zweistellige Wachstumsraten erwartet Kegel dennoch nicht mehr. Dämpfend für die Automatisierungskonjunktur sieht er nach wie vor den Konflikt um die Ukraine.

Die Zahl der Beschäftigten blieb in Deutschland mit über 250.000 konstant. Im ‚Jobgarant Automation‘ lenke die Branche auch dieses Jahr wieder die Aufmerksamkeit auf den Fachkräftenachwuchs.

Prozessautomatisierung wächst weiter
„Die Prozessautomatisierung konnte mit 2,2 % auf 19,4 Mrd. Euro mehr Wachstum aufweisen als die anderen Branchensegmente. Wachstumstreiber sind auch hier China und Südostasien“, berichtete Hans-Georg Kumpfmüller, Vorstandsmitglied des ZVEI-Fachverbands Automation. Nach dem Einbruch im Jahr 2009 war das vergangene Jahr das fünfte Wachstumsjahr in Folge. Die Exporte sind 2014 um 3 % gestiegen, die Importe haben um 13,9 % zugelegt. Die Produktion stieg leicht um 0,6 %. Das zeigt laut Kumpfmüller, dass ein Teil des Wachstums nicht durch inländische Wertschöpfung umgesetzt wurde. Der Verband gibt sich für 2015 verhalten zuversichtlich in der Prozessautomatisierung.

Heftausgabe: Mai 2015
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Über den Autor

Sonja Utsch, Redaktion
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