Preisverfall bei Polysilicium

Wacker muss bei Anlagen 750 Mio. Euro abschreiben

06.12.2019 Das Münchner Chemieunternehmen Wacker muss etwa 750 Mio. Euro auf den Bilanzwert seiner Produktionsanlagen für Polysilicium abschreiben. Dies schlägt voll auf das Jahresergebnis 2019 durch, das um etwa den gleichen Betrag in die roten Zahlen rutschen soll. Grund seien Konkurrenz und Kunden aus China.

So erwartet das Unternehmen nun ein Ergebnis ohne einen Sondereffekt aus dem dritten Quartal „in der Größenordnung von etwa -750 Mio. Euro“. Die bisherige Prognose lag bei einem leicht positiven Jahresergebnis. Auf den Cashflow habe die außerplanmäßige Abschreibung dagegen keine Auswirkungen.

Januar/Februar 2015 2015

Die Preise für Polysilicium befinden sich derzeit auf Tiefflug. (Bild: Wacker)

Hintergrund der Abschreibung sei die nach wie vor ausbleibende Erholung der Preise für Polysilicium für die Solarindustrie. „Die erwartete Erholung auf dem Solarmarkt ist bisher ausgeblieben und die Preise für Polysilicium für Photovoltaikanwendungen sind nach wie vor sehr niedrig“, erläuterte Finanzvorstand Tobias Ohler.

Gründe liegen in China

Die geringen Preise wiederum führt das Unternehmen zurück auf die „hohen Überkapazitäten, die von chinesischen Herstellern aufgebaut wurden“.  Der chinesische Staat subventioniere diesen Ausbau nicht nur mit Krediten und Fördermitteln, sondern stellen dort den Polysilicium-Produzenten auch Strom aus Kohlekraftwerken zu extrem günstigen Preisen zur Verfügung. Gleichzeitig bleibe auch der Zubau von Solaranlagen in China hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.

Neue Anlagenprojekte im Oktober und November 2019:

Strategie bleibt unverändert

Trotz der Probleme will der Konzern die Strategie für sein Polysiliciumgeschäft nicht verändern. „Wir arbeiten weiter konsequent daran, unsere Kosten zu senken und fokussieren uns auf Polysilicium für Halbleiteranwendungen sowie auf hochqualitatives Material für monokristalline Solarzellen“, so Finanzvorstand Ohler. (jg)

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