Ausgangspunkt für Industrie 4.0

ABB stellt neue Version seines Prozessleitsystems vor

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23.04.2014 Auch die neue Version eines Prozessleitsystems kann Teil der Industrie 4.0 sein. Zumindest sieht der Automatisierungsspezialist ABB das für sein Release 6 seiner Leittechnik so. Auf der Hannover Messe erklärte Daniel Huber, Leiter der Division Prozessautomation in Zentraleuropa, den Zusammenhang: „Weil bei der Umsetzung von ‚Industrie 4.0‘ der Integrationsgedanke und die sichere Datenverfügbarkeit eine zentrale Rolle spielen, besitzen wir mit unserem offenen System 800xA einen sehr guten Ausgangspunkt.“

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Die Zusammenführung der IT-Welt mit der Leittechnik soll für zusätzlichen Nutzen sorgen.
  • Version 6 bietet laut Hersteller zahlreiche Funktionalitäten, um die Bedienereffizienz trotz hohen Datenaufkommens sicherzustellen.

Aus Sicht des ABB-Managers bildet die neue Version den vorläufigen Höhepunkt der Entwicklung, mit der die bereits vor zehn Jahren von dem Herstellers propagierte Vision einer „Industrial-IT“ immer näher an die Wirklichkeit rückt.
Tobias Becker, Leiter der globalen ABB Business Unit „Control Technologies“ ergänzt: „Als wir uns vor gut zehn Jahren angesehen haben, wohin sich die Prozessleittechnik entwickelt, erkannten wir, dass es zu einer Verschmelzung zwischen der Büroumgebung, der Chefetage, dem Bereich Rechnungswesen und der eigentlichen Prozessleittechnik kommen wird. Und es wurde uns auch klar, dass sich durch die Zusammenführung der IT-Welt mit der Leittechnik für unsere Kunden ein enormer zusätzlicher Nutzen ergeben würde.“

Integration von Unternehmens-
und Automatisierungsebenen

Der Begriff „Extended Automation“ (Kurzform xA) steht dabei auch für die Möglichkeit, von der Unternehmensebene direkt Einfluss auf den Prozess zu nehmen, indem etwa bestimmte Produktionsanforderungen für einzelne Chargen unmittelbar in die Auftragsverwaltung eingegeben werden können. Anders herum ermöglichen Diagnosedaten aus den Geräten Rückschlüsse auf die Gesundheit oder den Status des Equipments. „Damit lässt sich feststellen, ob Instandhaltungsmaßnahmen notwendig sind, die bei der Planung der Produktion berücksichtigt werden müssen“, erklärt Becker.
Der hohe Integrationsgrad wird jedoch gelegentlich auch als steigender Komplexitätsgrad wahrgenommen, wie Huber bestätigt. Der erste Blick täuscht jedoch, denn wo früher mehrere Systeme, zum Beispiel für die elektrische Versorgung und die Produktionsautomatisierung parallel bedient werden mussten, genügt jetzt ein einziges integriertes System. Zudem sind nun viele Abläufe eingebunden, die zuvor noch manuell und in Abstimmung von Mensch zu Mensch durchgeführt werden mussten. In Summe nimmt der Aufwand daher sogar ab, denn so Huber: „Mussten früher zwei Systeme separat konfiguriert werden und jetzt nur noch eines mit etwas höherem Aufwand, dann wird klar, dass eins plus eins nicht zwei ergibt, sondern der Aufwand insgesamt reduziert werden konnte.“
Das Leitsystem bietet laut Hersteller zahlreiche Funktionalitäten, um die Bedienereffizienz trotz hohen Datenaufkommens sicherzustellen. Becker: „Der Bediener kann sich auf die für ihn situativ relevanten Daten wie Alarme konzentrieren. Und wir werden auch künftig alles daran setzen, die Entwicklung hin zu einer ‚Industrie 4.0‘ in die richtigen Bahnen zu lenken.“[AS]

Hier können Sie die englische Original-Mitteilung des Herstellers lesen.

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Heftausgabe: Mai 2014

Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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