Windsack im Gegenwind

Bild: WF Seydlbast – Fotolia

| von Armin Scheuermann ist Chefredakteur der CHEMIE TECHNIK
  • Seit einem halben Jahr zeichnet sich wieder eine Teuerung im für Chemieanlagen am stärksten gewichteten Gewerk „Apparate und Maschinen“ ab.
  • Die Preise für elektrotechnische Ausrüstung, Rohrleitungen und Armaturen sowie für MSR-Einrichtungen stiegen zuletzt um jeweils zirka 0,6 %.
  • Die positive Gesamtentwicklung ist offenbar ein Indikator für die gesamte Projekttätigkeit im europäischen Raum.

Um 0,7 % legten die „Schwergewichte“ in Chemieanlagenprojekten zuletzt (Quartal zwischen August und November 2016) zu und zogen damit auch den Gesamtindex für Chemieanlagen nach oben (+0,55 %). Auch alle anderen Gewerke haben sich verteuert: So stiegen die Preise für elektrotechnische Ausrüstung, Rohrleitungen und Armaturen sowie für MSR-Einrichtungen zuletzt um jeweils zirka 0,6 %. Bauteilkosten sowie die Aufwendungen für Isolierung und Anstrich stiegen nur geringfügig um 0,3 %.

Ein anderes Bild zeigt sich beim Vergleich der Jahresdurchschnittswerte: Apparate und Maschinen sind im Vergleich zwischen 2016 zu 2015 um 1,3 % billiger geworden, die anderen Gewerke dagegen um rund 2 % teurer. Im Jahresdurchschnitt haben sich Chemieanlagen insgesamt um 0,9 % verteuert.

Die positive Gesamtentwicklung ist offenbar ein Indikator für die gesamte Projekttätigkeit im europäischen Raum – diese zeigt sich zuletzt robuster als die weltweite Entwicklung, die nach wie vor stark von den Rückgängen bei Explorationsprojekten im Öl- und Gassektor geprägt ist. Insbesondere die Chemiebranche hat für viele Lieferanten von Anlagenkomponenten wieder stärker an Bedeutung gewonnen, nachdem sich die großen Öl- und Gaskonzerne aufgrund des gesunkenen Ölpreises eine strikte Ausgabendisziplin verordnet haben.

Vierteljährig aktualisiertes Trendbarometer

Der CT-Preisindex für Chemieanlagen wird vierteljährlich aktualisiert. Er dient als Trendbarometer für Planer von Chemieanlagen sowie Betreiber, die die Kosten von Projekten näherungsweise abschätzen wollen. Im CT-Preisindex werden nach einer von H. Kölbel und J. Schulze entwickelten Methode die Gewerke Apparate und Maschinen, Rohrleitungen und Armaturen, MSR-Einrichtungen, Isolierung und Anstrich, elektrotechnische Ausrüstung sowie Bauteilkosten zu einem Index berechnet, dessen Basis das Jahr 2010 (=100) bildet. Aus der Gewichtung der Einzelgewerke resultiert ein Index für die Preisentwicklung von Chemieanlagen.

Die detaillierten Daten senden wir Ihnen per E-Mail gegen Rechnung gerne zu. Zahlende Abonnenten der CHEMIE TECHNIK erhalten den Preisindex kostenlos. Anfragen an: susanne.berger@huethig.de.

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