November 2015
| von Armin Scheuermann, Redaktion

CT: Noch ein Wort zur globalen Situation im Anlagenbau: Die großen Öl- und Gasproduzenten haben vor allem auch in den USA aufgrund des gesunkenen Ölpreises Investitionsprojekte in Billionen-Höhe gestoppt. Bedeutet das jetzt goldene Zeiten für Chemieprojekte, weil das Projektgeschäft von einem Anbieter- zu einem Käufermarkt geworden ist?
Wissel:
Das zeichnet sich ab. Wir sehen die Entwicklung im Bereich der Raffinerien und der Petrochemie in den USA. In China ist das ähnlich. Aufgaben und Maßnahmen im Project Engineering werden von der Firmenstrategie bestimmt.
Hinderer: Wir beobachten zwei Effekte: Die Mitarbeiter-Fluktuation ist deutlich geringer – es gibt gerade in Asien weniger Chancen, um attraktiv zu wechseln. In den USA waren die Kosten der Kontraktoren ein erhebliches Projektrisiko. Wir haben in der Peak-Phase des Fracking-Booms Projekte gestartet und mussten dafür erhebliche Risikozuschläge kalkulieren. Diese sind alle vom Tisch. Wir sehen dort eine Kostenerleichterung beim Engineering und bei der Ausführung. Wir haben dort inzwischen keine Schwierigkeiten, die Kompetenzen und Kapazitäten zu bekommen, die wir brauchen.

CT: Sehen Sie auch Auswirkungen auf die Projekttätigkeit in Deutschland?
Hinderer:
Wir beobachten ein großes Interesse der US-Anlagenbauer, hierzulande Geschäft zu generieren. 1510ct609

Dr. Jürgen Hinderer und Christian Wissel werden die neue Engineering-Struktur auf dem 4. Engineering Summit am 2. Dezember in Mannheim im Rahmen eines Vortrags vorstellen. Infos unter www.engineering-summit.de

Einen Beitrag zum TDI-Projekt bei Covestro in Dormagen finden Sie hier.

Hier finden Sie das Programm zum 4. Engineering Summit, auf dem Dr. Jürgen Hinderer und Christian Wissel vortragen werden.

Zu den Personen
Dr. Jürgen Hinderer

Dr. Jürgen Hinderer (Jg. 1964) leitet seit 1. Januar 2011 den Bereich Project Management & Engineering bei Bayer Technology Services. Nach seinem Studium der Verfahrenstechnik an der Universität Stuttgart und der Promotion an der TU Hamburg-Harburg begann er 1995 seine Bayer-Karriere im Bereich Technische Entwicklung-Formulierungstechnik in Leverkusen. Nach seiner Tätigkeit als Stabsleiter im Bereich Polyurethan-Technik in Dormagen wurde er Leiter Global Product Management Polyether-Polyols in Leverkusen, bevor er 2002 in Pittsburgh (USA) die Leitung Propylene Oxide Asset Management and Polyether Polyols Masterplanning übernahm. Ab 2006 verantwortete er weltweit den Bereich Safety & Technology im Bereich Industrial Operations bei Bayer Material Science.

Dipl.-Ing. Christian Wissel
Christian Wissel (Jg. 1961) ist seit 1. April 2015 Head of Global Project Engineering bei Bayer Material Science bzw. der Covestro Deutschland AG. Nach seinem Studium des Maschinenbaus an der Universität Hannover begann Wissel seine Karriere 1987 in der Ingenieurtechnik bei Bayer und arbeitete als Bereichsingenieur am Standort Dormagen. 1995 wechselte Wissel ins texanische Houston, wo er Projekte im Bereich der Polyurethane leitete. Von 2000 bis 2003 war er für den Bau der TAD-Anlage in Dormagen verantwortlich. Es folgten Stationen als Gruppenleiter bei Bayer Technology Services und als Projektleiter beim MDI-Großprojekt von Bayer Material Science in Shanghai. Zuletzt war Wissel für das Großprojekt der neuen TDI-Anlage in Dormagen verantwortlich.

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