November 2015
| von Armin Scheuermann, Redaktion

CT: Bislang hat Planting einen klaren Schwerpunkt in den Zielmärkten Chemie und Energieanlagen für die Prozessindustrie. Wie sehen ihre Pläne für die Pharmaindustrie aus?
Hofmann: 2017 wollen wir in der Pharmaindustrie 15 Prozent unseres Umsatzes machen. Von rund 30 Mio. Euro Umsatz sollen dann 5 Mio. Euro aus dem Pharmageschäft kommen. Schwerpunkt ist die Region Rhein-Neckar bis Basel.

CT: Was ist im Pharma-Engineering anders als im Chemieanlagengeschäft?
Hofmann: Bei Pharmaprojekten liegt der Schwerpunkt weniger auf der Anlagen- und Verfahrenstechnik-Kompetenz und häufig mehr auf der Seite der Bautechnik und der Technischen Gebäudeausrüstung – TGA. Im Gegensatz zu anderen Pharma-Planungsunternehmen bedeutet das für uns, dass wir uns von der Verfahrenstechnik zurück in die Bau- und TGA-Technik integrieren.

CT: Sind Kooperationen, wie die mit dem Qualifizierungs-Spezialisten Pitzek-Consulting für Sie  ein dauerhaftes Modell?
Hofmann: Langfristig wollen wir die Kompetenz selbst im Haus haben. In der EMSR-Technik arbeiten wir beispielsweise seit einigen Jahren mit Rösberg zusammen. Zu Beginn der Kooperation hatten wir drei eigene Mitarbeiter in diesem Bereich – inzwischen sind es 30. Da wird der Bedarf an Partnerschaft natürlich geringer. Für das Gewerk TGA haben wir heute drei  Mitarbeiter – wenn wir in den Pharmamarkt einsteigen, werden das mehr werden. Für die Qualifizierung haben wir bislang noch keine eigenen Mitarbeiter. Aber bis 2017 wollen wir die Qualifizierungs-Kompetenz im eigenen Haus haben.

CT: Warum dieser Trend zum „Insourcing“?
Hofmann: Projekte sind häufig sehr kurzfristig und wir müssen in der Lage sein, sehr schnell anzubieten. Vor Kurzem haben wir für ein Pharmaprojekt mit einem Volumen von einer halben Million Euro angeboten: Die Anfrage kam am 15. Oktober, das Angebot musste bis 23. Oktober abgegeben werden, Arbeitsbeginn ist im November. Das bedeutet für uns, dass wir innerhalb kürzester Zeit fünf bis zehn Mitarbeiter vollzeitlich für diesen Auftrag mobilisieren müssen, damit das Projekt in 30 Wochen abgeschlossen ist. Und wenn man solch enge Terminvorgaben hat und dann noch Subverträge schließen muss, dann wird das sehr spannend. Da ist es besser, man hat alle Gewerke selbst im Haus. . Neben der reinen Manpower ist die Projektarbeit an sich, mit den bekannten Iterationen und der Erfüllung von Kundenwünschen inhouse erst machbar. Und deshalb suchen sich die Kunden auch größere Partner.

CT: Wie groß muss ein Engineering-Unternehmen sein?
Hofmann: Wir sind mit 300 Mitarbeitern noch nicht zufrieden. Ich bin überzeugt, dass Größe ein zunehmend wichtiger Wettbewerbsfaktor wird. Bis 2017 wollen wir 400 Mitarbeiter haben – und auch dann wird die Entwicklung noch nicht abgeschlossen sein. Der Erfolg dieser Wachstumsstrategie hat uns in den vergangenen Jahren Recht gegeben.

Hier finden Sie das CT-Interview mit Dieter Hofmann von 2012.

Zur Person
Dieter Hofmann

Dieter Hofmann ist seit April 2010 Geschäftsführer beim Anlagenbau-Dienstleister Planting. Nach seinem Studium der Chemischen Verfahrenstechnik an der Universität Erlangen war Hofmann von 1992 bis 1995 bei Lurgi im Bereich Energie- und Umwelttechnik als Projektingenieur tätig. Darauf folgten sechs jahre als Projektmanager und Leiter der Projektabwicklung bei Ondeo Industrial Solutions. Von 2002 bis 2010 war Hofmann Geschäftsfeldleiter Engineering bei Infraserv Knapsack.

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