Mai 2014

  • Gefahrstoffe sind ätzend, radioaktiv, explosiv, leicht zu entzünden, gesundheitsgefährdend oder auch umweltschädigend. Aus Sicherheitsgründen müssen sie deshalb besonders gekennzeichnet sein.
  • Die 2009 in Kraft getretene GHS- oder auch CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 regelt die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen - und stellt die Unternehmen vor Herausforderungen.
  • Jetzt gibt es eine richtungsweisende Empfehlung seitens der EU, die mit bei den Betreibern entstandenden Unsicherheiten aufräumen soll.

Die bisher verwendeten Piktogramme auf vollflächigem orangefarbigen Quadrat sowie die R- und S-Sätze (Risk- und Safety-Statements) wichen Symbolen in roter Rautenform sowie H- und P-Sätzen (Hazard- und Precautionary-Statements). Auch besagt die Verordnung, dass die Etiketten eindeutig sein müssen. Das erzeugte bisher Unsicherheit bei den von der Verordnung betroffenen Unternehmen. Ist das Freilassen der Rautenfelder oder das Überdrucken mit schwarzer Farbe noch zulässig? Eine richtungweisende Empfehlung hierzu gibt es jetzt seitens der EU: Demnach dürfen Unternehmen leere Rauten, sofern sie nicht zu vermeiden sind, komplett schwärzen. Dies soll den Eindruck verhindern, ein Gefahrsymbol sei womöglich vergessen worden.

GHS-konform etikettieren
Eine vollautomatische Etikettierlösung, die von vorne­herein nur die Rauten und Inhalte auf die Etiketten druckt, die der Anwender benötigt, hat der Kennzeichnungsanbieter Bluhm Systeme mit dem Legi-Air Twin entwickelt. Das System ist für Unternehmen geeignet, die größere Behältermengen mit Etiketten mit wechselnden Inhalten gemäß der Verordnung zu etikettieren haben. „Natürlich müssen hierfür auf Kundenseite die entsprechenden Voraussetzungen in Form von automatisierten Prozessabläufen gegeben sein“, erklärt der Vertriebsdirektor von Bluhm Systeme, Andreas Koch. Bei der Etikettierlösung drucken zwei hintereinandergeschaltete Module neben den Gefahrenhinweisen „H“ und den Sicherheitshinweisen „P“ je nach Bedarf die zweifarbigen Warnsymbole in der erforderlichen Menge und Abmessung auf Blanko-Etiketten. Damit das System auch im Durchmesser unterschiedliche Gebinde präzise etikettieren kann, verfügt es über einen speziellen Riemenapplikator, der sich automatisch anpasst. Sind verschieden hohe Gebinde zu etikettieren, ist die Lösung auch mit höhenverfahrbarem Riemenapplikator erhältlich. Dadurch ist ein positionsgenaues, mittiges Etikettieren beispielsweise außerhalb der Sicken möglich. Einige führende Chemieunternehmen nutzen diese Lösung bereits.

Selbst Hand anlegen
Aber auch handgestützte Applikationen, um am Arbeitsplatz Etiketten mit der zweifarbigen Warnsymbolik zu erzeugen, sind bereits auf dem Markt. Eine kostengünstige und flexible Vor-Ort-Lösung hierfür ist ein Zweifarb-Etikettendrucker. Die fertig bedruckten Etiketten bringt das Personal anschließend per Hand auf. Auch besteht die Möglichkeit, bedruckte Etiketten mit Hilfe eines zusätzlich erhältlichen Aufwicklers aufzuwickeln. Die Etikettenrolle kann der Anwender anschließend in einen Spender einlegen, um die Etiketten automatisch auf durchlaufende Produkte zu applizieren. Mit den Alpha-Etikettenspendern lassen sich solche vorgedruckten Warn- und Sicherheitsetiketten auf Säcke, Kartons, Kanister oder sonstige Chemie-Gebinde positionsgenau etikettieren. „Automatisierte Lösungen sind nicht nur schneller und effizienter, auch das Ergebnis ist sauberer, da die Etiketten präzise aufgebracht werden. Außerdem bieten sie mehr Prozesssicherheit“, erklärt Vertriebsdirektor Koch. „Verbunden mit Prüf- und Verifiziereinheiten ist garantiert, dass stets das richtige Etikett auf das jeweilige Gebinde kommt.“

Explosionssicherheit
Da Gefahrstoffe generell für alle, die sich in diesem Umfeld bewegen, gefährlich sind, müssen auch die im Produktionsumfeld eingesetzten Kennzeichnungssysteme darauf abgestimmt sein. Die Atex-Richtlinie 94/9/EG, besser bekannt unter Atex 95, regelt das Inverkehrbringen und die Beschaffenheitsanforderungen von explosionsgeschützten Systemen. „Bei einem Etikettiersystem, das in einem leicht entzündlichen Umfeld zum Einsatz kommt, muss beispielsweise die Steuerung druckgekapselt sein. Auch ist bei der Wahl der einzelnen Bauteile darauf zu achten, dass diese antistatisch sind“, weiß Koch. Darüber hinaus müssen die Kennzeichnungssysteme robust sein und äußeren Einflüssen wie Staub oder Feuchtigkeit standhalten. Aber nicht nur an die Systeme, auch an die Kennzeichnung selbst werden Anforderungen gestellt. Gerade im Gefahrgutbereich ist es wichtig, dass Warnhinweise, Gewichtsangaben, Inhaltsstoffe etc. dauerhaft gut zu lesen sind. „Als Etikettenproduzent bieten wir Lösungen an, die speziell für das Kennzeichnen von Fässern oder anderen Transportbehältern mit Gefahrgut geeignet sind“, erklärt Koch. Diese erfüllen bestimmte Anforderungen, indem sie beispielsweise witterungsbeständig, fett- und ölresistent oder aber auch seewasserbeständig sind. Und auch der eingesetzte Etikettenkleber ist auf die Anforderungen der Chemieindustrie abgestimmt.

Interpack 2014 Halle 4 – E54

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