April 2016

Bild: ra2 studio – Fotolia

| von Armin Scheuermann, Redaktion
  • In der Chemie geht der Trend dahin, Geräte eines gleichen Typs in SIL- und Nicht-SIL-Anwendungen einzusetzen.
  • Die Betreiber wünschen sich längere Prüfzyklen für Sicherheitseinrichtungen.
  • Sowohl bei Themen der Anlagensicherheit als auch der IT-Security sehen die Befragten in erster Linie die Betreiber in der Pflicht.
  • Die Gefahr von Cyber-Angriffen wird von mehr als der Hälfte der Befragten gesehen.

Geteilte Meinung zum Zusammenhang zwischen Safety und IT-Security
Was haben IT-Security und Anlagensicherheit gemeinsam? Viel – meinen 58 % der Befragten. Mit der Diskussion um die Vernetzung von Anlagenkomponenten im „Internet der Dinge“ und unter dem Leitbild „Industrie 4.0“ gewinnt die Fragestellung an Brisanz. Was hilft die beste 2oo3-Verschaltung, wenn beispielsweise eine Zentrifugensteuerung von einem Computervirus übernommen wurde?

Erstaunlich ist allerdings, dass ganze 42 % der Befragten der Meinung sind, dass  IT-Security und Anlagensicherheit unabhängig voneinander sind. „Inhaltlich sollte mehr Zusammenarbeit sein, aber diese scheitert oft am fehlenden gemeinsamen Verständnis und einer fehlenden gemeinsamen Terminologie“, kommentiert ein Teilnehmer. Ein anderer hält die Umsetzung von beidem gemeinsam für zu komplex und empfiehlt deshalb die getrennte Betrachtung. Und die totale Vernetzung sehen die Befragten insbesondere für Sicherheitsfunktionen kritisch: „Zwei Zentimeter Luft sind die beste Firewall“, bringt es einer der Befragten auf den Punkt.

Bei der Frage, wer für die IT-Sicherheit verantwortlich ist, zeigt sich ebenfalls, dass IT-Sicherheit viele angeht: In erster Linie werden die IT-Abteilung des Anlagenbetreibers und der Anlagenbetreiber selbst gesehen, gefolgt von den Geräte- und IT-Herstellern und den Planern. Auch beim Thema IT-Sicherheit liegt die Verantwortung also klar beim Betreiber. Allerdings, so der Kommentar eines Befragten, braucht es die konstruktive Zusammenarbeit mit den Herstellern, deren Verantwortung darin bestehe, eventuell erkannte Sicherheitslücken über Patches und Updates zu schließen. Insgesamt beurteilen die Befragungsteilnehmer Cyber-Bedrohungen für ihre Anlagen durchaus unterschiedlich: 55 % sehen hier ein eher großes Bedrohungspotenzial, 45 % gehen von einer eher geringen Gefährdung aus.

Fazit: Themen der Funktionalen Sicherheit haben auch anderthalb Jahrzehnte nach Veröffentlichung der IEC-Normen nicht an Brisanz verloren. Aktuell werden die Kombination SIL/Ex-Schutz sowie der Zusammenhang mit der IT-Security diskutiert. Und natürlich bleibt auch die Interpretation der aktualisierten Normen ein Dauerbrenner.

Die Redaktion bedankt sich bei ihren Lesern für die rege Teilnahme sowie bei den in der Krohne-Akademie vertretenen Unternehmen Krohne, Phoenix Contact, TÜV Nord und Hima für die inhaltlichen Impulse beim Erstellen des Fragebogens.

Weitere Beiträge zum Thema Funktionale Sicherheit

1605ct909

Der Eintrag "freemium_overlay_form_cte" existiert leider nicht.