April 2015
| von Armin Scheuermann, Redaktion
 
  • Das Interesse der Anwender an einer durchgängigen Ethernet-Lösung für Prozessanlagen ist groß.
  • Groß sind allerdings auch noch die Herausforderungen, die erfüllt sein müssen, um „Ethernet in the Field" real werden zu lassen.
  • In der APL-Gruppe treffen sich Hersteller, um mögliche Konzepte zu diskutieren. Eine Einigung ist allerdings noch nicht in Sicht. top31505

Beide Lösungen haben ihre Vor- und Nachteile, sie unterscheiden sich im Wesentlichen in der Bandbreite, im Leistungsbedarf, der übertragbaren Energie und den Kosten. Und selbst bei einzelnen, in der APL-Group vertretenen Herstellern herrscht intern Uneinigkeit darüber, welcher Ansatz weiter verfolgt werden soll. Das Grundproblem: Wo liegt der optimale Kompromiss zwischen Bandbreite und Leistung? Denn je höher die geforderte Bandbreite, desto größer die erforderliche Leistung, was wiederum der Forderung nach „Eigensicherheit“ entgegensteht. Auch die Frage, was ein Anschluss an einem Druck- oder Temperatursensor kosten darf, spielt eine Rolle. Und so stellt sich die Grundfrage: Soll die Ethernet-Anbindung nur für komplexe Geräte mit großem Parameterumfang wie z. B. Coriolis-Durchflussmessgeräte geschaffen werden, oder aber auch noch den letzten Temperaturtransmitter erreichen? Müssen Spektrometer- oder Videosignale ebenfalls übertragen werden? Dazu kommt, dass die Lösung den Anwendern über Jahrzehnte Investitionssicherheit bieten soll. Und nicht zuletzt spielen vermutlich auch unternehmenspolitische Aspekte eine Rolle.

Im Juni will sich die APL-Gruppe wieder treffen. Unter anderem, um auszuloten, ob eine Kombination aus den beiden diskutierten Konzepten realistisch ist und Vor- und Nachteile beider Lösungen beseitigen kann. „Uns hält der Wille zusammen, eine Lösung zu finden. Aber das kann jederzeit auseinanderbrechen“, äußerte sich ein In­sider gegenüber der CT-Redaktion. Parallel werden die oben genannten Konzepte für  eine Ethernet-Lösung für den Ex-Bereich von den jeweiligen Herstellern weiterentwickelt. Wir werden diese in den kommenden Ausgaben vorstellen.

Zur Anwendersicht
Namur pocht auf Forderungen der NE 74

Auf der Namur-Hauptsitzung im November hatte Stefan Schmitz, BASF, die Forderungen der Anweder an eine Ethernet-Lösung für die Prozessindustrie im Rahmen eines Workshops vorgestellt. Wie bereits 2011 fordert die Interessensgemeinschaft, dass es für ein „Ethernet in the Field“
lediglich eine technische Umsetzung geben darf, die Anforderungen gemäß Namur-Emfpehlung NE 74 erfüllt werden müssen und die „angeblichen Vorteile im industriellen Umfeld“ erst unter Beweis gestellt werden sollen.
„Bitte vergessen Sie neben der Diskussion des Physical Layer nicht die Protokolle und schaffen Sie ein durchgängiges und modulares Gesamtkonzept“, adressierte Schmitz an die Hersteller.

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