Dezember 2014
| von Armin Scheuermann, Redaktion

Vom Ex-Backstein zur iPhone-App: Mobile Systeme im Praxiseinsatz

Um das Betriebspersonal jederzeit in die Lage zu versetzen, den Prozess optimal zu führen, werden in Zukunft neue Assistenzsysteme zum Einsatz kommen. Christian Klettner, Automation Manager bei der BASF und Obmann des Namur-AK 4.15 „Mobile Automation“, sieht in mobilen Automatisierungsgeräten den Schlüssel zur effizienten Gestaltung von Arbeitsprozessen und zur Reduzierung der Komplexität. „Allerdings ist die Nutzerakzeptanz ein entscheidender Erfolgsfaktor bei mobilen Anwendungen“, verdeutlicht Klettner mit Blick auf bislang häufig überfrachtete Oberflächen von Instandhaltungssoftware oder schweren Bediengeräten für den Einsatz im Ex-Bereich.

An den breit akzeptierten Mechanismen der Handynutzung orientiert sich beispielsweise das bei der BASF seit Oktober realisierte Projekt „Automation App Store“. Dabei wurden Automatisierungslösungen für die mobile Nutzung im Produktions- und Technik-Umfeld als Apps realisiert, die der Nutzer aus dem firmeneigenen Intranet auf sein Mobilgerät herunterladen kann. Anwender und Hersteller arbeiten außerdem mit Hochdruck daran, dass eine weitere Vision wahr wird: Der Einsatz von Augmented Reality-Systemen, bei denen beispielsweise Wartungspersonal vor Ort in der Anlage rollenbasiert und orts- sowie situationsspezifisch Informationen auf ihrem Mobilgerät eingeblendet bekommen, beispielsweise Alarmmeldungen, Handlungsanweisungen und Geräteinformationen.

In einer dritten Vision sollen Integrale Sensoren in Anlagen mit dezentraler Intelligenz künftig Schlüsselindikatoren (KPIs) liefern, mit denen der Zustand einer Anlage beurteilt werden kann und die eine transparente Sicht auf die Anlage ermöglichen. „Enabler dafür sind drahtlose Technologien“, verdeutlicht Klettner. Mit Blick auf den Streit unter den Protagonisten der drahtlosen Automatisierungstechniken Wireless Hart, ISA SP 100.11a sowie WIA-PA rechnen die Anwender inzwischen damit, dass diese von IT-Technologien wie TCP/IP überholt werden. „Die Interessen der Automatisierung müssen deshalb frühzeitig in die Standardisierung industrieller Kommunikationstechnik eingebracht werden“, fordert Klettner.

Fazit: In der Prozessautomation herrscht Aufbruchstimmung. Beflügelt durch das in der Chemie entstandene Bewusstsein für das Thema Industrie 4.0 macht sich die Community auf, künftige Automatisierungskonzepte neu zu denken – und will sich dabei die Ressourcen der Informationstechnik konsequent zu Nutze machen.

Hier finden Sie den Bericht zur Namur Hauptsitzung 2014.

 

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