November 2015
| von Norbert Barlmeyer, Fachjournalist für Aerzener Maschinenfabrik
  • Ob Nahrungsmittelindustrie oder klassische Verfahrenstechnik: Viele Prozesse funktionieren nur unter Druckverhältnissen, die deutlich unter denen der Atmosphäre liegen.
  • Im Betriebsalltag lösen häufig sogenannte Vakuum-Pumpstände, eine Kombination aus Vorpumpe und Drehkolbengebläse, dieses Problem.
  • Um hier eine für den Betreiber sinnvolle Kombination der beiden Komponenten zu finden, sollten Anwender und Hersteller eng miteinander kooperieren.

Vakuumgebläse mit Voreinlasskühlung
Vakuumgebläse mit Voreinlasskühlung (sogenannte Voreinlassgebläse) der Baureihe MHV liefert der Maschinenbauer in elf Größen für theoretische Nennansaug-Volumenströme von 250 bis 61.000 m³/h und einen Vakuumbereich von 300 bis 10 mbar. Sie kommen hauptsächlich im Grobvakuum- und Unterdruck-Bereich als Vorpumpe oder Unterdruckstufe gegen Atmosphäre zum Einsatz, um hohe Druckdifferenzen in einer Stufe zu erreichen und für hohe Kompressionsverhältnisse im Grobvakuum-Bereich bis p2/p1 = 5. Sie sind beispielsweise für Anwendungen geeignet, in denen ein Dauerbetrieb ohne Überhitzungsprobleme wichtig ist.

Vakuumgebläse für den Feinvakuum-Bereich
Die luftgekühlten Gebläse der Baureihe HV für den Vakuumbereich von 200 bis 10-3 mbar sind in zwölf Baugrößen für theoretische Nennansaug-Volumenströme von 180 bis 97.000 m³/h erhältlich (Drehzahlen von 3.000 bis 3.600 min-1). Sie kommen unter anderem in der Beschichtungstechnik, der Chemie- und Verfahrenstechnik, in zentralen Vakuumanlagen, in der Helium-Verdichtung und in Helium-Lecksuchanlagen zum Einsatz. Die Gebläse des Herstellers arbeiten durch ihren standardmäßigen Antrieb mit Motoren der Bauform IE 3 mit hoher Energieeffizienz und sind für Frequenzumrichterbetrieb geeignet. Als besonderes Alleinstellungsmerkmal sind sie optional auch mit einer Atex-Zulassung 94/9/EG erhältlich.

Spaltrohrgebläse für den Hochvakuum-Bereich
Die dauerlauffesten Spaltrohrgebläse der Baureihen CM (für aggressive Gase) und HM (für neutrale Gase) sind für die industrielle Hochvakuumtechnik mit einem Vakuumbereich von 200 bis 10-5 mbar geeignet. Sie arbeiten mit einem hermetischen Antrieb, weil die Antriebswelle durch einen integrierten Spaltrohrmotor ohne Durchführung zur Atmosphäre abgedichtet wird. Durch die nahezu Verdoppelung der Drehzahlen auf 6.000 bis 7.200 min-1 bei gleicher Baugröße ergeben sich Abpumpzyklen im Sekundenbereich, was zu einer deutlichen Beschleunigung der Produktionsabläufe beim Betreiber führt. Geeignet sind die beispielsweise für die Chemie- und Verfahrenstechnik, der Folien- und Glasbeschichtung, beim Evakuieren von Wasserstoff und überall dort, wo Leckagen unbedingt zu vermeiden sind. Durch unterschiedliche Motorvarianten für Netz-, Zyklus- und Dauerbetrieb sind individuelle Lösungen möglich.

Fazit
Für das optimale Auslegen eines Pumpstandes zur Vakuumerzeugung gibt es keine Lösungen „von der Stange“, da die Leistungsparameter von Vorpumpe und Vakuum-Drehkolbengebläse optimal aufeinander abgestimmt sein müssen. Nur dann erreicht der Pumpstand die vom Betreiber geforderten Parameter und den vorgegebenen Betriebspunkt. Eine sinnvolle Lösung ist deshalb nur durch eine intensive Beratung durch den Lieferanten des benötigten Vakuumgebläses zusammen mit dem Hersteller des Pumpstandes zu erreichen, der die Vorpumpe ebenso zukauft wie das Vakuumgebläse.

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