| von Scheuermann
Die Magnetkreiselpumpe MDW fördert bis zu 300 m3/h

Die Magnetkreiselpumpe MDW fördert bis zu 300 m3/h

Magnetgekuppelte Pumpen werden dort, wo gefährliche Flüssigkeiten gefördert werden, immer häufiger als Alternative zu Kreiselpumpen mit Gleitringdichtung eingesetzt. Im Umfeld der Achema haben zahlreiche Hersteller Neu- und Weiterentwicklungen vorgestellt.

600m3/h-Kunststoffpumpe Erstmals zeigte beispielsweise der inzwischen zur Idex-Gruppe gehörende Hersteller Richter Chemie-Technik seine 600 m3/h-Chemiemagnetpumpe MNK auf der Achema. Die für Großanlagen der Basischemie konzipierte Horizontalpumpe in Heavy-duty-Bauweise entspricht den Normen EN 22858, ISO 2858 und ISO 5199. Das geschlossene Laufrad besteht aus PFA und verfügt laut Hersteller über hydraulisch optimierte Schaufelkanäle, die für einen hohen Wirkungsgrad und einen niedrigen NPSHr-Wert sorgen. Ein robustes Gleitlager aus SSiC soll Schäden bei kurzzeitigem Trockenlauf verhindern. Die Pumpe ist für Betriebsdrücke bis PN 25 und Temperaturen zwischen -60 und 150 °C ausgelegt. Typische Anwendungen sind Förderaufgaben in der Chloralkali-Elektrolyse, Schwefelsäure oder die Kunststoffproduktion und das Recycling.

Hohe Förderleistung Auch Iwaki hat mit seiner neuen, einstufigen Magnetkreiselpumpenserie MDW hohe Förderleistungen – bis zu 300m3/h – im Blick. Die dichtungslose Bauweise erreicht eine maximale Förderhöhe von 98m und erlaubt den Verzicht auf wartungsintensive Bauteile wie Wellenabdichtungen oder Kugellagerungen. Die medienberührten Teile werden in korrosionsbeständigen Materialien wie PFA, PTFE, ETFE und SiC ausgeführt. Das metall- und wirbelstromfreie Spalttopfsystem (dreilagig) ist mit hohen Sicherheitsreserven auf einen Nenndruck von PN 16 ausgelegt. Die Pumpen entsprechen der ISO Norm 2858/DIN EN22858 und ermöglichen damit den problemlosen Austausch vorhandener Normpumpen. Die nach hinten ausziehbare Konstruktion vereinfacht Service- und Wartungsarbeiten.

Temperaturüberwachung integriert Wernert-Pumpen hat seine zur Achema 2006 erstmalig vorgestellte, trockenlaufsichere Monsun-Baureihe (siehe Bericht „Spalttopf auf den Kopf gestellt“ in CT 7/06, abrufbar unter www.chemietechnik.de) weiterentwickelt: Der Rotor der Magnetkupplungspumpe wird nun komplett ohne statische Dichtungen ausgeführt, was die Anzahl statischer Dichtstellen auf zwei reduziert. Gerät die Pumpe in einen kritischen Betriebszustand, so übernimmt ein Notreservoir die Schmierung der SiC-Gleitlager. Der Temperaturanstieg kann mit einem optionalen Sensor überwacht werden. Eine preisgünstige Auswerteeinheit an der Pumpe ermöglicht es, beim Überschreiten eines voreingestellten Temperaturwertes die Pumpe abzustellen. Der Temperaturverlauf kann in einem Mini-Datenlogger ausgewertet werden.

Low Cost-Variante Die Optimierung der Investitionskosten war bei der Entwicklung der Magnetkupplungspumpen RMA laut Hersteller Richter Chemie-Technik ein wesentlicher Schwerpunkt: In vielen Anwendungen liegen die Anforderungen hinsichtlich Korrosionsbeständigkeit und Betriebstemperatur im mittleren bis unteren Bereich. Die RMA-Pumpen sind für einen Betriebsdruck bis 19 bar und für einen Temperaturbereich von -29 bis 150°C ausgelegt. Die Pumpe ist in acht Baugrößen mit Leistungen von 0,1 bis 180 m3/h lieferbar und erreicht Förderhöhen bis 150m und einen Betriebsdruck bis 19bar. Der drucktragende Spalttopf besteht aus CFK und arbeitet wirbelstromfrei. Dadurch wird keine Wärme ins Fördermedium eingetragen. Die Pumpen werden auch als Blockpumpe angeboten und entsprechen den ASME/ANSI-Standards B73.3 und Cl. 150.

10 mm PFA schützen das Gehäuse Die magnetgekuppelte Kunststoffpumpe MPC von Munsch verfügt über ein Spiralgehäuse aus 10 mm starkem PFA, was der Pumpe entsprechnde Reserven gegenüber abrasiven und aggressiven Medien verleiht. Die CFK/PFA-Spalttöpfe in Verbundbauweise sind diffusionsdicht und chemisch beständig. Als Gleitlagerwerkstoff kommt hochreines SiC zum Einsatz. Die Lager tolerieren kurzzeitigen Trockenlauf. Durch das CFD-Verfahren der Turbulenzmodellierung können bei der Konstruktion Verlustzonen sichtbar gemacht werden, was zu niedrigeren Anschaffungs- und Betriebskosten führt. Ändern sich die Betriebsbedingungen, können nachträglich Spülanschlüsse eingeschraubt werden. Die Pumpe entspricht den Standards EN 22858/ISO 2858/ISO 5199 und erreicht einen Förderstrom bis 150 m³/h. Die Förderhöhe beträgt bis 80m, als Betriebstemperatur wird ein Bereich von -20 bis 150°C angegeben.

Packt auch Feststoffhaltiges Die Verdermag TB von Verder eignet sich nicht nur für reine Flüssigkeiten, sondern kann auch feststoffhaltige Medien fördern. Bauteile aus ETFE und SiC-Lager ermöglichen zudem die chemische Beständigkeit gegenüber einer großen Bandbreite von Medien. Die Pumpen sind so konstruiert, dass Feststoffe kein Hindernis mehr darstellen und feststoffbeladene Medien problemlos verpumpt werden können. Hierzu wird ein spezieller Dichtring eingesetzt, der den Bereich des Spalttopfes vom Spiralgehäuse trennt. Dies hat den Vorteil, dass grobkörnige Feststoffe nicht in den Spalttopf geraten und dort Schäden verursachen können. Partikel kleiner 100µm stellen kein Problem dar.

Keramischer Spalttopf für PN40 Über die Magnetkupplungspumpe SLM NVO vom Hersteller Klaus Union hatten wir im Beitrag „Kampf dem Wirbelstrom“ in CT 5/09 (Abruf unter www.chemietechnik.de) ausführlich berichtet. Bei dieser Maschine kommen ebenfalls nichtmetallische – und damit wirbelstromfreie – Spalttöpfe aus Keramik und Verbundmaterial zum Einsatz: CFK verleiht Letzteren die mechanische Festigkeit, PTFE sorgt für die chemische Beständigkeit. Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, Betriebsdrücke bis PN 40 zu realisieren.

Meistert Trockenlauf Der Hersteller Bungartz hat sich dem Problem des Trockenlaufs mit einer neuen Pumpenvariante angenommen (siehe dazu auch Artikel in CT 5/09 „Brückenschlag gelungen“ (www.chemietechnik.de). Durch die Kombination aus Magnetkupplung und hydrodynamischer Dichtung kann die Pumpe unabhängig vom Fördermedium eingesetzt werden und widersteht auch längerem Trockenlauf. Das Laufrad ist zu diesem Zweck mit Rückenschaufeln ausgestattet, die für die hydrodyamische Abdichtung sorgen.

Vakuum- und temperaturfest Vakuumfestigkeit und Betriebstemperaturen bis 200°C zeichnen die Magnetkupplungspumpe „Lined“ (MKPL) von CP Pumpen aus. Es handelt sich um eine korrosionsfeste, hermetisch dichte Pumpe mit Metallpanzer aus EN-GJS-400-18 (GGG 40.3) und massiver PFA-Auskleidung. Die Version 150-125-315 erlaubt Volumenströme bis 360m3/h und Förderhöhen bis 85m (Nenndruck: PN 16). Die Pumpe ist sowohl mit geschlossenen Laufrädern mit hohem Wirkungsgrad sowie mit offenen Laufrädern mit tiefem NPSH-Wert erhältlich. Die groß dimensionierten, massiven, betriebssicheren Gleitlager aus Rein-SSiCwiderstehen hohen Belastungen. Die PFA-Auskleidung ist formschlüssig auf der starken Metallarmierung verankert, was die Konstruktion robust macht. Ein Metallfreier Spalttopf vermeidet die Entstehung von Wirbelströmen und reduziert so den Energiebedarf, ein Anlaufschutz verhindert Beschädigung des Spalttopfes.

Metallische Blockpumpe Aber nicht nur bei den kunststoffausgekleideten Magnetkupplungspumpen gab es auf der Achema Neuheiten zu verzeichnen. Dickow Pumpen hat mit der magnetgekuppelten Blockpumpenbaureihe KMB eine Pumpe vorgestellt, bei der die treibende Magnetkupplung fliegend auf der Motorwelle angeordnet ist. Dadurch entfallen die sonst eingesetzten Wälzlager. Die Typen KML/KMB sind einflutige, einstufige Spiralgehäusepumpen. Sie verfügen über geschlossene Laufräder und sind in Prozessbauweise, mit axialem Saugstutzen und senkrecht nach oben zeigendem Druckstutzen, ausgeführt. Förderleistung und Gehäuseabmessungen entsprechen der DIN EN 22858. Für Fördermedien mit niedrigem Schmelz- bzw. Kristallisationspunkt gibt es eine Ausführung bei der Spiralgehäuse und Spalttopf beheizt sind.

Fördert ausgasende Medien Die magnetgekuppelte und Atex-zertifizierte Pumpenbaureihe Sohm ist nach Angabe das kleinste, leichteste und preiswerteste Pumpenaggregat im Programm des Herstellers Sero. Als selbstansaugende Seitenkanalpumpe hat sie einen sehr niedrigen NPSH-Wert und ermöglicht es, gasbeladene sowie temperatur- oder betriebsbedingt leicht ausgasende oder giftige und umweltschädigende Medien sicher zu fördern. Die Baureihe ist als Blockpumpe für die Verschraubung ohne Grundplatte direkt auf das Fundament vorgesehen; dies spart Platz und Kosten. Trotz des Leichtbaus sind Nenndrücke bis 16 bar möglich.

Spaltrohr für 1000 m3/h Nikkiso-KSB zeigte die Spaltrohrmotorpumpe SGM, HN-Type. Diese wird für Fördermengen bis 1000 m3/h und Förderhöhen bis 200m eingesetzt und kann bei Temperaturen von -50 bis 170°C betrieben werden. Die Maschinen können auch in Vakuumsystemen eingesetzt werden und sind in Blockbauweise ausgeführt. Durch den Spaltrohrmotor erreichen die Pumpen eine hohe Energieeffizienz bei kompakter Bauweise.

Der Eintrag "freemium_overlay_form_cte" existiert leider nicht.