| von Armin Scheuermann , Redaktion

Das Entleeren und Abfüllen von Behältern war in der Vergangenheit häufig ein wenig beachtetes Detail in Produktionsprozessen. Oft wurden und werden dazu zum Teil mehr oder weniger geeignete Behälterpumpen eingesetzt. Aber: Sind die verwendeten Schläuche, Abfüllarmaturen und Dichtungen überhaupt geeignet? Auf der Seite der Betreiber steigt das Sicherheitsbewusstsein und auch die Hersteller von Fass- und Behälterpumpen haben längst hinzugelernt und unterstützen die Anwender durch entsprechende Angebote.

Auf den Anwendungsfall abgestimmte Pumpen-Sets, bestehend aus Motor, Pumpwerk, Gewebeschlauch, Schlauchschellen und -anschlüssen, Zapfpistole und Fassadapter, geben dem Betreiber und Bedienpersonal die Gewissheit, das richtige Zubehör für die Anwendung einzusetzen. „Der Betreiber muss sich seine Pumpenkonfiguration nicht mehr mühevoll selbst zusammenstellen“, erklärt Jürgen Lutz, Geschäftsführer bei Lutz Pumpen, den Erfolg des Konzepts.

Neue Lösungen gefordert

Und auch andere aktuelle Entwicklungen verdeutlichen, dass die Weiterentwicklung von Behälterpumpen inzwischen stark von der Anwendungsseite getrieben ist: „Der Markt ist viel schnelllebiger geworden und die Vielfalt der Anwendungen nimmt stetig zu“, erklärt Lutz die Situation. Ein Beispiel ist die Entwicklung einer speziellen Lösung zum Abfüllen des zur Dieselruß-Verbrennung eingesetzten Harnstoffs (Ad Blue) aus Intermediate Bulk Containern (siehe Bericht in CT 12/05, „Sicher im Kreis“). „Voraussetzung für solche Lösungen ist, dass man die Branchen sorgfältig beobachtet und mit den Anwendern spricht“, erklärt Lutz. So sieht der Hersteller weitere Potenziale in der sich entwickelnden Branche alternativer Kraftstoffe, aber auch in anderen Märkten. „In Entwicklungsländern passieren im Umgang mit kritischen Flüssigkeiten immer noch viele vermeidbare Unfälle. Die Frage ist: Wie können wir hier zur Sicherheit beitragen?“, nennt Lutz ein weiteres Feld.

Und längst sind es nicht mehr ausschließlich die Produkte selbst, die für spezifische Anwendungen entwickelt werden sollen. Mehr und mehr verlangen die Betreiber auch speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Services. Für ein Unternehmen der Großchemie hat der Hersteller eigens ein Reparaturkonzept entwickelt. Die Ausgangssituation: Mit den jeweils für eine Anwendung geltenden Sicherheitsvorschriften und Beständigkeitsanforderungen stieg die Vielfalt der eingesetzten Pumpen und -komponenten und dadurch der Aufwand für die Ersatzteilhaltung, Schulung des Instandhaltungspersonals etc.

Reparaturkosten runter

Die Reparatur solcher Fasspumpen wird nun komplett von dem Wertheimer Hersteller organisiert. Dazu gehören der sichere Transport in eigens dazu gefertigten Mehrweg-Transportbehältern, die Dekontaminierung sowie die Neugeräte-Gewährleistung. Das Ersatzteillager des Chemiewerkes wurde aufgelöst und ein Pumpenpool geschaffen, aus dem zur Reparatur eingeschickte Pumpen sofort ersetzt werden.

Ein EDV-gestütztes Auswertesystem erlaubt es, Rückschlüsse auf die Ausfallursachen zu ziehen. Gleichzeitig können die Erkenntnisse aus der gezielten Fehlerauswertung in der Pumpenentwicklung genutzt werden. Um den kaufmännischen Aufwand (Kostenvoranschläge, -freigaben…) so gering wie möglich zu halten, wird zwischen Bagatellreparaturen und einer Abwicklung über Pauschalpreise unterschieden. Für den Chemiebetrieb haben sich die Reparaturkosten dadurch deutlich reduziert, jede reparierte Pumpe hat wieder die Neugeräte-Gewährleistung.
Jürgen Lutz ist überzeugt, dass solche Konzepte an Bedeutung gewinnen: „Es ist wichtig, dass man als Hersteller im Fluidhandling das ganze Spektrum anbieten kann.“

„Für uns steht heute mehr denn je die Betriebssicherheit des gesamten Produkts im Vordergrund“
Jürgen Lutz ist Geschäftsführer bei Lutz Pumpen

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