September 2012
| von Armin Scheuermann, Redaktion

Sichere Dampfsysteme
  • Dampfschläge zählen zu den größten Gefahren, die von Dampfsystemen ausgehen.
  • Kondensatableiter sorgen dafür, dass Kondensat laufend aus Dampfleitungen und Apparaten entfernt wird und verhindern so Dampfschläge.
  • Thermodynamische Kondensatableiter zeichnen sich durch eine gute Anpassung an schwankenden Kondensatanfall aus.
  • Mit der Überwachungseinheit Staps kann die Funktion von Kondensatableitern kontinuierlich drahtlos überwacht werden.
  • Eine neue Anschlusseinheit für Kondensatableiter sorgt für einfache Montage und Wartung.

Zu den größten Gefahren, die von Dampfsystemen ausgehen können, gehören Dampfschläge. Diese treten auf, wenn heißer Dampf in kalte Flüssigkeiten einströmt. Dazu kann es beispielsweise kommen, wenn sich in Dampfleitungen und Apparaten Kondensat sammelt. Beim Dampfschlag kollabieren Dampfblasen schlagartig, wodurch Druckwellen entstehen, die zu schweren Schäden an Rohrleitungen und Apparaten führen können. Um Dampfschläge zu vermeiden, werden Kondensatableiter eingesetzt. Diese Regelarmaturen sorgen dafür, dass entstehendes Kondensat laufend aus der Dampfleitung oder aus Apparaten zuverlässig entfernt wird.

Auf der Achema stellte der Dampf-Spezialist Spirax Sarco mehrere Neuheiten und Weiterentwicklungen rund um das Thema Kondensatableiter vor. Darunter einen neuen thermodynamischen Kondensatableiter mit austauschbarem Sitz, der sich durch eine gute Anpassung an schwankenden Kondensatanfall bei sich ändernden Drücken auszeichnet. Die TDC46M und TDS46M genannten Armaturen werden beispielsweise zur Streckenentwässerung, für Dampf-Begleitheizungen sowie an Turbinen eingesetzt. Bei der Streckenentwässerung bis 46 bar muss das Kondensat verzögerungsfrei, ohne Bildung eines Rückstaus abgeleitet werden. Außerdem kommt es hier vor allem auf eine robuste Konstruktion und Langlebigkeit an. In dampfgetriebenen Turbinen sorgen die Ableiter dafür, dass die Gefahr von Beschädigungen wie Erosion oder Korrosion der Turbinenschaufeln und des Gehäuses sowohl beim Start der Turbine als auch im Betrieb reduziert wird.

Universalanschluss senkt Wartungskosten

Um die Montage- und Wartungskosten beim Aufbau von Dampfsystemen zu verringern, wurde die neue Kondensatableiter-Anschlusseinheit STS 17.2 entwickelt. Sie vereint zu- und abflussseitige Absperrkugelhähne, Schmutzfänger, Rückschlagventil und Universalanschluss in einem kompakten Edelstahlgehäuse. An die vormontierte Konstruktion können unterschiedliche Kondensatableitertypen angeschlossen werden. Durch den Universalanschluss lassen sich Ableiter über das Lösen von lediglich zwei Schrauben schnell und einfach warten. Die in der Anschlusseinheit eingesetzten Kugelhähne sind verriegelbar. Optional lässt sich die Armatur durch eine automatische Kondensatableiter-Überwachung, Kugelhähne mit Schaltwellenverlängerung sowie eine doppelte Absperrung auf der Zuflussseite ergänzen. Außerdem sind ein vorkonfektionierter Isoliermantel und ein integriertes Ausblaseventil zur Reinigung des Schmutzfängersiebs während des Betriebs als Option verfügbar.

Drahtloses Ohr am Kondensatableiter

Als Achema-Highlight stellte der Hersteller außerdem das drahtlose Kondensat-Überwachungssystem Staps Wireless vor. Mit ihm lassen sich Kondensatableiter mit relativ geringem Installationsaufwand kontinuierlich überwachen. Das Überwachungsgerät wird dazu mit einem mechanischen Schnellverschluss an der kondensatführenden Rohrleitung befestigt. Die „Steam Traps Acustic Performance Solutions“ (Staps) genannte Einheit beruht auf einer Analyse der Strömungsgeräusche und dem Vergleich mit einem vorher aufgenommenen Soll-Zustand. Das System generiert daraus Informationen über den Ausfall eines Kondensatableiters sowie den geschätzten Dampfverlust. Auch eine ineffiziente Arbeitsweise des Ableiters kann so entdeckt werden. Blockierte oder durchblasende Ableiter werden identifiziert, wodurch Betriebskosten eingespart werden können. Um die Installationskosten gering zu halten, werden die Daten zwischen Überwachungsgerät und dem Computer mit der Auswertungssoftware drahtlos übertragen. Dazu nutzt das System den Wireless-Standard Zigbee. Das Überwachungsgerät wird von einer langlebigen Batterie mit Strom versorgt.

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