Juni 2015
| von Christoph P. Pauly ist Pressereferent bei KSB
  • KSB hat sein Programm an Chemiepumpen komplett überarbeitet. Den vorläufigen Schlusspunkt markiert eine Spaltrohrmotorpumpe für gefährliche Flüssigkeiten.
  • Die Pumpen werden im Prüffeld des Herstellers auf Herz und Nieren getestet. Wellendichtungslose Pumpen müssen insbesondere auf dem Heißwasserstand ihre Eignung beweisen.
  • Die Spaltrohrmotorpumpe kommt im Temperaturbereich bis 400 °C zum Einsatz.

Hart an der Verdampfungsgrenze
Bei der Ausführung HS geht es um Anwendungen, die normalerweise ein Problem für den Spaltrohrmotor darstellen. Das sind zum Beispiel Flüssigkeiten, die ferritische Bestandteile beinhalten. Diese können sich im magnetischen Feld des Motors anreichern und würden zum Verschleiß führen. Oder Flüssigkeiten, die Ablagerungen bilden oder sehr schnell zur Polymerisation neigen, zählen dazu.

Trotz hoher Temperaturen auf dem Versuchsstand gab es jedoch keine Überraschungen bei der Ecochem Non-Seal. „Das Produkt läuft sauber“, so das Fazit der Prüfer. Dies mag auch daran liegen, dass die Pumpe für das Prüfteam keine unbekannte Größe war. Die Lagerung ist bereits seit vielen Jahren in den wellendichtungslosen Pumpen des Herstellers auf dem Markt und hat sich tausendfach in der Praxis bewährt. Mit Weitblick hat man die neuen Spaltrohrmotorpumpen in die Versuchsreihen von Anfang an mit einbezogen. Dazu gehörten beispielsweise auch die Axialkraftmessungen der Hydraulik. Diese Ergebnisse flossen in die Entwicklung der neuen Pumpe mit ein. Dennoch: Allein an der Überprüfung und Validierung der neuen Baureihe hat das Prüfteam ein ganzes Jahr gearbeitet, um alle Varianten der Spaltrohrmotorpumpe wirklich auf Herz und Nieren zu testen. Dabei geht es aber nicht nur um Überprüfung der vorgegebenen Eigenschaften, sondern auch um die Verbesserung bereits erzielter Ergebnisse. 

Ein weiterer Aspekt ist die Überprüfung von Lieferanten. Sie nimmt einen wichtigen Anteil an der Arbeit des Teams ein. Wenn beispielsweise die Gießerei gewechselt wird, muss man die hydraulischen Eckdaten aller Laufräder noch einmal prüfen. Nur so kann man feststellen, ob neue Lieferanten die Qualitätsvorgaben erfüllen. 

Das letzte Wort hat der Konstrukteur, dennoch ist es mit der einfachen Dokumentation der Messdaten nicht getan. „Wir müssen zum einen beurteilen, ob die Messdaten sinnvoll sind und zum anderen haben wir ja auch eine Verantwortung für das Prüffeld“, erklärt Kirst: „So fahren wir die Pumpen an kritische Temperaturen und Drücke heran. Wir belasten die Lager bis an ihre Auslegungsdaten, um Grenzen auszuloten und mehr Sicherheit für unsere Kunden zu bekommen. Solche Tests sind notwendig, um die Qualität später im Betrieb einzuhalten.

Zur Technik
Neue Spaltrohrmotorpumpe

Die leckagefrei arbeitenden Spaltrohrmotorpumpen der Baureihe Ecochem Non-Seal von KSB sind für den Transport gefährlicher, aggressiver, entflammbarer sowie explosiver Flüssigkeiten konzipiert. Außerdem kommen sie bei der Förderung von giftigen, sehr heißen oder kalten sowie leicht flüchtigen und wertvollen Flüssigkeiten zum Einsatz. Die Baureihe ist eine Kombination aus der seit Jahren in der Verfahrenstechnik eingesetzten Chemienormpumpe Mega CPK und Spaltrohrmotoren des japanischen Kooperationspartners Nikkiso. Die Pumpen haben Abmessungen entsprechend der Norm ISO 2858 und sie erfüllen die Anforderungen der Normen DIN/EN/ISO 15783 sowie der API 685. Ein energieoptimiertes elektrisches Motordesign sorgt für einen sparsamen Betrieb. Der geräuscharm laufende Motor hat ein korrosionsbeständiges Spaltrohr aus Hastelloy (2.4610). Die neue Baureihe wird in vier Standardvarianten erhältlich sein, in je einer Ausführung für die Chemie, für Wärmeträgermedien, für polymerisierende oder ferrithaltige Medien sowie in einer besonderen Variante für Leichtsieder und Flüssiggase. SpecialPumpen

Achema 2015 Halle 8.0 – H14

Hier finden Sie mehr Informationen zur neuen Spaltrohrmotorpumpe von KSB

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