Oktober 2013
Bild: © Andreas Bouloubassis - Fotolia.com

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Das Timing passt: Rechtzeitig zum Altweiber-Sommer, der weniger mit Damen fortgeschrittenen Alters als vielmehr mit Spinnweben zu tun hat (mit „weiben“ wurde im Althochdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet) kommt diese Entwicklung aus den USA: Einem Forscher aus Florida ist es gelungen, Spinnweben mit Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu beschichten und dadurch einen verleichsweise belastbaren Spinnfaden herzustellen, der den elektrischen Strom leitet.
Wozu das gut ist? Die Dehnbarkeit und Leitfähigkeit ermöglicht es, das Material für die Entwicklung hochsensibler Sensoren, beispielsweise zur Pulsmessung, zu nutzen. Und der Clou dabei: Die Herstellung ist lächerlich einfach. Man nehme ungefähr ein halbes Pfund Spinnfäden, die sich jetzt im Herbst sehr einfach in Haus und Garten einsammeln lassen, gebe das ensprechende Äquivalent Kohlenstoff-Nanoröhrchen und einen Tropfen Wasser dazu. Dann gut schütteln, fertig ist die High-tech-Wolle. So ähnlich ist das auf den Webseiten der Florida State University beschrieben.  
Wichtig erscheint allerdings, dass der Weiber-Sammler (nicht was Sie denken, sondern natürlich im althochdeutschen Wortsinn!) darauf achtet, im Gewebe vorhandene Spinnen und Fliegen vor dem Coaten zu entfernen. sonst drohen leitfähige Mutanten, die quasi als „Superbugs“ Computer und elektronische Geräte lahmlegen können.
Der Forscher Eden Steve sieht im „spiderwire“ bereits  eine ökologisch unbedenkliche Alternative zu Kabeln in elektronischen Geräten, die mit allerlei Chemikalien behandelt werden.
Die Weiterentwicklung könnte darin bestehen, Spinnen gleich von vornherein mit dem Kohlenstoffzeugs zu füttern, damit diese von Anfang an spiderwire produzieren. Wenn es dann noch gelingt, die Achtbeiner so zu dressieren, dass sie in SMD-Bestückungslinien Dienst tun, dann sind den produktiven Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Es sei denn, Ihr Unternehmen beschäftigt Arachnophobiker…[as]

Hier geht´s zum Bericht der Florida State University.

Einen ausführlichen (wissenschaftlichen) Beitrag zum Thema finden Sie auf nature.com

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