Öl

(Bild: Fortis Design – AdobeStock)

  • Die steigende Nachfrage stetig knapper werdende Energie­ressourcen und sich ändernde Marktbedingungen beschäftigen die Hersteller von Schmierstoffen.
  • Mit LEPD bietet EDL ein neuartiges Verfahren zum Aufschmelzen von Viskositätsverbesserern.
  • Die Innovation besteht darin, dass die VI-Verbesserer direkt im Basisöl geschmolzen werden, was den Anlagenbetrieb und die Produkteigenschaften verbessert.

Genauer ist die sogenannte Low-Energy-Polymer-Dissolving-Technologie (LEPD) ein neuartiges Verfahren zum Aufschmelzen von Viskositätsverbesserern, kurz VI-Verbesserern. Die Innovation besteht darin, dass die VI-Verbesserer anders als bisher direkt im Basisöl geschmolzen werden. Dies bietet Vorteile im Anlagenbetrieb sowie bei den resultierenden Produkteigenschaften.

Verbessertes Temperaturverhalten

LEPD-Skid
So sieht das LEPD-Skid aus. (Bild: EDL)

Leichte und schwere Schmieröle besitzen in Abhängigkeit von der Temperatur unterschiedliche Viskositäten. Um eine optimale Viskosität über eine große Bandbreite an Betriebstemperaturen sicherzustellen, wurden sogenannte Mehrbereichsöle entwickelt. Diese Mehrbereichsöle vereinigen gute Kaltstarteigenschaften mit einer guten Viskosität bei höheren Temperaturen. Dies wird durch die Zugabe von Viskositätsindex-Verbesserern erreicht.

VI-Verbesserer sind Additive, die das Viskositäts-Temperaturverhalten von Ölen verbessern. Als VI-Verbesserer kommen Polymere wie Polymethacrylate oder Styrol-Butadien-Copolymere zum Einsatz, die üblicherweise als feste Polymerballen bereitgestellt werden. Diese festen Polymere werden nach dem Stand der Technik in Mischern mechanisch zerkleinert und anschließend im Schmieröl aufgelöst. Die Polymere werden dabei sehr hohen Scherkräften und Temperaturen von 120 °C ausgesetzt. Zudem ist eine lange Verweilzeit von bis zu sieben Stunden erforderlich, was zu einer Alterung und Trübung des Schmieröls führt und den Einsatz von Antioxidantien notwendig macht.

Patentiertes Verfahren spart Energie

In dem patentierten Verfahren wird das Polymer unter Druck von bis zu 10 bar und Temperaturen unter 100 °C in einer Verflüssigungskammer unter Inertgas schonend im Basisöl geschmolzen. Die Verflüssigungskammer wird mit Schmieröl durchströmt, welches hierbei mit Polymer bis zu einem Anteil von über 50 % angereichert wird. Das angereicherte Schmieröl wird mit weiterem Schmieröl gemischt, sodass ein Polymeranteil von ca. 10 % erzielt wird. Der Prozess spart etwa 30 % an Zeit gegenüber dem konventionellen Herstellungsprozess ein. Aufgrund der tieferen Prozesstemperatur ist der Wärmeeintrag geringer. Im Vergleich zu herkömmlichen Anlagensystemen lassen sich so etwa 50 % der für den Prozess benötigen Energie einsparen. Zudem besteht keine Trübungs- und Verkokungsgefahr im Schmelzprozess, sodass die Endqualitäten der fertigen Öle wesentlich höher ausfallen und keine Notwendigkeit des Einsatzes von zusätzlichen Additiven wie Antioxidantien besteht. Da die Polymerkettenstruktur in dem schonenden Lösungsprozess nicht verändert wird, lassen sich bessere Schmiereigenschaften des Produktes erzielen.

Zur Durchführung von Tests direkt beim Anwender bietet EDL Anlagenbau eine Versuchsanlage als skid-mounted Variante auf Mietbasis. Damit lassen sich direkt vor Ort eigene Schmierölrezepturen testen. Die erzielten Testergebnisse lassen sich problemlos auf einen großtechnischen Maßstab übertragen.

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