Abkühlung und Positiver Ausblick

Armaturenhersteller rechnen 2012 mit einem Plus von fünf Prozent

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12.03.2012 Die deutschen Hersteller von Industriearmaturen konnten ihren Umsatz in 2011 um sechs bzw. sieben  Prozent (Ausland/Inland) steigern. Nach einem stürmischen ersten Halbjahr mit einem Umsatzplus von 12 Prozent hat sich die Dynamik in den zurückliegenden Monaten allerdings verlangsamt.

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Insgesamt konnten die Industriearmaturenhersteller 2011 ein Auftragsplus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahresniveau verbuchen. In Summe entwickelte sich 2011 der Umsatz im Inland auf ähnlichem Niveau wie im Ausland. Im Inland stieg er um nominal sieben Prozent, der Auslandsumsatz lag um sechs Prozent höher als im Vorjahr.
In den einzelnen, vom VDMA statistisch erfassten Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze positiv, allerdings auf unterschiedlichem Niveau. Bei den Absperrarmaturen stiegen diese um zwei Prozent, die Hersteller von Regelarmaturen verzeichneten ein Plus von sieben Prozent und die Sicherheits- und Überwachungsarmaturen 2011 ein Umsatzwachstum von 13 Prozent.

Fulminantes Jahr für chinesische Chemie

Im Zeitraum Januar bis November 2011 erzielten die deutschen Industriearmaturenhersteller ein Exportvolumen von 2,7 Mrd. Euro (+ 7,7 Prozent). China, USA und Russland behaupteten ihre Position als „Top drei Absatzmärkte“ für Industriearmaturen aus Deutschland. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft mit USA (+ 25 Prozent auf 216 Mio. Euro), Schweiz (+ 17 Prozent auf 115 Mio. Euro) und China (+16 Prozent auf 361 Mio. Euro). Die chinesische Chemieindustrie erlebte ein fulminantes Jahr 2011. Die Investitionen stiegen zum Teil zweistellig. In den USA konnte der deutsche Maschinen- und Anlagenbau von den Investitionen in neue Produktionskapazitäten und der Konjunkturaufhellung profitieren. Die Industriearmaturenexporte nach Russland blieben 2011 auf Vorjahresniveau. Der Nachholbedarf scheint gedeckt.

Belebung für 2012 erwartet

Nach einer merklichen Abkühlung der Weltwirtschaft Ende 2011 erwartet der Fachverband Armaturen für 2012 eine Belebung der Auslandsgeschäfte und prognostiziert ein Umsatzwachstum von nominal fünf Prozent. Dabei wird sich der Umsatz in der Produktgruppe der Absperrarmaturen vermutlich mit plus sechs Prozent, bei den Regelarmaturen mit plus fünf Prozent und in der Produktgruppe der Sicherheits- und Überwachungsarmaturen mit plus drei Prozent entwickeln. Positive Impulse werden vor allem aus der Öl- und Gasgewinnung und der Petrochemie kommen. Im Bereich der Kernenergie und der Papier- und Zellstoffindustrie wird mit Nachfragerückgängen gerechnet.

Es ist davon auszugehen, dass China die im zwölften Fünfjahresprogramm (2011 bis 2015) formulierten Ziele konsequent umsetzen wird: Modernisierung der Industriestruktur, Schaffung einer innovativen Industrie sowie nachhaltiger und effizienter Produktionsstrukturen. Damit wird China vermutlich auch 2012 seine Position als wichtigster Absatzmarkt für Industriearmaturen behaupten können.

In Russland bleiben die hohen Weltmarktpreise für Öl und Gas Wachstums­treiber Nummer eins. Die Investitionen der Rohstoffkonzerne, aber auch die zunehmende Aktivität in der Baubranche sorgen für Schwung. Große Projekte laufen weiterhin in der Energiewirtschaft, bei der Erschließung neuer Öl- und Gasfelder sowie in der Automobilindustrie samt Zulieferbasis.

Heftausgabe: März 2012

Über den Autor

Christine Lindenau, VDMA
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